Gleich zwei Mal serviert Herbert Föttinger dem Josefstadt-Publikum in seiner letzten Saison Shakespeare. Auf Josef E. Köpplingers pompösen "Sommernachtstraum" im Herbst folgte nun am Mittwoch ein düsterer, entschlackter, am Ende aber doch äußerst konventioneller "Hamlet" in der Regie von Stephan Müller. Claudius von Stolzmann legt seinen Dänenprinzen mit wehendem Haar als besonnenen Grübler an, der den Akt des Sprechens - bis zum letzten Atemzug - zur Erkenntnisfindung nützt.