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Сентябрь
2025

Disziplinarklage gegen Sascha Lensing (AfD) – wegen Höcke-Nähe?

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Der AfD-Bundestagsabgeordnete Sascha Lensing wirbt im NRW-Wahlkampf mit seiner Erfahrung als Duisburger Polizist. Doch sein Dienstherr hat eine Disziplinarklage angestrengt, wie Recherchen von t-online zeigen. Als der Bundestagsabgeordnete Sascha Lensing beim Wahlkampfabschluss der AfD in Gelsenkirchen auf der Bühne spricht, zitiert er am Ende den umstrittensten Politiker seiner Partei: Björn Höcke . "Prophetisch" hätten Höckes Worte 2018 geklungen, heute seien sie auch im Westen Realität. "Es rutscht etwas durch", trägt er den Auszug aus Höckes damaliger Rede vor. "Das Alte und Morsche zerfällt vor unseren Augen." Ergreifen müsse man den "Mantel der Geschichte", bis die Zukunft "unserer Nation", "unseres Volkes", gesichert sei. Es ist der Teil seiner eigenen Wahlkampfrede, der Lensing offenbar am besten gefällt. Später teilt er, der hauptberuflich Polizist ist, ein Video nur von diesen Sätzen in seinem Telegram-Account. Seit er im Frühjahr das Bundestagsmandat errang, nennt er sich Kriminalhauptkommissar a. D. ("außer Dienst"). Dieses Kürzel dürfen Beamte im Bundestag führen, wenn ihr Dienstverhältnis aufgrund des Mandats ruht. Disziplinarklage vor dem Verwaltungsgericht Es ist sein finaler Beitrag im Kampf um Stimmen in Gelsenkirchen. Dort macht sich die Partei Hoffnungen, nach den Kommunalwahlen am Sonntag den Oberbürgermeister zu stellen. Beobachter schreiben Lensing selbst Chancen auf das Amt des Vorsitzenden im Landesverband zu, in dem aktuell ein parteiinterner Machtkampf entbrannt ist . Dabei könnten Beiträge wie dieser allerdings für ihn zum Problem werden – und ihn den Job als Polizist kosten. Denn sein Dienstherr, das Polizeipräsidium Duisburg , hat laut Recherchen von t-online bereits vor über einem Jahr ein Disziplinarverfahren gegen den 51-Jährigen angestrengt. Vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf klagt die Behörde gegen Lensing – mögliche Konsequenzen bei Erfolg einer solchen Klage sind Degradierung oder Entlassung. Lensing selbst sagte vor rund drei Monaten bei einer Wahlkampfveranstaltung in Duisburg, es sei versucht worden, ihn wegen seiner AfD-Mitgliedschaft aus dem Beamtenverhältnis zu entfernen. Ein Video davon liegt t-online vor. Auf Anfrage sagte er nun: "Aktuell ist eine Disziplinarklage vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf gegen mich anhängig." Zum Inhalt des Verfahrens werde er sich nicht öffentlich äußern. "Ich vertraue selbstverständlich auf unseren Rechtsstaat." Das Verwaltungsgericht teilte auf Anfrage mit, dass das Verfahren seit dem 14. Mai 2024 anhängig sei. Das Polizeipräsidium Duisburg teilte mit, es gebe "grundsätzlich zu disziplinarrechtlichen Angelegenheiten keine Auskunft, um das Persönlichkeitsrecht der betroffenen Personen zu wahren". Lensing soll fragliche Posts gelöscht haben Nach Informationen von t-online aus Parteikreisen und dem Umfeld von Lensing soll es im Disziplinarverfahren um Posts in den sozialen Medien gehen, die Zweifel an Lensings Verfassungstreue aufwerfen. Lensing soll die Beiträge inzwischen zumindest teilweise gelöscht haben. Eine Rolle sollen dabei auch Inhalte von und zu Björn Höcke spielen. Höcke ist Landes- sowie Fraktionschef der AfD in Thüringen. Er gründete 2015 den