Iran-Proteste: Demonstranten übernehmen Kontrolle in zwei Städten
Im Iran erschüttern die größten Massenproteste seit Jahren das Regime von Machthaber Ali Chamenei. Nun sind zwei Städte an die Demonstranten gefallen. Im Iran kommt es derzeit zu den größten Massenprotesten seit Jahren gegen das Regime in Teheran. Bereits 2022 hatten landesweite Demonstrationen breite Bevölkerungsschichten erfasst, nachdem die sogenannte "Sittenpolizei" die 22-jährige Kurdin Mahsa Amini in ihrem Gewahrsam getötet hatte. Nun gehen erneut Zehntausende Menschen auf die Straße und machen ihrem Frust über die dramatische wirtschaftliche Lage sowie die Unterdrückung durch den Sicherheitsapparat von Machthaber Ali Chamenei Luft. Seit Tagen skandieren Demonstrierende Parolen wie "Tod dem Diktator" und "Tod Chamenei". Lokalen Berichten zufolge haben Demonstranten in den beiden Städten Malekshahi und Abdanan in der Provinz Ilam derzeit die Kontrolle übernommen. Proteste im Iran: Wie das Regime in Teheran reagiert Newsblog zur US-Politik: USA entern Tanker der russischen Schattenflotte Das Regime reagiert mit harter Gewalt. Regimetreue Sicherheitskräfte setzen Gummigeschosse und Tränengas gegen die Menschen ein. Nach Angaben iranischer Menschenrechtsorganisationen wurden bislang mindestens 27 Menschen getötet, darunter fünf Kinder. Das Ausmaß der Proteste scheint inzwischen auch die politische Führung in Teheran zu beunruhigen. Wie die britische Zeitung "The Times" berichtet, soll der Oberste Führer Chamenei bereits einen Fluchtplan nach dem Vorbild des ehemaligen syrischen Machthabers Baschar al-Assad vorbereitet haben. Demnach erwägt der 86-Jährige, im Fall eines Kontrollverlusts oder einer Desertion des Militärs gemeinsam mit rund 20 Vertrauten und Familienmitgliedern nach Moskau zu fliehen. In den beiden von Demonstrierenden kontrollierten Städten sollen sich die Sicherheitskräfte inzwischen teilweise zurückgezogen haben. Berichten zufolge legten einige ihre Waffen nieder und schlossen sich den Protesten an.