Festgeld-Zinsen steigen wieder: So haben sich die Zinsen entwickelt
Die Europäische Zentralbank hält die Zinsen stabil, trotzdem werden die Angebote für Sparer langsam wieder attraktiver. Obwohl sich auf höchster Ebene der Europäischen Zentralbank (EZB) seit einigen Monaten kaum noch etwas tut, steigen die Festgeldzinsen seit Mai 2025 nach und nach wieder an. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Vergleichsportals Verivox . Im Schnitt liegen die Zinsen beim langjährigen Festgeld (10 Jahre) aktuell bei 2,49 Prozent – ein Viertelprozent über den Werten vom Vorjahr. Zweijährige Termingelder bringen durchschnittlich 2,06 Prozent und Tagesgelder 1,29 Prozent Zinsen, so Verivox. Im Vergleich zu Herbst 2023, als die Zinsen den Höhepunkt der vergangenen fünf Jahre erreichten, sind sie bei Fest- und Tagesgeld allerdings deutlich gesunken. Trotzdem sieht Verivox aktuell wieder einen Trend zu steigenden Festgeldzinsen. Festgeldzinsen steigen, Tagesgeld bleibt stabil "Zwar hält die Europäische Zentralbank ihre Leitzinsen seit letztem Sommer konstant", sagt Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH. "Doch auf die Entwicklung der Festgelder mit längeren Laufzeiten haben neben der Geldpolitik der Notenbank vor allem die langfristigen Kapitalmarktzinsen entscheidenden Einfluss, und die sind zuletzt deutlich gestiegen." Die Entwicklung dürfte sich aufgrund der Schuldenpolitik der Bundesregierung auch so fortsetzen, prognostiziert Maier. "Die hohen schuldenfinanzierten Staatsausgaben dürften die Anleiherenditen auch in den kommenden Monaten treiben. Deshalb sehen wir bei den Sparanlagen mit längeren Laufzeiten auch in der nächsten Zeit das größte Potenzial für steigende Zinsen." Sparkassen zahlen niedrige Zinsen Auch beim Tagesgeld gab es in den vergangenen Monaten bei den Banken einen Kampf um Kunden. Die Zahl der Aktionszinsen, bei denen Neukunden für einen kürzeren Zeitraum höhere Zinsen aufs Tagesgeld erhalten konnten, ist stark gestiegen. Bei 13 Banken können Neukunden über 3 Prozent Zinsen aufs Tagesgeld bekommen. Anders sieht es bei vielen Sparkassen und Genossenschaftsbanken aus: Die örtlichen Sparkassen zahlen im bundesweiten Durchschnitt 0,37 Prozent aufs Tagesgeld. Bei regionalen Genossenschaftsbanken wie den lokalen Volks- und Raiffeisenbanken liegen die Zinsen mit 0,42 Prozent etwas höher, so Verivox. Wer sein Geld vor Entwertung durch Inflation schützen will, kann am Kapitalmarkt höhere Renditen erzielen. Das eignet sich insbesondere für Personen, die das Geld langfristig zur Seite legen können.