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Deutschlands Industrie im freien Fall: BDI-Präsident mit düsterer Prognose

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Die deutsche Industrie ringt nach Jahren der Stagnation um eine Trendwende. Jetzt gelingt zwar wieder etwas Wachstum, doch der Industrieverband sieht dunkle Wolken aufziehen. Die deutsche Industrie befindet sich nach Jahren der Schwäche im "freien Fall". So hat BDI-Präsident Peter Leibinger am Dienstag in Berlin die Krise der produzierenden Unternehmen beschrieben. Für die Zukunft zeigte er sich jedoch vorsichtig optimistisch. 2026 werde darüber entscheiden, "ob wir nach Jahren der Stagnation die Basis für einen nachhaltigen Aufschwung legen". Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) rechnet für dieses Jahr mit einem Wachstum der Gesamtwirtschaft von einem Prozent. Die Industrie werde jedoch voraussichtlich schwächer wachsen als die Gesamtwirtschaft, so der Verband. Düstere Stimmung : Landwirte sorgen sich um ihre Zukunft Seltene Erden : "Wir sind extrem verletzlich in diesem Bereich" Leibinger sprach von einer weiterhin fragilen Lage. "Die Dauer der Krise ist viel gravierender als die Tiefe der Krise", sagte er. Unternehmen, die über mehrere Jahre hinweg Rückgänge verkraften müssten, kämen zunehmend an ihre Substanz. Bereits seit 2018 befinde sich die Industrieproduktion in einem Abwärtstrend. "Wenn sich dieser Schwund noch einmal fünf Jahre fortsetzt, dann wird das industrielle Ökosystem in Deutschland nicht mehr intakt sein", warnt Leibinger. Wachstum vor allem durch den Staat Das erwartete Plus von einem Prozent wäre nach drei Jahren nahezu ohne Wachstum ein Hoffnungssignal. Getrieben werde es allerdings vor allem durch staatliche Ausgaben, etwa für Infrastruktur und Verteidigung. Ohne diese Impulse würde Deutschland weiter stagnieren, machte Leibinger deutlich. Private Investitionen blieben dagegen zurückhaltend, auch wegen der unsicheren internationalen Lage. BDI-Hauptgeschäftsführerin Tanja Gönner verwies auf die niedrige Auslastung der Produktionskapazitäten. Zu Beginn des vierten Quartals 2025 seien sie nur zu gut 78 Prozent ausgelastet gewesen, deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt. "Maschinen stehen still, Produktionspotenzial bleibt ungenutzt, Investitionen werden aufgeschoben, Beschäftigung wird abgebaut", sagte Gönner. Die Industrie befinde sich inzwischen in der längsten Phase der Unterauslastung seit Jahren. Risiko neuer US-Zölle Zusätzliche Risiken kommen aus den USA . Präsident Donald Trump hat angekündigt, ab dem 1. Februar Strafzölle auf Waren aus Deutschland und anderen europäischen Nato-Staaten zu verhängen. Ziel ist es, politischen Druck im Streit um Grönland auszuüben. In der Wachstumsprognose des BDI sind diese möglichen Zölle noch nicht berücksichtigt. Neue US-Zölle könnten das Wachstum in Deutschland "erheblich drücken", warnte Leibinger. Bereits die Ankündigung löse Unsicherheit bei Unternehmen und Kunden aus. 2025 waren die deutschen Exporte in die USA infolge höherer Zölle um fast zehn Prozent eingebrochen. Nun will Donald Trump die Zölle noch einmal erhöhen. "30 oder 40 Prozent Zölle führen nicht zu höheren Preisen, sondern dazu, dass schlicht nicht mehr gekauft wird". Das hätte dramatische Folgen für deutsche Unternehmen, befürchtet Leibinger. Europa soll Stärke zeigen Leibinger nannte die Zollandrohungen unangemessen und für alle Seiten schädlich. Europa müsse darauf "einig und selbstbewusst" reagieren. Gleichzeitig warnte er vor einer vorschnellen Eskalation. "Der Gesprächsfaden muss immer bestehen bleiben", sagte er. Scharfe Gegenmaßnahmen wie Gegenzölle oder sogenannte Anti-Zwangs-Instrumente solle die EU zunächst in der Hinterhand behalten. Neben Gegenzöllen könnte die EU auch Beschränkungen für amerikanische Digitalkonzerne einführen. Leibinger machte jedoch auf die engen Abhängigkeiten von den USA aufmerksam, besonders bei Künstlicher Intelligenz und Cloud-Diensten. "In diesen Bereichen sind wir fast zu 100 Prozent von den USA abhängig und es wäre naiv zu glauben, dass Europa in diesen Bereichen kurzfristig vollständige Autonomie aufbauen kann." Er empfahl im Umgang mit den USA einen "wertebasierten Pragmatismus". Deutschland fällt international ab Im internationalen Vergleich bleibt Deutschland zurück. Für den Euroraum erwartet der BDI ein Wachstum von 1,1 Prozent, für die EU von 1,4 Prozent. Die Weltwirtschaft dürfte um mehr als drei Prozent zulegen. Deutschland bewege sich damit nur im unteren Mittelfeld. Gönner kommentierte dazu: "Es sollte klar sein, dass das unserem Anspruch nicht gerecht wird". Deutschland drohe so seine Relevanz zu verlieren. Wie angespannt die Lage ist, zeigt sich etwa in der deutschen Stahlindustrie. Die Branche verzeichnete 2025 mit 34,1 Millionen Tonnen den niedrigsten Rohstahl-Ausstoß seit dem Krisenjahr 2009. Die Kapazitätsauslastung fiel unter 70 Prozent und damit unter die Schwelle, die als wirtschaftlich tragfähig gilt. Die Wirtschaftsvereinigung Stahl forderte, dass 2026 zum Jahr der Standortsicherung werden müsse. Forderungen an Politik und Unternehmen Der BDI fordert von der Bundesregierung mehr Tempo bei Strukturreformen. Leibinger nannte mehrere Bereiche, in denen es großen Handlungsbedarf gebe. Darunter zählte er unter anderem einen konsequenten Bürokratieabbau, schnellere Genehmigungsverfahren für Industrieanlagen, günstigere Energie sowie Reformen der Sozialversicherungen. Auch eine frühere Senkung der Unternehmenssteuern könne Wachstumsimpulse setzen. Zugleich sieht Leibinger die Industrie selbst in der Pflicht. So sei auch in den Unternehmen selbst Bürokratie ein Thema. "Das risikoaverse Denken zieht sich durch das ganze Land, das macht ja nicht am Fabriktor halt", so Leibinger. Die Industrie müsste schlanker, agiler und widerstandsfähiger werden, etwa durch breiter aufgestellte Lieferketten. Rückblickend seien in den Jahren von 2000 bis 2020, in denen außergewöhnlich günstige Bedingungen herrschten, Kostenstrukturen entstanden, die heute nicht mehr tragfähig seien. Entscheidend sei nun, dass Politik und Wirtschaft gemeinsam handeln. "Geschwindigkeit ist der entscheidende Faktor", sagte Leibinger.














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