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Deutschlands Industrie mit Auftragsplus: Wendepunkt oder Waffen-Boom?

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Deutschlands Industrie steht unter Druck. Bewirken staatliche Investitionen jetzt eine Trendwende? Ein tieferer Blick in die Statistik dürfte vor allem Autobauer ernüchtern. Deutschlands Konjunkturexperten klingen euphorisch: Als "fulminanten Auftragsschub" wertete der wissenschaftliche Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung, Sebastian Dullien, die jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes zur Auftragslage der deutschen Industrie. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) sieht in ihnen einen "Hoffnungsschimmer, dass der Wendepunkt in der Industriekonjunktur endlich erreicht ist". Geht es jetzt also bergauf für die breite Masse der Industrieunternehmen in Deutschland? Ein genauerer Blick in die Statistik dürfte die Euphorie dämpfen, denn das Auftragsplus ist auf einen umstrittenen Sektor zurückzuführen. Starker Dezember: Deutsche Exporte steigen 2025 überraschend deutlich Tausende neue Fahrzeuge: Die Bundeswehr rüstet massiv auf Am Donnerstag teilte das Statistische Bundesamt mit, dass das Ordervolumen in Deutschlands Industrie im Dezember im Vergleich zum Vormonat um 7,8 Prozent anstieg. Verglichen mit dem Vorjahresmonat stieg es gar um 13 Prozent. Nach vorläufigen Daten erreichte dieser Auftragseingang damit das höchste Niveau seit Februar 2022. Bereits in den Monaten zuvor hatte sich die Auftragslage deutlich verbessert; den Novemberwert korrigierten die Statistiker am Donnerstag leicht auf plus 5,7 Prozent zum Vormonat nach oben. Ein Blick auf das Ordervolumen abzüglich von Großaufträgen zeichnet allerdings ein anderes Bild: Ohne deren Berücksichtigung liegt das Auftragsplus im Dezember lediglich bei 0,9 Prozent im Vergleich zum Vormonat. In diesem Kontext klingt die Bewertung der Zahlen durch die DIHK schon zurückhaltender: "Zwar sind die Zuwächse stark von Großaufträgen geprägt, aber auch ohne Großaufträge ist ein schwacher Aufwärtstrend erkennbar", sagte DIHK-Konjunkturexperte Jupp Zenzen. Auftragsplus basiert auf Staatsinvestitionen Um welche Großaufträge handelt es sich also, die die Industriestatistik so beflügeln? Das Bundeswirtschaftsministerium verweist zunächst auf staatliche Investitionen: "Bereits seit einigen Monaten führen inländische Großaufträge – insbesondere in Verbindung mit öffentlichen Beschaffungen im Rahmen der Modernisierung der Bundeswehr wie auch mit Aufträgen im Rahmen des Sondervermögens Infrastruktur und Klimaneutralität – zu Ausschlägen bei den monatlichen Auftragseingängen", erklärte das Ministerium in Berlin . Um das Kind beim Namen zu nennen: Die Großaufträge fließen zu einem großen Teil in Rüstung. Bereits im Haushalt 2025 erreichte der Verteidigungsetat des Bundes mit 86,37 Milliarden Euro einen neuen Rekord, in diesem Jahr sollen Deutschlands Verteidigungsausgaben auf 108,2 Milliarden Euro und damit auf einen erneuten Höchststand seit Ende des Kalten Krieges steigen. Das Auftragsplus sei einmal mehr der Rüstungsindustrie zu verdanken, erklärte auch Thomas Gitzel, Chefvolkswirt bei der Liechtensteiner VP Bank. Der Bund dürfte seine Bestellungen für Verteidigung zum Jahresende 2025 deutlich erhöht haben. Ökonom Robin Winkler von Deutsche Bank Research merkte zudem an, die Inlandsaufträge für Waffen und Munition hätten in den letzten beiden Monaten des Jahres 2025 ein