Israel-Iran-Konflikt: Teheran will aus Atomwaffensperrvertrag aussteigen
Der Iran will den Vertrag über die Nichtverbreitung für Atomwaffen kündigen. Das Land war dem Pakt 1968 beigetreten. Die Einhaltung des Abkommens war bis zuletzt strittig. Der Iran bereitet nach eigenen Angaben einen offiziellen Austritt aus dem Atomwaffensperrvertrag vor. "Angesichts der jüngsten Entwicklungen werden wir eine entsprechende Entscheidung treffen", sagte Außenamtssprecher Esmaeil Baghaei. Ein entsprechender Gesetzentwurf werde erarbeitet und dem Parlament zugleitet, so der Sprecher. Der Iran sei aber weiterhin gegen Massenvernichtungswaffen. Luftschlag : Israel zerstört Abschussrampen und reklamiert "Luftüberlegenheit" Atomprogramm: Kommt es zur nächsten Eskalation? In der vergangenen Woche hatte die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) dem Iran vorgeworfen, mit seinem Nuklearprogramm gegen seine Verpflichtungen aus dem Atomwaffensperrvertrag zu verstoßen. Der Iran bestreitet die Vorwürfe, nach Atomwaffen zu streben. Vertrag sieht regelmäßige Inspektionen vor Der Atomwaffensperrvertrag aus dem Jahr 1968 verpflichtet die Unterzeichnerstaaten zum Verzicht auf Atomwaffen und zur Einhaltung internationaler Inspektionen. Iran war 1968 – noch unter dem damaligen Schah – eines der ersten Länder, die den Sperrvertrag unterzeichneten. Das Abkommen wurde 1970 ratifiziert. Israel ist dem Sperrvertrag nicht beigetreten. Es wird vermutet, dass das Land in Besitz von Atomwaffen ist. Israelische Angriffe auf Nuklearprogramm: Über diese Atomanlagen verfügt der Iran Der Atomwaffensperrvertrag sieht regelmäßige Kontrollen von Atomanlagen vor. Der Iran hatte sich 2015 unter Vermittlungen der EU zusätzlich vertraglich zu weiteren Inspektionen und Beschränkungen seiner Nuklearforschung verpflichtet. Über eine Verlängerung des Vertrags liefen Gespräche zwischen Iran und USA unter Vermittlung des Oman. Der Iran hatte die Gespräche aber am Wochenende für beendet erklärt. Israel hatte in der vergangenen Woche iranische Atomanlagen angegriffen und dabei auch führende Politiker sowie Forscher des Atomprogramms ausgeschaltet. Einige Experten waren der Ansicht, der Iran sei nur "noch Wochen" von einer Atombombe entfernt. Die Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik urteilte im Vormonat in einer Analyse: "Die Islamische Republik hat ihr Atomprogramm in den letzten sechs Jahren beträchtlich ausgeweitet."