Unerwartete Kosten treffen viele hart: 21 Prozent der Deutschen könnten 1.000 Euro nicht zeitnah bezahlen. t-online erklärt, wie Sie dem vorbeugen. Eine defekte Waschmaschine, eine hohe Nebenkostenabrechnung oder eine Autoreparatur: Solche ungeplanten Ausgaben gehören für viele Menschen zum Alltag. Und sie kommen meist dann, wenn man sie am wenigsten gebrauchen kann. Eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Teambank zeigt, wie schnell finanzielle Stabilität ins Wanken geraten kann. Demnach wären 21 Prozent der Deutschen aktuell nicht in der Lage, eine ungeplante Rechnung in Höhe von 1.000 Euro zeitnah zu bezahlen. Sie müssten sich Geld leihen oder hätten gar keine Möglichkeit, den Betrag kurzfristig aufzubringen. 1.000 Euro sind zwar viel Geld, aber keineswegs eine außergewöhnliche Summe. Gerade bei Reparaturen oder Nachzahlungen können solche Beträge schnell zusammenkommen. Wer in solchen Momenten keine Rücklagen hat, gerät schnell unter Druck und trifft womöglich Entscheidungen, die später teuer werden. t-online erklärt, wie Sie sich dagegen wappnen. Notgroschen ist der wichtigste Schutz Finanzexperten raten dazu, einen sogenannten Notgroschen aufzubauen . Gemeint ist eine finanzielle Reserve, die ausschließlich für unerwartete Ausgaben gedacht ist. Als Faustregel gilt: Mindestens drei Nettomonatsgehälter sollten kurzfristig verfügbar sein. Wer selbstständig ist oder ein schwankendes Einkommen hat, sollte eher sechs Monatseinkommen anpeilen. Doch wie schafft man das? Viele Menschen glauben, sie könnten gar nichts sparen. Doch um Rücklagen aufzubauen, braucht es nicht zwingend große Beträge. Entscheidend ist Regelmäßigkeit. Schon 25 oder 50 Euro im Monat können langfristig einen Unterschied machen. Nach einem Jahr sind daraus einige Hundert Euro geworden – genug, um kleinere Reparaturen oder Nachzahlungen abzufedern. Am besten funktioniert das, wenn Sie das Sparen automatisieren. Wer einen Dauerauftrag einrichtet und direkt nach Gehaltseingang eine bestimmte Summe spart, muss nicht jeden Monat neu entscheiden. Das Geld ist dann aus den Augen und wird nicht versehentlich für andere Dinge ausgegeben. Hilfreich ist auch eine Übersicht, um herauszufinden, wo Geld verloren geht. Kleine Einsparungen – etwa bei Abos, Verträgen oder unnötigen Ausgaben im Alltag – summieren sich schnell. Führen Sie dazu am besten ein Haushaltsbuch . Besser Tagesgeld als Girokonto Wichtig ist auch, alle Möglichkeiten zu nutzen, mehr aus Ihrem Geld zu machen. Viele Menschen lassen ihre Rücklagen einfach auf dem Girokonto liegen. Das mag bequem sein, hat aber Nachteile: Zum einen ist das Geld ständig sichtbar und wird dadurch leichter ausgegeben. Zum anderen bringen Girokonten meist kaum Zinsen. Sinnvoller ist es, den Notgroschen auf ein separates Tagesgeldkonto zu legen. Das Geld bleibt dort jederzeit verfügbar, ist aber klar vom Alltagskonto getrennt. Allein dieser Abstand hilft vielen, die Rücklagen nicht "aus Versehen" anzutasten. Zusätzlich gibt es häufig bessere Zinsen als auf dem Girokonto. Welche Bank aktuell das beste Tagesgeldangebot macht, lesen Sie hier. So füllen Sie Monat für Monat Ihren Notgroschen auf. Steht diese Finanzreserve, können Sie größere Sparziele verfolgen und beispielsweise mithilfe eines ETF-Sparplans fürs Alter vorsorgen . Was tun, wenn die Rechnung schon auf dem Tisch liegt? Kommt die Belastung, bevor Sie Rücklagen aufbauen konnten, ist es wichtig, schnell zu reagieren. Wer frühzeitig Kontakt zum Anbieter aufnimmt, kann oft eine Ratenzahlung vereinbaren oder eine Fristverlängerung erreichen. Viele Unternehmen sind gesprächsbereit. Aber nur, wenn Sie nicht bis zur ersten Mahnung damit warten. Laut der Teambank-Umfrage finanzieren neun Prozent der Befragten ungeplante Ausgaben über den Dispo . Das ist oft die schnellste Lösung, aber auch eine der teuersten. Denn viele Banken verlangen dafür Zinsen in zweistelliger Höhe . Wer den Dispo nur kurz nutzt, merkt das kaum. Bleibt das Konto jedoch über Wochen oder Monate im Minus, können schnell hohe Zusatzkosten entstehen. Ratenkredit statt Dispo Wird das zum Dauerproblem, kann sich ein Ratenkredit lohnen, um das Haushaltsbudget zu entlasten. Nach einer Auswertung des Vergleichsportals Verivox können Sie mehrere Hundert Euro sparen , wenn Sie mit 4.000 Euro im Dispo sind und auf einen vierjährigen Ratenkredit umschulden. Bei besonders hohen Zinssätzen sind sogar bis zu 740 Euro Ersparnis drin. Lesen Sie hier, was Ratenkredit und Dispo voneinander unterscheidet. Wer merkt, dass sich mehrere Rechnungen stapeln oder das Guthaben auf dem Konto dauerhaft nicht mehr reicht, sollte außerdem grundsätzliche Hilfe in Anspruch nehmen, um seine Schulden loszuwerden . Schuldnerberatungen bieten oft kostenlose Unterstützung an.