beispielloses Niveau erreicht, das mehr als 20-mal über dem Durchschnitt vor 2022 gelegen habe. Das spiegelt sich in den Aufträgen für deutsche Rüstungsunternehmen wider. Ein Blick in die Bekanntmachungen von Deutschlands größtem Rüstungskonzern Rheinmetall im Dezember: 8. Dezember: Auftragseingang der Bundeswehr für Panzermunition für deutsche Streitkräfte – Auftragswert: "mehrere Hundert Millionen Euro" 10. Dezember: Auftragseingang der Nato Support & Procurement Agency für Kampfwertsteigerung britischer Mehrfachraketenwerfer – Auftragswert: "im mittleren einstelligen Millionen-Euro-Bereich" 11. Dezember: Auftragseingang der Bundeswehr für weitere Sprechsätze mit Gehörschutzfunktion – Auftragswert: "über 130 Millionen Euro" 12. Dezember: Auftragseingang des niederländischen Verteidigungsministeriums für mobile Luftverteidigungssysteme – Auftragswert: "im hohen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich" Die Liste ließe sich fortsetzen. Die inländischen Aufträge des Konzerns beziehen sich dabei auch auf mehrere Rahmenverträge der Bundeswehr mit Rheinmetall, die insgesamt ein Volumen von mehreren Milliarden Euro umfassen. Deutliches Plus bei "Metallerzeugnissen" In der Mitteilung des Statistischen Bundesamts für Dezember liest sich diese Entwicklung nüchterner: "Die positive Entwicklung des Auftragseingangs im Verarbeitenden Gewerbe im Dezember 2025 ist zu einem großen Teil auf die deutlichen Anstiege bei der Herstellung von Metallerzeugnissen (saison- und kalenderbereinigt +30,2 Prozent zum Vormonat) und im gewichtigen Maschinenbau (+11,5 Prozent) zurückzuführen", heißt es. Zu der Herstellung von Metallerzeugnissen zählt laut geltender Klassifikation der Wirtschaftszweige auch die Herstellung von Waffen und Munition. Abseits von "Metallerzeugnissen" wirkten sich Zuwächse in der Herstellung von elektrischer Ausrüstung (+9,8 Prozent) sowie in der Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen (+5,7 Prozent) positiv auf das Gesamtergebnis der Auftragslage aus. Ein Blick in die Details dürfte die Stimmung von Deutschlands Autobauern dämpfen: Diese verbuchten laut Statistischem Bundesamt im Dezember einen Rückgang beim Auftragseingang in Höhe von minus 6,3 Prozent. Auch im "Sonstigen Fahrzeugbau" (Flugzeuge, Schiffe, Züge, Militärfahrzeuge) sanken die Auftragseingänge um 18,7 Prozent gegenüber dem hohen Niveau des Vormonats. Dennoch habe es auch hier wieder "umfangreiche Großaufträge" gegeben, erklärte das Statistische Bundesamt. Aufträge aus dem Inland befeuern Statistik Und wer trieb das insgesamt gestiegene Ordervolumen? "Die stärkste Nachfragedynamik kam erneut aus dem Inland", hob das Wirtschaftsministerium hervor. Während die Orders aus der Eurozone verglichen mit November leicht zurückgingen, zog gleichwohl auch die Nachfrage aus Ländern außerhalb der Eurozone im Dezember kräftig an. Die Auftragseingänge aus dem Ausland entwickelten sich aber "angesichts der handels- und geopolitischen Unwägbarkeiten tendenziell schwächer und unter stärkeren Schwankungen", erläuterte das Ministerium. "Besonders das Plus bei den Bestellungen aus EU-Drittstaaten zeigt, wie wichtig es für die deutsche Industrie ist, über weitere Freihandelsabkommen neue Märkte besser zu erschließen", fügte Zenzen hinzu. Zugleich wies er darauf hin, dass die Industrie weiter unter "großen strukturellen Problemen" leide. Weitere Reformschritte der Regierung seien hier unerlässlich.














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