Einheit: Als die Volkskammer am 17. Juni 1990 den Aufstand wagte – eine fiktive Parabel
Berlin, 17. Juni 1990. Palast der Republik, der Moment ist da, die Zwei-Drittel-Mehrheit erreicht. Die DDR-Volkskammer, bis vor Kurzem noch zahnloses „höchstes“ Gremium und von der SED geführt, hat eine folgenreiche Entscheidung getroffen. Jubel brandet auf. Draußen, auf dem Marx-Engels-Platz, wird mit selbst gemalten Schildern gefeiert: „Deutschland, einig Vaterland“. Drinnen aber, auf der Tribüne, sitzt ein Bonner Kanzler, der nicht klatscht.
Helmut Kohl wirkt erschöpft, irritiert. Was ist gerade passiert? Neben ihm Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth – auch sie schaut ernst. Beide scheinen zu denken: Dürfen die denn das? Die Volkskammer, das höchste Verfassungsorgan der DDR, hat eigenmächtig gehandelt. Ohne A
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