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Eiszeit am Baikalsee

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Ein Zwischenstopp zur Besichtigung der Eismotive (Foto: Elena Modestowa, bomjtourtrip.ru)

Talzy

Erster Halt unserer Route war das Freilichtmuseum „Talzy“. Hier sind architektonische Denkmäler Sibiriens aus dem 17. bis 19. Jahrhundert versammelt. Die Holzbauten – Bauernhäuser, burjatische Jurten und orthodoxe Kirchen – wurden sorgfältig aus verschiedenen Regionen hierher versetzt und vor dem Untergang gerettet, da sie durch den Staudammbau in den 1960er Jahren bedroht waren.

Alles wirkt authentisch: In der Bauernstube stehen festlich geschmückte Truhen, an den Wänden hängen bestickte Handtücher. Von dort gelangt man in ein historisches Schulzimmer mit angrenzendem Lehrerzimmer – nach damaligen Maßstäben geradezu luxuriös. Draußen lockt eine Rutsche, die auch Erwachsene zum Rutschen einlädt. Vorbei rattert unter Glockengeläut eine von einem weißen Pferd gezogene Kutsche. Hier möchte man verweilen, um zu vergessen, dass irgendwo in 5,5 Flugstunden entfernt das hektische Moskau liegt.

Auf dem größten natürlichen Eislaufplatz der Welt neben dem „Buchanka“-Kleinbus (Foto: Elena Modestowa, bomjtourtrip.ru)

Listwjanka

Listwjanka ist ein kleiner, malerischer Ort am Ufer des Baikalsees, etwa 70 Kilometer von Irkutsk entfernt. Wer hier Erwachsene sieht, die auf dem Eis liegen und ihr Ohr ans Eis pressen, sollte nicht denken, sie wären verrückt – sie lauschen dem Atem des Baikalsees. Der See atmet wirklich: Das Eis knarrt, knackt, als würde der Baikal mit jedem Gast sprechen.

Hier kann man kaum Schlittschuh laufen: Das Eis ist uneben und von feinen Rissen durchzogen. Bei -25°C halten die Füße selbst in normalen Schlittschuhen kaum länger als zehn Minuten aus – gerade genug für eine Fotosession. Doch einfach einmal auf Schlittschuhen auf dem größten natürlichen Eislaufplatz der Welt zu stehen, ist ein Muss.

Wer den Ort aus der Vogelperspektive bewundern möchte, steigt ins Riesenrad – am besten bei Sonnenuntergang. Die gleißende Sonne spiegelt sich in der eisigen Oberfläche, die endlosen Weiten des Sees verschwinden am Horizont. Faszinierend!

Baikal-Museum

Ebenfalls in Listwjanka wurde 1928 das Baikal-Museum eröffnet. Heute ist es zugleich wissenschaftliches Forschungszentrum für den Schutz des Sees. In neun großen Aquarien, gespeist mit Wasser aus der Baikal-Tiefe, leben echte Bewohner des Sees. Die unbestrittenen Publikumslieblinge: die beiden niedlichen Baikal-Robben Businka und Umka, die sich vor Besuchern regelrecht zur Schau stellen. Beeindruckend ist auch die virtuelle Tauchsimulation in einer Bucht des Sees. Unbedingt verweilen sollte man am Panoramafenster – der Blick auf den See ist atemberaubend.

Kap Choboi, einer der Kraftorte der Insel Olchon (Foto: Elena Modestowa, bomjtourtrip.ru)

Peschany-Bucht

Mit einem Luftkissenfahrzeug geht es Richtung Olchon. Die Fahrt mit Zwischenstopps zur Besichtigung der Eismotive – durchsichtiges Eis, Blasenfelder, Schollen und Sokui – erstreckt sich über einen ganzen Tag. Aufgrund des klaren Wassers, starker Winde und Temperaturschwankungen entstehen am Baikal über 50 verschiedene Eistypen.

Die Peschany-Bucht, auch „Sibirische Riviera“ genannt, bietet viel zum Staunen: smaragdgrünes Eis, gewaltige Felsen, die berühmten „Stelzen“-Lärchen mit freiliegenden Wurzeln, die den Eindruck erwecken, als schritten die Bäume dem Wasser entgegen. An manchen Stellen lugt schneeweißer Sand unter dem Schnee hervor. Tatsächlich eine Riviera.

Insel Ogoy

Weiter geht es zur kleinen, malerischen Insel Ogoy. Ihr westlichster Punkt ist das Kap Drachenschwanz. Bekannt ist die Insel auch für die 2005 erbaute Stupa der Erleuchtung – ein Symbol des Friedens und spiritueller Einkehr für Pilger. Unsere Gruppe respektierte die Tradition: Wir umrundeten die Stupa dreimal mit den Handflächen zur Sonne. Die einzige Erleuchtung, die uns allen kam, war die Erkenntnis, sich schleunigst Richtung warmes Boot zu bewegen – sonst drohte den Moskauer Pilgern nicht spirituelle Erkenntnis, sondern schlicht Erfrieren.

Schamanenfelsen

Auch der Schamanenfelsen, einer der mystischsten Orte am Baikal, enttäuschte. In der burjatischen Kultur gilt er als heiliger Ort der Geister; Schamanen führen hier Rituale durch. Teil des Rituals ist das Binden farbiger Bänder an einen Pfahl – die Farbe symbolisiert eine Bitte an die Geister. Den Farben nach zu urteilen, erbitten die meisten Pilger Liebe und Geld zu gleichen Teilen. Doch die Mystik prallt auf die Realität: Massen chinesischer Touristen stehen Schlange für das perfekte Selfie.

Mit einem Luftkissenfahrzeug geht es Richtung Olchon. (Foto: Elena Modestowa, bomjtourtrip.ru)

Kap Choboi

Zum Kap Choboi, dem nördlichsten Punkt der Insel Olchon, lohnt die Fahrt wegen der Felsen. „Choboi“ bedeutet auf Burjatisch „Reißzahn“ – nach der Form einer markanten Steinformation. Es ist einer der Kraftorte der Insel. Der Weg dorthin stellt die Reisenden auf die Probe: zwei Stunden in einem schaukelnden „Buchanka“ quer durch den Schnee. Dann der Aufstieg knietief im Schnee. Wären wir vorher gewusst, was uns erwartet? Einstimmig: Ja, auf jeden Fall. Die Gefühle, wenn man am Rand des Kaps steht und die gewaltige Weite des Baikalsees spürt, rechtfertigen jede Anstrengung. Zumal uns danach ein Bonus erwartete: frische Omul-Suppe bei fast -30°C, starker Thymian-Tee und lokale Süßigkeiten.

Reichen fünf Tage, um den Baikal kennenzulernen? Für eine erste Begegnung – ja. Für eine tiefere Verbindung wird man zurückkehren müssen. Und das wird eines Tages bestimmt geschehen.

Запись Eiszeit am Baikalsee впервые появилась Moskauer Deutsche Zeitung.















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