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Bildungsurlaub 2026: Stressbewältigung boomt, viele nutzen Anspruch nicht

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Die Debatte um längere Arbeitszeiten läuft, doch beim Bildungsurlaub zeigt sich: Viele kämpfen schon jetzt mit Überlastung und setzen auf Erholungskurse. In Politik und Wirtschaft läuft eine alte Diskussion wieder heiß: Müssen die Deutschen länger arbeiten, um die Konjunktur anzuschieben? Braucht es mehr Wochenstunden, weniger Teilzeit , weniger "Work-Life-Balance" und dafür mehr Leistung? Wer sich anschaut, wofür Beschäftigte ihren Anspruch auf Bildungsurlaub nutzen, bekommt allerdings den Eindruck, dass die Arbeit bereits jetzt auf die Gesundheit schlägt: Denn die bezahlte Zeit für Weiterbildung wird in Deutschland zunehmend zur Präventionsmaßnahme. Das zeigt der "Bildungsurlaub Trendbericht 2026" der Plattform bildungsurlauber.de, der t-online vorab vorliegt. Gesundheit ist Top-Thema beim Bildungsurlaub Demnach nahmen 2025 so viele Angestellte wie nie zuvor Bildungsurlaub – rund 1,2 Millionen Menschen, ein Plus von 14 Prozent. Gesundheit war dabei das dominierende Thema. Mehr als die Hälfte der Buchungsanfragen entfiel auf "Gesundheit & Stressbewältigung" (56 Prozent). Weitere stark nachgefragte Bereiche waren "persönliche und berufliche Entwicklung" (42 Prozent) sowie "Sport, Fitness, Yoga" (32 Prozent). Ein Bildungsurlaub kann mehreren Themengebieten zugeordnet werden. Bildungsurlaub scheint damit für viele nicht mehr hauptsächlich eine Möglichkeit zu sein, sich fachlich weiterzubilden, sondern eine Strategie gegen Überlastung. "Mentale und physische Gesundheit wird für Angestellte zur klaren Priorität", sagt Anian Schmitt, Geschäftsführer von bildungsurlauber.de. Dauerstress, Erschöpfung und gesundheitliche Beschwerden wie Rücken- oder Schlafprobleme seien ständige Begleiter der Arbeitswelt. Stark gefallen ist hingegen die Nachfrage nach gesellschaftlichen und politischen Themen (minus 50 Prozent). Umwelt- und Ökologieangebote gingen ebenfalls deutlich zurück (minus 29 Prozent), Studienreisen verloren besonders stark (minus 79 Prozent). Gleichzeitig wuchs ein anderes Feld: IT und Weiterbildungen zu Künstlicher Intelligenz (KI) legten um 38 Prozent zu. Viele nutzen ihren gesetzlichen Anspruch nicht Trotz Rekordjahr zeigt die Analyse aber auch: Bildungsurlaub bleibt ein Angebot, das viele nicht ausschöpfen. Nur 8 Prozent der Anspruchsberechtigten nehmen Bildungsurlaub tatsächlich in Anspruch – also ungefähr einer von zwölf. Dabei handelt es sich nicht um ein freiwilliges Extra des Arbeitgebers , sondern um einen gesetzlichen Anspruch in 14 Bundesländern. Nur in Bayern und Sachsen ist Bildungsurlaub bisher nicht möglich. In der Regel stehen Beschäftigten bis zu fünf Tage pro Jahr zu – zusätzlich zum normalen Erholungsurlaub. Der Lohn wird in dieser Zeit weitergezahlt, Voraussetzung ist ein anerkannter Kurs. Was kostet Bildungsurlaub und wer zahlt? Der durchschnittliche Kurspreis liegt laut der Analyse bei 578 Euro. Besonders teuer sind Studienreisen (1.224 Euro), während Sprachkurse vergleichsweise günstig sind (484 Euro). Gesundheitskurse liegen im Schnitt bei 624 Euro. Teilweise gewähren Krankenkassen hier Zuschüsse. Wichtig für Beschäftigte: Der Arbeitgeber zahlt nicht automatisch den Kurs, sondern in erster Linie die Freistellung bei weiterlaufendem Gehalt. Kurskosten, Anreise oder Unterkunft müssen je nach Modell oft selbst getragen werden. Auch das dürfte für viele eine Hürde sein, auch wenn sich Weiterbildung als Werbungskosten von der Steuer absetzen lässt . Sachsen will ab 2027 starten Bewegung kommt auch politisch ins Thema. Sachsen plant, ab 2027 drei Tage Bildungsurlaub pro Jahr einzuführen. Bayern wäre dann das einzige Bundesland, in dem diese Art von Weiterbildung nicht möglich ist. Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt arbeiten an Reformen, unter anderem mit klareren Regeln und stärkerer Anerkennung digitaler Formate.














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