Literatur | Mit diesem Buch gelingt der Dry January: „Eine Frau, die trinkt“ von Colette Andris
In den vermeintlich hedonistischen, modernen und vom Feminismus befeuerten 80ern schrieb Marguerite Duras im Essay- und Interviewbändchen Das tägliche Leben (1987): „Eine trinkende Frau, das ist, wie wenn ein Tier, ein Kind tränke. Der Alkoholismus wird mit der trinkenden Frau zum Skandalon: eine Alkoholikerin, das ist selten, das ist schlimm.“ Meinte Duras wirklich, der Skandal liege allein im Rausch – oder vielmehr darin, dass sich die trinkende Frau dem weiblichen Erwartungsregime entzöge: Kontrolle, Fürsorge, Selbstdisziplin, Verfügbarkeit?
40 Jahre später, so scheint es, ist eine Alkoholikerin nicht mehr so „selten“. Gerade konnte man einen nüchternen Agenturbericht in den Zeitungen lesen, in dem eine Suchtexpertin z
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