Ab dem 3. Februar muss sich Marius Borg Høiby vor Gericht verantworten. Besonders die Aussagen von Frauen aus seinem Umfeld werden im Prozess ins Gewicht fallen. Marius Borg Høiby , der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit und Stiefsohn von Kronprinz Haakon, wurde von der Staatsanwaltschaft in 38 Punkten angeklagt. Die schwersten der Vergehen betreffen Frauen, mit denen er in Kontakt stand. "Dana Press" listet die Anklagepunkte auf und spricht von vier Vergewaltigungen, Misshandlung einer ehemaligen Lebensgefährtin, mehreren Gewalttaten, Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung, Verstößen gegen ein Kontaktverbot gegenüber einer anderen Lebensgefährtin, unerlaubte Videoaufnahmen von Genitalien mehrerer Frauen, Morddrohungen, Beleidigung der Polizei und Verkehrsverstöße. Ihm drohen bis zu 16 Jahre Gefängnis. Überraschende Wende: Mette-Marit taucht während Prozess um Sohn unter Prozess verschlingt hohe Summen: So viel kassieren Marius Borg Høibys Anwälte Ab dem 3. Februar soll in 24 Prozesstagen über sieben Wochen hinweg über Høiby entschieden werden. Der letzte Prozesstag ist derzeit für den 19. März angesetzt. Das Verfahren soll grundsätzlich öffentlich stattfinden. "Wir haben lediglich um eine nichtöffentliche Verhandlung für den Teil des Verfahrens gebeten, der Høibys gesundheitliche Situation betrifft", erklärte sein Anwalt Petar Sekulic der norwegischen Zeitung "Dagbladet". Darunter fallen womöglich auch die Suchtbehandlungen, in die er sich mehrfach begeben haben soll. Doch auch mehrere Zeugenaussagen sollen hinter verschlossenen Türen stattfinden. 53 Zeugen wurden vorgeladen, darunter sieben Klägerinnen, Freunde von Marius, Freunde der Geschädigten, Promis und ein Psychologe. Besonders brisant werden die Aussagen der Frauen aus seinem Umfeld. Sie spielen eine wichtige Rolle in dem Prozess. Das sind die wichtigsten Namen. Nora Haukland Die norwegische Reality-TV-Bekanntheit und Influencerin brachten den Fall ins Rollen und erhob als erste schwere Vorwürfe. Haukland und Høiby waren von Herbst 2022 bis Sommer 2023 liiert. Ihr soll der 29-Jährige psychische und physische Gewalt angetan haben. "Die Gewalt bestand unter anderem darin, ihr wiederholt ins Gesicht geschlagen zu haben, unter anderem mit geballter Faust, sie zu würgen, zu treten und hart zu packen“, so die Staatsanwaltschaft in der Anklage. Er soll Haukland angegriffen und ihre Wohnung verwüstet haben. Nach mehreren Vernehmungen bei der Polizei schrieb Haukland auf Snapchat: "Ich bin gestern und heute verhört worden, und heute hatte ich meine letzte Vernehmung. Es ist nicht nur ermüdend, weil vieles besprochen wird, es ist ermüdend, weil man sich mit Emotionen, Traumata und allem, was das Gehirn verdrängt hat, auseinandersetzen muss." Ihre Aussagen sollen von mehreren Personen aus ihrem Umfeld gestützt werden. Anniken Jørgensen Sie stand zwar in keiner Liebesbeziehung zu Høiby, ist aber eine enge Freundin von Nora Haukland. In Norwegen genießt Jørgensen einen tadellosen Ruf. Sie ist Unternehmerin, Buchautorin und seit 2024 verheiratet. Sie wird vor Gericht womöglich einiges einordnen können und wird nur schwer zu diskreditieren sein. Sophie Elise Isachsen Auch sie ist eine Freundin von Haukland und steht als Influencerin und Podcasterin in der Öffentlichkeit. 2023 sorgten die beiden Frauen für einen Skandal. Auf einem gemeinsamen Instagram-Partyfoto war Haukland mit einem Beutel mit weißem Pulver zu sehen. Später bestätigte Høiby, dass das Koks ihm gehörte. Somit weiß Isachsen offenbar Näheres über Høiby und seine Sucht. Sie kann wohl ebenfalls bezeugen, wie er sich in Rauschzuständen verhält, und damit vor Gericht von Bedeutung sein. Caroline Nitter Die Influencerin ist ebenfalls eine enge Freundin von Nora Haukland. Sie wird deren Aussage voraussichtlich zusätzlich stützen. Linni Meister Die Moderatorin steht in Zusammenhang mit dem schwersten Vorwurf. Sie wirft Høiby Vergewaltigung vor. Lange waren Meister und Høiby befreundet. Eigentlich hatte sie ihn sogar verteidigen wollen und war zur Polizei gegangen, um ein gutes Wort für ihn einzulegen. Dort wurde sie jedoch mit Beweisen konfrontiert, die sie selbst als Opfer zeigten. 2018 soll er sie im Schlaf missbraucht und dabei gefilmt haben. Seither nimmt die 40-Jährige kein Blatt vor den Mund. In ihrem Podcast "Puppen og Lillemor" schimpfte sie: "Er hat keinen Respekt vor sich selbst oder seiner Familie. Nicht einmal vor uns, den Opfern. Das ist verletzend." Ihre Aussage könnte vor Gericht entscheidend sein. Mia Gundersen Die Schauspielerin und Sängerin ist eine enge Freundin von Linni Meister, gemeinsam betreiben sie den Podcast "Puppen og Lillemor". Sie ist im Prozess keine Klägerin, sondern wird Meisters Aussagen stützen. Sie kann vermutlich ihren damaligen Zustand und die Auswirkungen der Belastung schildern. Juliane Snekkestad Sie galt lange als eine der wichtigsten Zeuginnen, doch letztlich wird die 30-Jährige nicht vor Gericht aussagen. Sie war vier Jahre lang mit Høiby liiert, trat mit ihm sogar bei royalen Events auf. Auch sie sprach später von psychischer und physischer Gewalt, machte im Prozess aber einen Rückzieher. Auf Instagram erklärte sie: "Das Ausmaß dieses Falles war für mich und die Menschen in meinem Umfeld eine extrem große Belastung und Herausforderung. Und ich habe das Gefühl, dass ich an diesem Punkt meiner eigenen Psyche und Gesundheit den Vorrang geben muss, anstatt zu klagen und diesen Kampf möglicherweise in einem Gerichtsverfahren fortzusetzen." Dennoch hoffe sie, dass "die Wahrheit und die Gerichtigkeit am Ende siegen werden". Zusätzlich betonte Snekkestad: "Das Einzige, was für mich wichtig war, war, die Wahrheit zu sagen und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass so etwas in Zukunft keinem anderen Mädchen mehr passiert. Und ich hoffe, dass ich vielleicht dazu beigetragen habe." Ihre Äußerungen könnten trotz ihrer Abwesenheit im Prozess Høibys Bild prägen.