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Ноябрь
2025

Venezuela und der Drogenhandel: Trump jagt das "Kartell der Sonnen"

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Mit dem Militäreinsatz vor Venezuela wollen die USA den Drogenschmuggel bekämpfen. Doch Fachleute zweifeln dieses Motiv an. Tatsächlich spielt das Land wohl eine weitaus geringere Rolle, als US-Präsident Trump behauptet. "Frieden, Frieden, Frieden". Das ist nun laut dem venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro eine der Hauptaufgaben im Konflikt mit den USA . Am Sonntag erklärte Maduro dies auf einer Veranstaltung in der venezolanischen Hauptstadt Caracas. Um seine Worte zu untermalen, stimmte der Staatschef dann auch noch "Imagine" von John Lennon an – einen der bekanntesten Friedenssongs der Welt. Ein Lachen konnte er sich dabei nicht verkneifen. Und das, obwohl die USA in der Konfrontation mit Venezuela derzeit die Daumenschrauben anziehen. Seit Ende August stockt das US-Militär seine Präsenz in der Karibik auf. Zuletzt gesellte sich am vergangenen Wochenende der größte Flugzeugträger der Welt, die "USS Gerald R. Ford", zu den bereits versammelten Kriegsschiffen, U-Booten und Kampffliegern. Überdies will Washington das sogenannte Cartel de los Soles (auf deutsch "Kartell der Sonnen") als ausländische Terrororganisation einstufen. Newsblog: Alle aktuellen Entwicklungen in der US-Politik US-Militäreinsatz in der Karibik: Trump geht ein unkalkulierbares Risiko ein All diese Schritte haben laut den USA das Ziel, den Drogenhandel in Richtung der Vereinigten Staaten zu bekämpfen. Washington sieht Venezuela als Schlüsselland im weltweiten Drogenhandel. Dabei wirft Trump dem venezolanischen Präsidenten vor, Kopf des Cartel de los Soles zu sein. Doch Fachleute misstrauen der Begründung der US-Regierung für das Vorgehen gegen Venezuela. So erklärte der Lateinamerika-Experte Christopher Sabatini der BBC: "Es geht um einen Regimewechsel." Trump wolle Maduro aus dem Amt jagen. Sind die Vorwürfe des Drogenhandels gegen Venezuela also aus der Luft gegriffen? Was hat es mit dem Cartel des los Soles auf sich? Und auf welchen Wegen kommen Drogen wie Kokain oder Fentanyl überhaupt in die USA? Das Ausmaß des Drogenproblems Es sind vor allem diese zwei Substanzen, die Trump immer wieder für Missstände und Todesfälle in den USA verantwortlich macht. Bei Fentanyl handelt es sich um ein synthetisches Opioid, das bis zu 100-mal stärker wirkt als Morphin. Kokain ist ein Alkaloid, das mittels chemischer Prozesse aus den Blättern des Kokastrauchs gewonnen wird. Während Fentanyl auch im medizinischen Bereich legal genutzt wird, kommt eine solche Anwendung von Kokain mittlerweile nur noch selten vor. Laut Daten der US-Gesundheitsbehörde CDC starben im vergangenen Jahr rund 80.000 Menschen in den Vereinigten Staaten an Drogenüberdosen, bei einer Bevölkerungszahl von rund 340 Millionen. Demnach sind Fentanyl und Kokain für den Großteil der Todesfälle verantwortlich. Laut einer vorläufigen Schätzung von Mitte Mai führt die Behörde 48.422 Todesfälle im Zusammenhang mit synthetischen Opioiden (vorrangig Fentanyl) und 22.174 Todesfälle mit Kokain auf. Manchmal werden auch beide Drogen miteinander vermengt – allerdings erst in den USA. Woher die Drogen stammen Denn bis zum Endkonsumenten haben die Substanzen weite Wege hinter sich. Kokain wird seit jeher mit Lateinamerika verbunden. Der Kokastrauch wächst ausschließlich in der Andenregion, seine Blätter werden auch in der Regel dort weiterverarbeitet. Laut dem Weltdrogenbericht 2025 des UN-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung UNODC wird die Kokapflanze vor allem in Kolumbien , Bolivien und Peru kultiviert. Insgesamt sollen 2024 in den Herstellerländern rund 3.700 Tonnen reines Kokain produziert worden sein. Der Großteil des Anbaus und der Produktion der Droge fällt jedoch auf Kolumbien. Allein dort wurden 2023 auf einer geschätzten Anbaufläche von 253.000 Hektar rund zwei Drittel des weltweiten Kokains hergestellt. Dementsprechend wies die US-Drogenbekämpfungsbehörde DEA im vergangenen Jahr bei 84 Prozent des beschlagnahmten Kokains auch eine Herkunft aus Kolumbien nach. Anders gestaltet es sich beim Fentanyl. Laut einem Bericht der DEA von 2020 stammen die Chemikalien, aus denen das