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Anschlag auf Weihnachtsmarkt: Weitere Betroffene sprechen im Magdeburger Anschlags-Prozess

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Sechs Menschen starben, mehr als 300 wurden teils schwerst verletzt. Unter ihnen waren Familien und Freundeskreise. Vor Gericht berichteten weitere Betroffenen von ihrem Schicksal.

Beim Anschlag auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt sind viele Familien verletzt worden - im Prozess schilderte eine Mutter ihr Schicksal und das ihrer damals zwölfjährigen Tochter. Am schlimmsten sei für sie gewesen, dass sie nicht für ihre Tochter da sein konnte, sagte die Frau, die Beinbrüche erlitt, als Zeugin im Landgericht Magdeburg. 

Gerade noch zufrieden und glücklich bei Weihnachtsmusik und der schönen Stimmung des Weihnachtsmarktes sei sie rein in ein schwarzes Loch, sagte die Frau. Sie sei zu sich gekommen, als sie auf der Straße gelegen und Schreie gehört habe. Ihre zwölfjährige Tochter habe sie nicht mehr gesehen und Todesangst empfunden.

Erst wieder das Gehen gelernt

Ihre Tochter sei mit schweren Kopfverletzungen auf eine Intensivstation gebracht worden. Das Mädchen habe bis März dreimal operiert werden müssen. Sie selbst habe erst im Frühjahr wieder das Gehen gelernt, sagte die Frau, die von Beruf Physiotherapeutin ist. Mit den körperlichen und psychischen Folgen hätten beide bis heute zu kämpfen.

Laut Anklage der Generalstaatsanwaltschaft Naumburg hatte der damals 50 Jahre alte Taleb Al-Abdulmohsen am 20. Dezember 2024 einen mehr als zwei Tonnen schweren und 340 PS starken Wagen etwa 350 Meter weit über den Weihnachtsmarkt gelenkt. Der Mann war dabei mit bis zu 48 Kilometern pro Stunde unterwegs. Fünf Frauen und ein neunjähriger Junge starben. Mehr als 300 Menschen wurden verletzt.

Mann zog ins betreute Wohnen

Ein 48-Jähriger berichtete als Zeuge, er habe unter anderem eine Beckenfraktur erlitten. Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus sei er in ein betreutes Wohnen eingezogen, weil er zu Hause keine Hilfe beim Treppensteigen gehabt hätte. Seine 17-jährige Tochter habe er damit nicht belasten können. Bis heute mache er eine Physiotherapie und beginne demnächst eine psychotherapeutische Behandlung. 

In dem Verfahren haben schon eine Reihe von Betroffenen geschildert, wie der Anschlag ihr Leben verändert hat. Sie berichteten von körperlichen Verletzungen, aber auch von seelischen Folgen, die sie bis heute beeinträchtigen. Betroffene müssen nur aussagen, wenn sie das wollen, um zusätzliche Belastungen zu vermeiden. Das Gericht greift auf die Zeugenaussagen bei der Polizei zurück im Laufe eines sogenannten Selbstleseverfahrens. Um die Tausenden Seiten zu lesen, sind viele Verhandlungstage nötig. Der Prozess wird am Dienstag fortgesetzt.















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