Form ist Haltung: 5 Meisterwerke, die wie Jon Fosse durch ihre radikalen Formen bestechen
1. Rebellische Kleinbuchstaben: Ronald M. Schernikaus „Kleinstadtnovelle“
Bevor das Wort „Coming-out“ in aller Runde war, hat Ronald M. Schernikau darüber ein bis heute wichtiges Buch geschrieben. 1980 veröffentlicht, erzählt der damals 19jährige in seinem Prosadebüt Kleinstadtnovelle von der Herausforderung, sich als Jugendlicher zur eigenen Homosexualität zu bekennen. Der Text, so der bereits im Alter von 31 Jahren an AIDS verstorbene Autor, sei ein Versuch gewesen, sich „zu wehren“, was sich auch an der eigenwilligen, durchaus rebellischen Ästhetik abliest, ist er doch vollständig in Kleinbuchstaben verfasst.
Der Provokateur selbst erklärt die Strategie recht banal: „Das geht auf der Schreibmaschine ein
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