Rita Süssmuth ist tot: Steinmeier ordnet Staatsakt an – Merkel äußert sich
Bundespräsident Steinmeier verkündet einen außerordentlichen Trauerstaatsakt für Rita Süssmuth. Angela Merkel würdigt die Verdienste der CDU-Politikerin. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat für die verstorbene frühere Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth einen Trauerstaatsakt angeordnet. Das teilte die Sprecherin Steinmeiers am Montag auf AFP-Anfrage mit. Ein Termin stehe noch nicht fest. Die CDU-Politikerin war am Sonntag im Alter von 88 Jahren gestorben. Ein Trauerstaatsakt ist in der Bundesrepublik eine seltene Ehrerbietung. Zuletzt wurde ein solcher im Februar 2025 für den früheren Bundespräsidenten Horst Köhler abgehalten. Bislang erhielten nur zwei Frauen diese Würdigung: Süssmuths Vorgängerin und erste Bundestagspräsidentin Annemarie Renger (SPD) im März 2008 sowie die frühere Bundesfamilienministerin Aenne Brauksiepe (CDU) im Januar 1997. Trauer um CDU-Politikerin: Ex-Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth ist tot Nachruf auf Rita Süssmuth: Sie litt unter ihrem Kanzler Merkel: "Sie benannte die Defizite schonungslos" Auch Altkanzlerin Angela Merkel würdigte Süssmuths Lebenswerk. "Ich trauere um Rita Süssmuth – eine leidenschaftliche Politikerin, die sich Zeit ihres Lebens für mehr Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft einsetzte", heißt es in einer Erklärung des Büros von Merkel. Als Bundesgesundheitsministerin habe Süssmuth in den 1980er Jahren "mutig und gegen viele Widerstände für die Enttabuisierung und die Prävention von HIV/Aids gekämpft". Merkel hob zudem Süssmuths Rolle als Bundestagspräsidentin hervor: Sie habe sich "für eine lebendige Debattenkultur und die Rechte der parlamentarischen Minderheiten eingesetzt". Besonders geprägt habe Süssmuths politisches Wirken der Einsatz für Gleichberechtigung. "Sie benannte die Defizite schonungslos. Dabei machte sie vielen Mut – so auch mir Anfang der 1990er Jahre als Frauenministerin", so Merkel. Süssmuth sei eine Vorkämpferin für die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie gewesen, etwa durch den Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz, und habe sich für die Verankerung der tatsächlichen Gleichberechtigung von Frauen und Männern im Grundgesetz eingesetzt. "Rita Süssmuths Stimme wird fehlen, auch mir", erklärte Merkel. Ihr Andenken könne bewahrt werden, "indem wir uns weiter für ihre Herzensanliegen engagieren".