synthetische Opioid hergestellt wird, vornehmlich aus Asien. China wird dabei als Hauptakteur ausgemacht, wo sowohl die Chemikalien als auch teilweise das Endprodukt hergestellt werden. Mittlerweile stammen die Stoffe jedoch zunehmend auch aus Indien , heißt es in dem Papier. Rubio krempelt US-Außenpolitik um: "Damit ist jetzt Schluss" Eskalation in der Karibik? Venezuela zieht 200.000 Einsatzkräfte zusammen Wie Kokain und Fentanyl in die USA kommen Im Falle von Kokain ist der Weg in die Vereinigten Staaten klar aufgezeichnet. Von Lateinamerika nimmt die Droge den Weg gen Norden – zu Land, auf dem Wasser, in der Luft oder in einer Kombination der drei Wege. Laut der DEA ist der Pazifik die wichtigste Transportroute. Die Behörde nimmt an, dass knapp drei Viertel der Schmuggelmenge so den Weg in die USA finden. Das Kokain wird dabei von Ecuador oder Kolumbien aus verschifft. Der Rest kommt über die Karibik in die Vereinigten Staaten – jedoch nur ein Teil davon aus Venezuela, denn auch Kolumbien hat eine lange Karibikküste. Und längst nicht alle Drogen nehmen den Seeweg. In den vergangenen Wochen hat das US-Militär sowohl in der Karibik als auch im Pazifik rund 20 Boote mutmaßlicher Drogenschmuggler zerstört, mehr als 80 Menschen wurden nach US-Angaben getötet. Direkt kommt Kokain jedoch selten in die USA, sondern nimmt oft Umwege über Staaten in Mittelamerika oder in der Karibik. Da in den meisten Fällen mexikanische Drogenkartelle den Schmuggel organisieren, ist das Land oft der letzte Zwischenstopp auf dem Weg in die USA. Die DEA beschreibt die Grenze zu Mexiko als wichtigstes Einfallstor für Kokain. Die Substanz wird also vornehmlich über Land in die USA gebracht. 2024 wurden insgesamt in den USA rund 63 Tonnen Kokain beschlagnahmt, allein an der Grenze mehr als 17 Tonnen. Das dürfte jedoch nur ein geringer Anteil am gesamten Schmuggel sein. Zum Vergleich: Die kolumbianische Regierung gibt an, allein im laufenden Jahr bis Mitte September rund 700 Tonnen Kokain beschlagnahmt zu haben. Die Chemikalien für Fentanyl kommen vor allem aus Asien Beim Fentanyl sind die Wege in die USA noch vielfältiger. Zunächst war es so, dass Fentanyl direkt aus China über den internationalen Postverkehr in Päckchen von weniger als einem Kilogramm verschickt wurde. Laut der DEA haben strengere Kontrollen in dem Land den Verkehr jedoch verändert. Venezuela aber scheint mit diesen Lieferketten nichts zu tun zu haben. So kommen mittlerweile oftmals die zur Herstellung von Fentanyl notwendigen Stoffe nach Mexiko. Dort synthetisieren Drogenkartelle das Opioid selbst und schmuggeln es dann in die USA. Die Kartelle nutzen dazu laut DEA ein Netzwerk aus Kurieren, Fahrzeugen, Tunneln und Verstecken in Grenznähe. Der Großteil der Drogen kommt über den Straßenverkehr in die USA, oftmals versteckt in legalen Warenlieferungen. 2024 beschlagnahmte der US-Zoll rund 14 Tonnen Fentanyl an der Grenze zu Mexiko, knapp neun Tonnen davon allein an der Grenze zum US-Bundesstaat Arizona. Mit "wachsender Besorgnis" beobachtet die DEA laut ihrem aktuellen Bericht auch Schmuggelströme aus Richtung Kanada . Dort hatten die Behörden 2024 sogenannte Superlabore zur Herstellung von Fentanyl ausgehoben. Zwar wurden laut DEA an der Nordgrenze im vergangenen Jahr nur rund 23 Kilogramm der Droge beschlagnahmt. "Dennoch haben diese Operationen das Potenzial, zu expandieren und jede Versorgungslücke zu füllen, die durch Störungen der Fentanyl-Produktion und des Handels aus Mexiko entsteht", so die Drogenbehörde. Weder DEA noch UN sehen Venezuela als Schlüsselland Weder die DEA noch die UNODC führen Venezuela als zentralen Akteur der Produktion oder des Handels mit Drogen – nicht einmal als wichtiges Transitland. Das war vor einigen Jahren noch anders: Im Weltdrogenbericht 2010 heißt es, dass mehr als die Hälfte der Kokainlieferungen nach Europa zwischen 2006 und 2008 über Venezuela liefen. Auch für den Schmuggel in die USA spielte das Land eine – wenn auch untergeordnete und nicht näher bezifferte – Rolle. Von Fentanyl ist dabei jedoch keine Rede. US-Präsident im Tief: Trump stürzt ab Epstein, Inflation und Kriegsgeflüster: Sie ließen ihm keine andere Wahl Die US-Drogenbehörde verweist 2025 lediglich auf die kriminelle Organisation "Tren de Aragua", die aus Venezuela stammt, aber transnational