Добавить новость
smi24.net
World News
Февраль
2026
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28

AfD-Shitstorm: Grüne kämpft gegen Anfeindungen nach Plakat-Schmiererei

0
Eine Grünen-Kandidatin findet eines ihrer Plakate beschmiert vor. Sie schreibt selbst etwas darunter – und kämpft jetzt mit der frei erfundenen Behauptung, sie hätte ein Hakenkreuz gemalt. Eine Nachwuchs-Kommunalpolitikerin der Grünen aus Aschaffenburg sieht sich aus heiterem Himmel dem erfundenen Vorwurf ausgesetzt, auf ihr eigenes Plakat ein Hakenkreuz geschmiert zu haben. Politiker der AfD geben den Vorwurf gegen die 20-Jährige ungeprüft weiter. Als Sinja Stemmler ein Video für ihren Instagram-Kanal mit inzwischen 400 Followern postete, waren die Reaktionen in den ersten drei Tagen erwartbar: aus den eigenen Reihen ein paar Likes. Sie ahnte noch nicht, dass ihr dann und seither Vortäuschung einer Straftat, Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen oder auch Volksverhetzung vorgeworfen werden könnten. Der Shitstorm gegen sie hat keine Grundlage. Auf dem Video sieht man Stemmler von hinten, wie sie vor einem Wahlkampfplakat mit einem Porträtfoto von sich steht. Eine männliche Stimme sagt: "Unfassbar, diese Leute, die einfach Plakate beschmieren", während Stemmler mit einem Edding "AfD" auf den Grünen-Werbeträger schreibt. Die Kamera bewegt sich, man sieht ihr Gesicht und kann erkennen, dass sie noch etwas auf dem Plakat schreibt oder malt. Was genau das ist, erschließt sich aus dem Video nicht. Plakat war schon beschmiert Bilder, die t-online vorliegen, zeigen, was sie nach "AfD" noch geschrieben hat: "... findet sie [Pfeil zu ihrem Porträtfoto] scheiße". Die Bilder zeigen auch, was auf dem Video fast nicht zu erkennen ist: Das Plakat war bereits beschmiert, AfD und eine Art Krone waren bereits vorher auf das Plakat gekritzelt worden. Stemmler zeichnete das "AfD" nach – und griff also offensiv auf, dass ihr Plakat beschmiert wurde. Doch plötzlich bekam die Szene die ganz andere Wendung. Stemmler zu t-online: "Es hat nur eine wissentliche Falschbehauptung gebraucht, und Tausende Menschen stürzen sich darauf, ohne irgendetwas zu hinterfragen. Das beschäftigt mich." In Videos wurde mit der Szene von ihr plötzlich behauptet, sie habe das Plakat beschmiert, und das auch noch mit einem Hakenkreuz. Unter anderem die frühere Schauspielerin Iris Aschenbrenner ("Die Abschlussklasse", "Köln 50667") verbreitete das mit ihrer Reichweite von 160.000 Instagram-Followern und 150.000 Facebook-Abonnenten in beiden Netzwerken. Ihre Lüge: "Da ist eine Stadtratskandidatin für die Grünen, die ihr eigenes Plakat beschmiert und darauf schreibt 'AfD' und ein Hakenkreuz." Aschenbrenner, die nach ihrer Schauspielkarriere für den russischen Staatssender RT und für die "Junge Freiheit" vor der Kamera stand, behauptete zudem: Die junge Frau tue das "einfach nur, um die AfD zu diffamieren". AfD-Abgeordneter Baumann befeuerte Aufregung Durch ein Posting eines bayerischen AfD-Landtagsabgeordneten aus dem Raum Aschaffenburg nahm die Empörung über sie noch viel Fahrt auf. Jörg Baumann, Polizist a. D., verbreitete am Mittwoch ein Video mit der Hakenkreuzbehauptung und seinem Kommentar: "Grüne sind so bedeutungslos, dass