Endura MT500 Advanced-Jacke im Test: Schottland-Know How gegen Schietwetter
Die Endura MT500 gilt als absoluter Klassiker unter den Mountainbike-Jacken. Wie gut die neue High End-Variante mit dem Namenszusatz Advanced ist, haben wir in Kombination mit der warmen Thermal Liner Bib getestet.
[toc]
Endura MT500 Advanced-Jacke: Infos und Preise
Seit vielen Jahren ist Endura bekannt für hochwertige, funktionale Klamotten für den Schlechtwetter-Einsatz – kein Wunder, schließlich kommt die Marke aus Schottland, und dort ist Regen praktisch an der Tagesordnung. Wenn das Wetter hierzulande ins Schottische abdriftet, soll die Endura MT500 Advanced die perfekte Jacke für Mountainbike-Abenteuer sein. Dank 3-lagigem Pertex Shield-Gewebe will die Endura MT500 Advanced effektiv Regen und Wind abhalten, gleichzeitig aber auch eine hohe Atmungsaktivität und ein kleines Packmaß bieten. Erhältlich ist die 350 € teure Jacke in den drei Farben Schwarz, Bronze und Limettengrün und sieben Größen von XS bis 3XL. Für Mountainbikerinnen bietet Endura außerdem einen speziellen Frauen-Schnitt an.
- 3-lagige, wasserdichte Hardshell-Jacke
- atmungsaktives, wasserdichtes Pertex Shield-Gewebe
- verstellbare, helmkompatible Kapuze
- zwei Seitentaschen und Innentasche mit Reißverschlüssen
- lasergeschnittene Perforationen unter den Ärmeln
- wasserabweisender 2-Wege-Frontreißverschluss mit zusätzlichem Druckknopfsystem
- 90 Tage Zufriedenheitsgarantie
- Wassersäule 20.000 mm
- Atmungsaktivität 20.000 g/m²/24h
- Gewicht 380 g (Größe L)
- Farben Schwarz / Bronze / Lime
- Größen XS / S / M / L / XL / XXL / 3XL
- Herstellungsland Bangladesch
- www.endurasport.com
- Preis: 350,00 € (UVP) | Bikemarkt: Endura MT500 Adv kaufen
Im Detail
Keine Frage: Die Endura MT500 ist ein echter Klassiker im Kleiderschrank. Vielen Leuten gilt sie noch immer als die Referenz unter den Mountainbike-Jacken. Statt sich auf diesen Lorbeeren auszuruhen, haben die Klamotten-Experten von Endura die Weiterentwicklung fleißig vorangetrieben und kürzlich die neue MT500 Advanced vorgestellt. Diese verfolgt grundsätzlich dieselben Ziele wie die MT500 – wasserdicht, atmungsaktiv, windfest, geringes Packmaß, gut belüftet und durchdachte Features –, setzt dabei aber nicht auf eine ExoShell-Konstruktion, sondern auf ein Pertex Shield-Gewebe.
Bei Pertex Shield handelt es sich um eine High Performance-Membran, die äußerst atmungsaktiv sein soll und gleichzeitig natürlich viel Schutz vor den Elementen bieten will. Die MT500 Advanced setzt auf die dreilagige Pertex Shield-Ausführung mit einer harten Außenschicht und der eigentlichen Pertex-Membran als Mittelschicht. Die Atmungsaktivität liegt bei 20.000 g/m²/24h, während eine Wassersäule von 20.000 mm auch bei starkem Regen für einen trockenen Torso sorgen soll. Gewichtstechnisch bringt die Endura MT500 Advanced in Größe L etwa 380 Gramm auf die Waage.
Kleine, lasergeschnittene Belüftungsöffnungen unter den Armen sollen bei schweißtreibenden Aktivitäten für einen gewissen Frischluft-Zustrom sorgen. Zusätzlich kommt an der MT500 Advanced ein wasserabweisender 2-Wege-Reißverschluss zum Einsatz, sodass man die Jacke im Uphill beispielsweise auch von unten öffnen kann, während der Bereich rund um den Hals geschlossen bleibt. Der Reißverschluss selbst ist wasserabweisend. Dazu befinden sich auf der Innenseite noch 2 Druckknöpfe, sodass man die Jacke auch komplett geöffnet fahren kann, ohne dass sie im Wind umherflattert.
Den nötigen Stauraum bieten zwei große Seitentaschen, die jeweils mit einem Reißverschluss geöffnet und geschlossen werden. Die Seitentaschen können außerdem ebenfalls als Belüftungsöffnungen fungieren. Wertsachen oder den Autoschlüssel transportiert man also am besten in der separaten Innentasche, die ebenfalls mit einem Reißverschluss geschützt ist.