völkisch-nationalistischen "Flügel" in der Partei, den der Verfassungsschutz seit 2020 als "gesichert rechtsextrem" einstufte. Inzwischen ist der "Flügel" offiziell aufgelöst, programmatisch sowie personell aber wandelt die gesamte AfD inzwischen in großen Teilen auf den Pfaden des "Flügels". Trotz der mutmaßlichen Aufräumaktion in den sozialen Medien und der laufenden Klage finden sich auf Lensings Profilen weiterhin Unterstützer-Posts zu Höcke und der AfD Thüringen, die seit 2021 als "erwiesen rechtsextrem" eingestuft wird. Auf Facebook sowie Telegram verbreitet Lensing auch in jüngster Zeit Beiträge von Höcke, Veranstaltungsankündigungen und Interviews mit dem Rechtsextremisten. "Super Austausch" – Treffen mit Höcke in NRW Im Mai 2023 nahm Lensing außerdem persönlich an einem Treffen mit Höcke in NRW teil. Damals versammelten sich AfD-Politiker aus Ost und West um Höcke im Restaurant "Orsoyer Hof" in Rheinberg. Lensing postete von dem Treffen Fotos auf Facebook: Auf einem ist er am Mikrofon zu sehen, auf einem anderen Höcke. Auf einem dritten sitzen beide nebeneinander am Tisch – Lensing allerdings großteils verdeckt von Höcke. "Gestern beim Patriotentreffen in NRW", schreibt Lensing dazu. Und in einem weiteren Post: "Ost trifft West. Super Austausch. Ich komme gerne nach Thüringen im nächsten Wahlkampf." Die Beiträge sind mit Stand vom 10. September weiterhin abrufbar. Der Verfassungsschutz NRW notierte das Treffen mit der "ideologischen Führungsperson des ehemaligen Flügels" in seinem Jahresbericht 2023 als eine von zwei Veranstaltungen, die Höcke in dem Jahr in NRW besuchte und schrieb dazu: Trotz der formellen Auflösung des "Flügels" agiere er in der AfD informell weiter. "In Nordrhein-Westfalen stellt er einen relevanten – jedoch nicht dominierenden – Faktor im Landesverband der AfD dar." Dass er zu diesem "relevanten Faktor" im Landesverband NRW gehört, daraus macht Lensing auch außerhalb der sozialen Netzwerke kein Geheimnis. Die von ihm erst am vergangenen Wochenende im Kommunalwahlkampf zitierten Sätze von Höcke stammen aus einer Rede des AfD-Rechtsaußens aus dem Jahr 2018 beim Kyffhäuser-Treffen, damals die zentrale jährliche Zusammenkunft des "Flügels". Höcke skizzierte dort seine Agenda für die Innen- und Migrationspolitik, kritisierte den damaligen Innenminister Horst Seehofer (CSU) als rückgratlos und versprach "hundertprozentige Kompromisslosigkeit". "Heute lautet die Frage: Schaf oder Wolf. Und ich – nein – wir entscheiden uns in dieser Lage, Wolf zu sein", sagte Höcke da auf dem Podium vor einer großen Deutschlandflagge. Er kritisierte eine "vom Establishment korrumpierte Polizeiführung" und forderte: "Geben wir unseren Polizisten gute Argumente, sich gegen die bunten Demokratiefeinde durchzusetzen. In dieser Zeit ist nicht Ruhe, in dieser Zeit ist Mut, eine berechtigte Portion Wut und vor allem ziviler Ungehorsam die erste Bürgerpflicht." Wo Unrecht zu Recht werde, werde Widerstand zur Pflicht. Lensing ist seit 1997 Polizist und war zuletzt laut eigener Aussage bei der Kriminalpolizei in Duisburg im Bereich "Bekämpfung der organisierten Kriminalität" tätig. Seit 2019 ist er Mitglied der AfD. Im März 2025 zog er für die AfD NRW über die Landesliste in den Bundestag ein, seither sitzt er für die Partei im Ausschuss für Innenpolitik . Er ist zudem Mitglied im Landesvorstand der AfD NRW. Lensing wird als ein möglicher Anwärter auf die Nachfolge von