Dividenden richtig nutzen: So profitieren Anleger vom Renditeturbo
Viele Aktionäre freuen sich über hohe Gewinnausschüttungen ihrer Unternehmen. Clever wäre es aber, diese Dividenden zu reinvestieren. Ganz langsam nimmt in den kommenden Tagen die Dividendensaison Fahrt auf. Erste Hauptversammlungen von Unternehmen, deren Geschäftsjahr zum 30. September endet, stehen an und damit auch die Zahltage für Aktionäre. Ihre Hochzeit hat die Dividendensaison aber erst im April und Mai. Auch wenn die Ausschüttungen deutscher Konzerne keinen neuen Rekord markieren werden, erreichen sie mit 52,9 Milliarden Euro in etwa das Niveau des Vorjahres, prognostiziert die Fondsgesellschaft Deka. Und auch in Europa werden die Dividenden sprudeln. Dividenden als wichtiger Renditefaktor Freuen Sie sich auch immer, wenn Dividenden auf Ihrem Konto gutgeschrieben werden? Oder wenn börsengehandelte Indexfonds ( Exchange Traded Funds, ETFs ) und aktiv gemanagte Fonds die Erträge ausschütten? Dividenden sind eine feine Sache und für viele ein willkommenes passives Einkommen . Sie machen auch einen Großteil unserer Rendite als Aktionäre aus. Vor allem dann, wenn wir sie wieder investieren oder am besten gleich ETFs und Fonds wählen, die die Dividenden gar nicht erst ausschütten, sondern automatisch wieder anlegen. Thesaurieren nennt man das im Börsendeutsch. Dann zünden die Dividenden einen wahren Renditeturbo. Besonders deutlich wird das, wenn Sie den Dax-Performanceindex mit dem Dax-Kursindex vergleichen. Der Preisindex gibt die reine Kursentwicklung der im Index enthaltenen Aktien wieder. In den Performanceindex werden die Dividenden rein rechnerisch reinvestiert. Und das zahlt sich richtig aus. Während dieser Dax bei knapp unter 25.000 Punkten notiert, liegt der Kursindex nur bei etwas mehr als 9.000 Punkten. Gestartet sind beide im Sommer 1988 bei 1.000 Punkten. Nicht schlecht, oder? Der Anteil von Dividenden an unserer Gesamtrendite wird oft unterschätzt. Das zeigt auch eine aktuelle Studie von Allianz Global Investors (AGI). Die Experten haben die Gesamtrendite – also inklusive Dividenden – mit den Kursindizes für verschiedene Aktienmärkte verglichen. Der Dax-Performanceindex kommt über 20 Jahre auf eine annualisierte Performance von mehr als acht Prozent. Der Kursindex schafft gerade mal knapp fünf Prozent. Ähnlich deutlich fällt der Unterschied für den Schweizer und den französischen Aktienmarkt aus. In den USA , wo traditionell etwas geringere Dividenden gezahlt werden, fällt der Renditeturbo deutlich geringer aus. Lieber thesaurierend als ausschüttend Fakt ist aber: Es ergibt viel Sinn, Dividenden zu reinvestieren und das Geld weiter arbeiten zu lassen. Deshalb wähle ich in der Regel thesaurierende ETFs. Wer aber auf Dividenden als passives Einkommen setzen möchte, der wählt die ausschüttende Variante. Auch das ist eine feine Sache, wie Berechnungen aus der AGI-Studie zeigen: Angenommen, Sie hätten vor zehn Jahren 100.000 Euro in den Stoxx Europe 600 angelegt, ein breit diversifizierter Index für den europäischen Aktienmarkt. Gemessen an den zwischenzeitlich erfolgten Dividendenausschüttungen hätten Sie über den gesamten Zeitraum knapp 42.000 Euro vereinnahmen können. Gleichzeitig wäre der ursprünglich angelegte Betrag (gemessen am Kursindex) von 100.000 auf etwa 168.000 Euro angestiegen. Ein schönes Zusatzeinkommen und eine satte Rendite! Ich bin ein großer Fan von Dividenden und von der Dividendenstrategie, die ich über einen ETF abbilde. Auch bei diesem Baustein setze ich auf Risikostreuung. Dabei setze ich auf einen Index, in dem die sogenannten Dividendenaristokraten gelistet sind. Das sind Aktien von Unternehmen, die über viele, viele Jahre lang ihre Dividenden stabil gehalten oder regelmäßig erhöht haben. Ob ausschüttend oder thesaurierend – Dividenden sind ein wichtiger Renditefaktor. Wenn sie reinvestiert werden, zünden sie einen wahren Renditeturbo. Und den sollten Sie sich nicht entgehen lassen.