"Doppelpass": Uli Hoeneß kritisiert Nagelsmann für WM-Ansage
Die deutsche Nationalmannschaft hat zuletzt enttäuscht. Uli Hoeneß hat Kritik an Bundestrainer Julian Nagelsmann geübt – und einen Ratschlag für ihn. Am Sonntag fand der Jubiläums-"Doppelpass" anlässlich des 30-jährigen Bestehens auf Sport 1 statt. Als Gast war unter anderem Bayerns Ehrenpräsident Uli Hoeneß vor Ort. Der 73-Jährige wurde auch zur deutschen Nationalmannschaft befragt, die zuletzt in der WM-Quali eine 0:2-Niederlage gegen die Slowakei kassierte und am Sonntagabend gegen Nordirland in Köln ranmuss (ab 20.45 Uhr im t-online-Ticker). Hoeneß meinte direkt mit Bezug auf die Pleite zuletzt: "Wir wissen alle, dass es nicht so optimal gelaufen ist, wie man sich das vorgestellt hat. Aber lieber verliere ich das erste Spiel als das letzte. Es muss eine klare Leistungssteigerung her, sonst wird es schwierig." Sechs Spiele muss das DFB-Team in der Qualifikation bestreiten, um dann hoffentlich bei der WM dabei zu sein. Hoeneß meinte zudem mit Blick auf die Titelansage von Bundestrainer Julian Nagelsmann : "Ich finde es nicht besonders gut, schon jetzt vom Titel zu sprechen. Deutschland kann das schaffen, aber da muss wirklich alles passen. Und im Moment passt eben nicht alles." Gab es zuletzt 1913: Julian Nagelsmann droht historische Niederlagenserie Gegen Nordirland: Nagelsmann baut wohl um – diese vier DFB-Stars trifft es Hoeneß zu Nagelsmann: "Natürlich ist er der Richtige" Hoeneß betonte jedoch auch, dass Nagelsmann die Wende herbeiführen könne: "Natürlich ist er der Richtige, man kann nicht nach einem Spiel jetzt hier den Stab über ihn brechen. Ich bin überzeugt, dass die Mannschaft schon heute Abend wieder besser spielt." t-online-Kolumnist Stefan Effenberg sprach auch die Spiele des DFB-Teams vor der WM-Quali an und bezog die Nations League und das Final Four mit ein. Er erklärte: "Die Entwicklung finde ich schon dramatisch. Ich finde auch, dass da auch Nagelsmann dazugehört." Gegen Italien gab es im Rückspiel des Viertelfinales der Nations League ein 3:3. Im Anschluss musste Deutschland zwei Niederlagen hinnehmen: gegen Portugal im Halbfinale (1:2) und gegen Frankreich im Spiel um Platz drei (0:2). "Was mir nicht gefällt, dass viele Trainer ständig etwas verändern" Effenberg betonte, dass die Nationalmannschaft nicht noch einmal so auftreten könne wie gegen die Slowakei. Er monierte auch von Nagelsmann zuletzt angesprochene fehlende "Emotionalität" bei den DFB-Spielern. Effenberg meinte zudem, dass die Einladung zur Nationalmannschaft bereits "Grundvoraussetzung" sein müsste, eine Emotionalität und eine hohe Leistungsbereitschaft einzubringen. Gegen die Slowakei gab beispielsweise Eintrachts Nnamdi Collins sein Debüt und war sichtlich überfordert. Laut "Bild" nimmt Julian Nagelsmann gegen Nordirland vier Änderungen in der Startelf vor. Doch genau solch ein Umbau missfällt Hoeneß. Er appellierte: "Was mir überhaupt nicht gefällt, dass viele Trainer ständig etwas verändern. Wir spielen nie mit derselben Mannschaft und eingespielt sein ist so wichtig in diesem Geschäft."