AfD-Landeschef Martin Vincentz gehandelt. Wahlwerbung und Kondomverkauf als Polizist Im Bundestagswahlkampf warb Lensing stark für sich mit seiner Erfahrung als Polizist. In Bürgerdialogen äußerte er sich vor allem aus seiner Perspektive als Polizist und speziell zur inneren Sicherheit. Mehrfach unternahm das Alternativmedium "Hallo Meinung" Rundgänge mit ihm durch Brennpunktbezirke in Duisburg. Auch dort äußerte er sich ausführlich als "Kripobeamter". Ein Wahlkampflied für Lensing setzte ganz auf diesen Punkt: "Schimanski im Blut, keine Angst vor Gefahr, ein Bulle mit Ehre, das wird allen schnell klar", heißt es da. Auf AfD-Veranstaltungen bei Kreisverbänden soll Lensing im Wahlkampf über Abläufe aus seiner Dienstzeit berichtet haben, dass "einem die Ohren schlackern", wie ein Parteimitglied t-online schilderte. Zu der Zeit lief das Disziplinarverfahren gegen Lensing schon monatelang. Inzwischen nutzt Lensing sein Image als Polizist auch, um Produkte zu verkaufen. Auf seiner Homepage hat er vor Kurzem einen Shop eröffnet, den ein großes Bild von ihm als Cartoon-Figur mit einer Polizeikelle und der Aufschrift "Polizei" ziert. Dort verkauft Lensing unter anderem Kondome mit der Aufschrift "Sicher ist sicher" – für 12,99 Euro. Die werden unter anderem beworben mit dem Satz: "30 Jahre Polizist – und das Motto bleibt: Sicher ist Sicher." Dienstbezüge wegen Höcke-Lob gekürzt Es wäre nicht das erste Mal, dass ein Polizist in NRW wegen der Nähe zu Höcke dienstliche Konsequenzen tragen muss. Im März dieses Jahres entschied das Verwaltungsgericht Düsseldorf, das nun auch für Lensings Fall zuständig ist, dass einem Polizeihauptmeister des Bundesgrenzschutzes für die Dauer von zwölf Monaten die Dienstbezüge in Höhe von einem Zwanzigstel gekürzt werden sollen. Der Mann hatte 2019 auf Facebook einen Beitrag mit dem Titel "Beamten mit Nähe zu AfD-Flügel droht Ärger" geteilt und dazu wörtlich geschrieben: "Ich bekenne mich zur afd, wähle sie fleissig und würde am liebsten Björn Höcke in einer, Achtung !: 'Führungsrolle' sehen. Bin seit 29 jahren im polizeivollzugsdienst !" Der Umgang mit AfD-Mitgliedern im Staatsdienst, insbesondere bei Polizei und Bundeswehr, wird immer wieder heftig diskutiert. Neue Fahrt nahm diese Diskussion auf, nachdem das Bundesamt für Verfassungsschutz im Mai die gesamte AfD als "gesichert rechtsextremistische Bestrebung" einstufte. Die Partei geht dagegen derzeit juristisch vor, die Einstufung liegt deswegen vorerst auf Eis. In Rheinland-Pfalz und Bayern steht die AfD seither aber bereits auf einer Liste mit als extremistisch eingestuften Gruppen und Organisationen. Bewerber für den öffentlichen Dienst, die AfD-Mitglied sind, können so unter Umständen besonders durchleuchtet und auf Verfassungstreue geprüft werden. Entschieden wird im Einzelfall. Die Innenministerkonferenz (IMK) hat außerdem angekündigt, eine Arbeitsgruppe einsetzen zu wollen, die den Umgang mit AfD-Mitgliedern im Staatsdienst beraten soll. Sie soll laut Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) aber erst eingesetzt werden, wenn die Einstufung der AfD als "gesichert rechtsextrem" gerichtlich bestätigt wurde. Das kann Monate, vielleicht sogar Jahre dauern. Lensings Verfahren wird unabhängig davon vorangetrieben. Ein Verhandlungstermin für die Klage des Polizeipräsidiums Duisburg gegen ihn ist noch nicht bekannt.














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