agiert. Unter Trump wurde diese auch als ausländische Terrororganisation deklariert. Laut der DEA ist sie vor allem für Menschenhandel und Gewaltverbrechen , vereinzelt auch für Drogenkriminalität in den USA verantwortlich. Dass Venezuela – wie von Trump oft behauptet – ein Schlüsselland im internationalen Drogengeschäft sei, geht aus dem DEA-Bericht jedoch nicht hervor. Welche Rolle Venezuela spielt Die Rechercheplattform "Insight Crime" sieht das anders. In einem 2022 veröffentlichten Bericht führt sie Venezuela als zentralen Akteur im Drogenhandel. Dazu hat die Plattform vor Ort Interviews mit beteiligten Personen und Feldforschung unternommen. Demnach laufen jährlich rund 250 Tonnen Kokain durch das Land – weniger als zehn Prozent der weltweiten, geschätzten Produktion im Jahr 2023. Der Großteil davon stammt aus Kolumbien. Mittlerweile werde jedoch auch zunehmend mehr Koka in Venezuela selbst zu Kokain verarbeitet. Das liegt auch daran, dass illegale Gruppen auf kolumbianischer Seite der gemeinsamen Grenze die Sträucher anbauen und ihre Blätter dann in Venezuela weiterverarbeiten. Die weitgehend grüne kolumbianisch-venezolanische Grenze ist rund 2.200 Kilometer lang. Für Sicherheitsbehörden ist das Gebiet kaum zu überwachen, illegale Gruppen haben daher leichtes Spiel beim Schmuggel von Drogen – und teils begünstigt der venezolanische Staat offenbar durch Korruption den Handel. Dabei kommt das Cartel de los Soles ins Spiel. Laut "Insight Crime" handelt es sich dabei jedoch um kein hierarchisches Kartell im klassischen Sinne. Vielmehr sei es ein Netz von staatlichen und militärischen Akteuren. Der Name ist den Sonnen auf den Schulterklappen venezolanischer Generäle entlehnt. Die Beteiligten öffnen gegen Bestechungsgelder Transportkorridore, weil sie etwa Häfen oder Flughäfen kontrollieren. Dieses System soll sich Präsident Nicolás Maduro zunutze machen. Maduro und sein Regime sind "Türöffner" für den Drogenschmuggel Dem Bericht zufolge baut Maduro auf diesem Netzwerk seine Machtbasis auf. Zwar heißt es dort: "Es ist unwahrscheinlich, dass Maduro von bestimmten Kokaingeschäften weiß, geschweige denn persönlich daran beteiligt ist." Er und sein Regime seien aber die "Türöffner" des Drogenhandels, indem sie steuern, wer Zugang zu Drogengeschäften erhält. Maduro gehe es dabei darum, politische Loyalitäten zu sichern. Kurzum: Wer mit dem Handel von Kokain viel Geld verdient, hat kein Interesse daran, das System zu stürzen, das ihn begünstigt. Letztlich geht es Maduro also um seinen Machterhalt. Hintergrund dessen ist die prekäre wirtschaftliche Lage Venezuelas. Mit den größten bekannten Erdölreserven der Welt müsste es eigentlich ein wohlhabendes Land sein. Doch beim venezolanischen Öl handelt es sich um eine besonders schwere Sorte, die nur mit hohem Aufwand zu fördern und zu verarbeiten ist. Jahrzehntelange Korruption führte jedoch zu einer Vernachlässigung der Infrastruktur. Hinzu kommt eines der härtesten Sanktionsregime der Welt, das dem Land den Handel erschwert. "Drogengeld kann das leisten" Venezuela steht deshalb kurz vor dem Bankrott – und illegale Geschäfte halten das Regime noch über Wasser. "Ob es darum geht, sicherzustellen, dass Venezuelas Soldaten genug Geld verdienen, um sich zu ernähren; die Loyalität korrupter politischer Führer zu kaufen; oder bewaffnete Gruppen zu motivieren, das Regime zu verteidigen – Drogengeld kann das leisten", heißt es bei "Insight Crime". Laut der Nichtregierungsorganisation Transparencia Venezuela sollen sich die Einnahmen aus dem Drogenhandel in dem Land 2024 auf mehr als 8,2 Milliarden US-Dollar belaufen haben. Wie viele Drogen von Venezuela aus in die USA gebracht werden, beantwortet der Bericht jedoch nicht. Denn auch der Schmuggel Richtung Europa spielt eine bedeutende Rolle. Dass US-Behörden wie die DEA Venezuela nicht als wichtiges Herkunftsland aufführen, ist zumindest ein Fingerzeig darauf, dass die Bedeutung des südamerikanischen Landes insgesamt deutlich geringer sein könnte, als von Trump oft behauptet. Die weite Verzweigung des Schmuggels über mehrere Länder zeigt jedoch auch: Die Zerstörung von mutmaßlichen Drogenbooten in der Karibik wird den Import der Substanzen in die USA wohl nicht aufhalten.














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