Lena Kotré (AfD) in Oslo evakuiert – nach Multikulti-Viertel-"Inspektion"
Sie hatte angekündigt, in einem Multikulti-Viertel Oslos "spazieren" zu wollen. Doch der Rundgang der AfD-Politikerin Lena Kotré mit norwegischen Rechtsaußen-Politikern endete vorzeitig. Aus Sorge um ihre Sicherheit hat die norwegische Polizei die AfD-Politikerin Lena Kotré bei einem zuvor angekündigten Rundgang durch ein mulitikulturell geprägtes Viertel in Oslo evakuiert. Sie wurde mit einer Gruppe von 10 bis 20 Personen in eine Tiefgarage in Sicherheit gebracht, wie der Sender TV2 berichtet. Die brandenburgische Landtagsabgeordnete Kotré war nach Norwegen gereist, um an einer "Remigrationskonferenz" der Partei "Norwegische Demokraten" am Samstag teilzunehmen. Die Partei hatte erklärt, auf Bitten der AfD habe man die Inspektion im Stadtviertel Grønland eingeplant. Sie hatte den Rundgang dort für den Freitag auch öffentlich gemacht. Wirbel in Oslo : Wie Lena Kotré auf "Remigrations"-Werbetour geht In der Folge hatten eine antirassistische Organisation und ein Bewohnerverein zu Protesten aufgerufen. Rund 1.000 Gegendemonstranten seien dem Aufruf gefolgt, berichtet der Sender unter Berufung auf die Polizei. Der Einsatzleiter sagte dem Sender, zu möglichen konkreten Bedrohungen oder Gewalt gebe es bisher keine Informationen. Es sei auch niemand festgenommen worden. Bilder zeigten Kotré in der Tiefgarage wartend. Kotré kritisiert "Kapitulation der Polizei" Lena Kotré sagte t-online, die Polizeipräsenz sei schon bei ihrer Ankunft groß gewesen. Sie gehe von 300 Polizisten aus, zum Teil auch in zivil und beritten. Von einem Parkhaus sei sie mit Vertretern der "Norwegische Demokraten" vor die nahegelegene Moschee gegangen, dort habe man Gespräche geführt. Dann aber habe sich der Demonstrationszug genähert, laut schreiend. Ein einzelner Demonstrant sei aus der Versammlung ausgebrochen, habe wüste Beschimpfungen ausgestoßen und habe "sehr bedrohlich" gewirkt, so Kotré. Die Polizei habe die Gruppe um Kotré daraufhin zurück ins Parkhaus gedrängt. Es sei ihnen mitgeteilt worden, dass man für ihre Sicherheit nicht garantieren könne. Daraufhin sei man ins Hotel zurückgefahren, streckenweise eskortiert von der Polizei. Kritisch äußert sich Kotré zum Vorgehen der Polizei. "Es wurde ein großer Aufriss darum gemacht", sagt Kotré. "In meinen Augen ist das auch eigentlich schon eine Kapitulation der Polizei vor möglicherweise gewaltbereiten Demonstranten. Auch wenn sich durch unsere Präsenz irgendwer provoziert fühlen sollte, dann ist das noch lange keine Rechtfertigung für Gewaltandrohungen." "Geh zurück nach Deutschland" Der Sender berichtet, Kotré sei mit Rufen wie "Geh zurück nach Deutschland, du Schlampe" bedacht worden, andere hätten "Hitler ist tot" gerufen. Manche Demonstranten hatten Regenbogenfahnen, aber auch Palästina-Fahnen waren zu sehen. Kotré hatte vor ihrem Besuch erklärt, in Norwegen könne innerhalb von weniger als drei Jahren "Remigration" vollzogen sein, wenn die Regierung das wolle. An der "Remigrationskonferenz" am Samstag will Kotré wie geplant teilnehmen und den Termin auch zur Vernetzung nutzen. Am Sonntag will sie wieder zurück nach Deutschland reisen.