Wie es sich für eine gute Regenjacke gehört, verfügt die Endura MT500 Advanced selbstverständlich über eine Kapuze. Diese ist auch mit größeren Enduro-Halbschalen problemlos kompatibel und lässt sich über das sogenannte SlideLock-System ziemlich unkompliziert in der Weite verstellen. Wird die Kapuze nicht benötigt, kann man sie mit zwei Druckknöpfen am Kragen befestigen. Sie ist so zwar nicht komplett aus dem Weg gerollt, flattert aber trotzdem nicht störend im Wind.
Auf dem Trail
Schlüpft man zum ersten Mal in die Endura MT500 Advanced hinein, fällt direkt der hohe Tragekomfort auf. Das Pertex Shield-Material ist für eine Hardshell-Jacke vergleichsweise dünn und flexibel. Das sorgt dafür, dass sich die Jacke angenehm trägt. Ein weiterer Vorteil des nicht besonders störrischen Materials: Auch bei aufgesetzter Kapuze bekommt man genug von der Umgebung mit, statt permanent nur das Rascheln der Jacke in den Ohren zu haben.
Der Schnitt fällt weder zu locker, noch zu körperbetont aus. Insgesamt ist die Jacke im Bereich der Ärmel und des Rückens länger geschnitten, während der Torso etwas kürzer ausfällt – das mag sich im Alltag etwas komisch anfühlen, macht auf dem Fahrrad aber definitiv Sinn. Mit einer Größe von 185 cm und einem Gewicht von knapp über 90 kg hat mir die Jacke in Größe L auf dem Trail mitsamt dünnem Protektor gut gepasst – größentechnisch fällt die MT500 Advanced also ziemlich normal aus.
Die Passform stimmt also, doch wie sieht es mit dem Schutz vor Elementen aus? Was Nässe angeht, hat die Endura-Jacke einen souveränen Job erledigt. Regentropfen stellen das Pertex Shield-Material vor keine große Herausforderung und auch vor Wind bietet die MT500 Advanced einen ordentlichen Schutz. Erfahrungsgemäß kommt es meiner Meinung nach bei einer Jacke aber auch sehr auf den pfleglichen Umgang an – regelmäßiges Waschen in der Maschine könnte langfristig dazu führen, dass Hardshell-Jacken an Schutzwirkung verlieren können. Hier zeigen wir euch, wie man seine Funktionskleidung am besten pflegt und imprägniert.
Neben dem Schutz vor Wind und Regen soll die verwendete Membran auch eine gute Atmungsaktivität bieten. Zwar verfügt die MT500 Advanced neben dem Hochleistungs-Material auch über (sehr kleine) Belüftungsöffnungen im Bereich der Achseln, aber wenn es schweißtreibend zur Sache ging, war für mich ein Griff an die Taschen und den Hauptreißverschluss notwendig. Prinzipiell erledigen die großen Taschen, die gleichzeitig als Belüftungsöffnungen fungieren, einen guten Job. Bei langen Uphills auf dem unmotorisierten Mountainbike musste ich aber zusätzlich auch den Hauptreißverschluss weit öffnen. Der etwas hakelige Reißverschluss, der an meinem Exemplar gerne mal geklemmt hat, hat mich hier aber das ein oder andere Mal fluchen lassen.
Was man von der MT500 Advanced nicht erwarten darf, ist eine besonders tolle, wärmende Funktion. Am Ende des Tages handelt es sich um eine Hardshell-Jacke ohne besondere Isolationsschicht. Um also nicht ordentlich auszukühlen, ist es ratsam, zu passenden Baselayern und wärmenden Mittelschichten zu greifen. Grundsätzlich muss man sich also die Frage stellen, welche Funktion die Jacke eigentlich erfüllen soll – und ob eine Hardshell-Jacke die optimale Wahl für die jeweiligen Anforderungen ist. Hier kann sich ein Blick ins mehr als umfassende Jacken-Sortiment von Endura durchaus lohnen.
Endura MT500 Thermal Liner Bib Tights: Die perfekte Ergänzung für kalte Tage?
Zugegeben: Bib Tights sind im eher abfahrtsorientierten Mountainbike-Bereich nicht wirklich verbreitet und sehen isoliert betrachtet auch wirklich komisch aus. Die MT500 Thermal Liner Bib Tights ist aber eine ziemlich praktische Ergänzung für nasskalte Tage. Die gepolsterte Trägerhose mit langen Beinen wird unter der Hose und dem Trikot bzw. der Jacke getragen und soll dank thermischem Stretch-Mesh-Körpergewebe für ein wollig-warmes Gefühl sorgen. Gleichzeitig ist das Material wasserabweisend und schnell trocknend.
