Fall Epstein: Hillary Clinton nimmt ihren Mann in Schutz
Auch die Clintons tauchen in den Epstein-Akten auf. Nun äußert sich Hillary Clinton – über Kontakte ihres Manns zu dem Sexualstraftäter. Und sie kritisiert Donald Trump. Nach der Offenlegung weiterer Akten zum Netzwerk des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein hat sich die frühere demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton zu dem Fall geäußert. Sie wies Kritik an ihrem Mann, dem ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton, wegen seiner Kontakte zu Epstein zurück. Überblick: Aktuelle Entwicklungen im US-Newsblog Rücktritt: Hyatt-Erbe Pritzker muss Aufsichtsrat der Hotel-Kette verlassen "Wissen Sie, Tausende, teils sehr bekannte Menschen, werden in den Akten erwähnt", sagte Hillary Clinton dem "Spiegel". "Eine Erwähnung sollte nicht dazu verleiten, irgendwelche Schlüsse zu ziehen, denn dafür braucht es Beweise." Befragt zum Verhältnis von Bill Clinton zu Epstein sagte die Politikerin: "Er stand ihm nicht nahe." "Er hat ein paar Mal Epsteins Flugzeug genommen" Epstein hatte sich 2019 in der Haft das Leben genommen. Schon zuvor war er wegen des Missbrauchs Minderjähriger verurteilt worden. Wegen Mutmaßungen über Epsteins Netzwerk und Kontakten zu dem New Yorker Geschäftsmann war auch US-Präsident Donald Trump in die Kritik geraten. In mehreren Etappen waren deshalb Untersuchungsakten zu dem Fall offengelegt worden. Zuletzt Anfang Januar. Auch die Clintons tauchen in den Unterlagen auf. Vor allem Bill Clinton. Dem "Spiegel" sagte Hillary Clinton nun über das Verhältnis von Epstein zu ihrem Mann: "Er hat ein paar Mal Epsteins Flugzeug genommen, um karitative Projekte zu besuchen, und das war Jahre, bevor Epstein schuldig gesprochen wurde. Epstein hat seine Verbrechen verheimlicht, bis er verurteilt wurde." Hillary Clinton kritisiert Donald Trump Die jüngste Welle von Veröffentlichungen hat weltweit zu zahlreichen Rücktritten geführt. In Frankreich trat der frühere sozialistische Kulturminister Jack Lang zurück , in Großbritannien legte der sozialdemokratische Berater Peter Mandelson sein Mandat im Oberhaus nieder. In Norwegen wankt wegen der Kontakte von Kronprinzessin Mette-Marit zu Epstein das Königshaus. Zuletzt musste am Dienstag der Hotelerbe Thomas Pritzker den Aufsichtsrat der Kette Hyatt verlassen. Hillary Clinton äußerte sich auch zum Umgang von Donald Trump mit den Epstein Akten. Sie kritisierte dessen zögerlichen Umgang der Unterlagen und forderte die vollständige Veröffentlichung der Dokumente: "Das Misstrauen, insbesondere in dieser Frage, wird vor allem von der Trump-Regierung befeuert. Die Verbrechen waren schrecklich und die Menschen, die Opfer, verdienen sämtliche Informationen aus diesen Akten", so Clinton. Hillary Clinton übte auch Kritik an der aktuellen Politik des US-Präsidenten und seinem innenpolitischen Vorgehen, etwa durch Agenten der Einwanderungsbehörde ICE: "Es beunruhigt mich, wie die Trump-Regierung und ihre Verbündeten im Kongress versuchen, die demokratischen Errungenschaften rückgängig zu machen, den Rechtsstaat zu untergraben und unsere Institutionen zu schwächen", sagte sie. Clinton hatte 2016 die Wahl als amtierende US-Außenministerin gegen Donald Trump knapp verloren.