sie ihre eigenen Plakate beschmieren". Stemmler: "Er hat das abgesetzt, um einen Skandal und Empörung zu schaffen, bewusst, wie AfD-Politiker es ständig tun." Bei der Polizei in Aschaffenburg gingen am Mittwoch Hinweise ein, denen sofort nachgegangen worden sei. Ein Sprecher bestätigte t-online, dass das Plakat mit einem AfD-Schriftzug beschmiert war, bevor Stemmler darauf schrieb. Sie habe einen "strafrechtlich nicht relevanten Schriftzug" ergänzt. Strafanzeigen gegen die Kandidatin seien bisher auch nicht eingegangen. Die Polizei ermittle jedoch jetzt aufgrund mehrerer strafrechtlich relevanter Kommentare. Die 20-Jährige sagte t-online, sie beschäftigten nun die "offenbar normal gewordenen Umgangsformen". Mit der Falschbehauptung wird eine junge Frau angegriffen, die sich ehrenamtlich, neben ihrem Vollzeitjob, in ihrer Stadt engagiert. Bisher gehört die Projektmanagerin dem Stadtrat von Aschaffenburg nicht an. Sie steht auf der Kandidatenliste bei der Kommunalwahl am 8. März auf Platz 13 (von 44). Die Grünen stellen dort bisher neun Ratsmitglieder. Durch das Kommunalwahlrecht könnte sie aber noch nach oben rutschen und in den Aschaffenburger Stadtrat einziehen. Mehr Bekanntheit dürfte sie jetzt jedenfalls haben. Grünen-Stadtrat hatte einst Hakenkreuze selbst gemalt Den Sachverhalt hat sie inzwischen in einem neuen Video noch einmal klargestellt. Die Erfahrung werde aber nicht spurlos an ihr vorbeigehen: "Natürlich werde ich auch unterbewusst anders über meine Postings nachdenken." In der Regel gehe es darin aber um Inhalte, und sie achte sehr auf Differenzierung. Sie beklagt: "Wer eine Geschichte kreieren möchte, tut das, egal mit welchem Video." Die erfundene Geschichte bedient das Bild mancher Nutzer, zumal ein echter Fall 2022 Schlagzeilen gemacht und Empörung ausgelöst hat: In Erkelenz in Nordrhein-Westfalen hatte ein Grünen-Stadtrat mehrfach angeblich rechtsextreme Angriffe auf sich gemeldet. Dann flog auf, dass eingeschlagene Autoscheiben, aufs Auto gesprühte Hakenkreuze, Nazi‑Schmierereien an Haus und Klingelschild sowie Drohbriefe alle auf ihn selbst zurückgingen. Er verließ Rat und die Grünen und wurde wegen Vortäuschens von Straftaten zu einer Geldstrafe verurteilt. Im Netz hält sich zudem seit Jahren die falsche Behauptung, eine Bundestagskandidatin der Grünen in Thüringen habe auf Plakate Hakenkreuze geschmiert, um eine falsche Spur zu legen. Tatsächlich hatten Mitglieder der NPD (heute "Die Heimat") die Frau erwischt, als sie ein Transparent mit dem Motiv eines Hakenkreuzes im Mülleimer auf ein NPD-Plakat klebte, also ein Anti-Nazi-Symbol. Der Fall spielte sich 2009 ab. Er zeigt aber, wie lange sich eine falsche Darstellung halten kann, wenn sie in ein Narrativ passt. Abschrecken lassen will sich Sinja Stemmler durch ihre Erfahrung nicht. "Ich habe sehr viel Solidarität aus anderen Parteien erfahren, und Politik mache ich für ein gutes demokratisches Miteinander, konstruktive Zusammenarbeit und um gemeinsam Dinge voranzubringen." Die Erfahrung habe sie "nur bestärkt, weiter laut zu sein und zusammenzuhalten".














Музыкальные новости






















СМИ24.net — правдивые новости, непрерывно 24/7 на русском языке с ежеминутным обновлением *