- lange, gepolsterte Trägerhose mit zusätzlichem Schutz gegen die Elemente
- thermisches Stretch-Mesh-Körpergewebe bietet Wärme, ist schnelltrocknend und leitet Feuchtigkeit ab
- strapazierfähige DWR-Oberfläche gegen Nässe von außen
- Endura 550-Serie Mountain Pad-Polsterung
- elastisch geschnittener Knie-Bereich für Kompatibilität mit Protektoren
- PeePort für praktischen Schnellzugriff auf dem Trail
- 90 Tage Zufriedenheitsgarantie
- Farben Schwarz
- Größen XS / S / M / L / XL
- Herstellungsland China
- www.endurasport.com
- Preis: 140,00 € (UVP) | Bikemarkt: Endura MT500 Thermal Liner Bib Tights kaufen
Der nervigste Teil an der Endura MT500 Thermal Liner Bib ist zweifelsohne das Anziehen – denn hat man sich einmal in Schale geschmissen, will man die Trägerhose an kühlen, nassen Tagen auf dem Bike am liebsten gar nicht mehr ausziehen. Dank hohem Stretch-Anteil und gutem Schnitt ist der Tragekomfort ausgezeichnet und gerade im Bereich der Beine bietet die Trägerhose zusätzliche Wärme bei einem äußerst angenehmen Gefühl. Solange man keine dick auftragenden Downhill-Knieschoner fährt, passen diese übrigens dank lockerem Schnitt im Knie-Bereich gut unter die Trägerhose.
Auch im Nieren- und Hüften-Bereich habe ich die MT500 Thermal Liner Bib als echten Gewinn empfunden. Wenn man nicht gerade mit einem optisch sehr fragwürdigen Onesie fährt, kann am unteren Ende der Jacke gerne mal Kälte eintreten. Die Trägerhose von Endura verhindert das gekonnt. Zudem habe ich den zusätzlichen Schutz vor Matsch und Wasser insbesondere im Bereich des unteren Rückens und der Beine als sehr praktisch empfunden. Das Sitzpolster ist im Vergleich zu Polsterhosen aus dem Rennrad-Bereich zwar eher auf der etwas weicheren Seite, konnte aber auch auf längeren Anstiegen mit einem angenehmen Sitzkomfort überzeugen.
Der Preis von 140 € für die Endura MT500 Thermal Liner Bib Tights mag für Mountainbiker auf den ersten Blick etwas abschreckend wirken, fällt im Vergleich zu Road-Trägerhosen aber durchaus fair aus. Als besonders angenehm habe ich empfunden, dass die MT500 Thermal Liner Bib direkt als erste Schicht für ordentlich Wärme sorgt und gleichzeitig die Feuchtigkeit vom Körper ableitet. Die Kombination aus dieser Bib und einem Funktionsshirt ist meiner Erfahrung nach deutlich effektiver als die klassische Kombi aus Funktionsshirt und Trikot. Lediglich die laut Beschreibung auf der Website vorhandene hohe Latztasche, die Platz für eine Trinkblase oder einen Rückenprotektor bieten soll, habe ich an meiner Ausführung vergeblich gesucht – was schade ist, denn das klingt eigentlich nach einer ziemlich guten Idee! Doch auch so wird mich die Endura MT500 Thermal Liner Bib ziemlich sicher auch in Zukunft bei vielen Mountainbike-Ausfahrten in den kühlen Monaten begleiten.
Fazit – Endura MT500 Advanced MTB-Jacke & MT500 Thermal Liner Bib
Die Endura MT500 Adv-Jacke bietet nicht nur eine gute Passform in Kombination mit einem hohen Tragekomfort, sondern liefert auch in der feucht-fröhlichen Trail-Praxis mit einem sehr soliden Schutz vor den Elementen. Bei schweißtreibenden Uphills hat sich der hakelig zu bedienende Reißverschluss allerdings als etwas störend erwiesen. Ob man nun unbedingt eine Hardshell-MTB-Jacke für über 300 € braucht, ist wohl Geschmackssache. Als wirklich praktische Ergänzung zum Winter-Outfit hat sich derweil die lange MT500 Thermal Liner Bib erwiesen, die für Komfort, Wärme und Schutz vor den Elementen sorgt.
Endura MT500 Advanced MTB-Jacke & MT500 Thermal Liner Bib – Pro / Contra
Stärken
- starker Schutz vor Nässe und Wind
- hoher Tragekomfort und gelungene Schnitte
- gut designte, anpassbare Kapuze
- sehr angenehmer, wärmender und schützender Effekt der Bib
Schwächen
- vergleichsweise hohe Preise
- hakender Haupt-Reißverschluss der Jacke
Was sagst du zum MT500-Lineup von Endura?
