Nach ZDF-Skandal: ARD räumt Fehler bei Beitrag mit Angela Merkel ein
Nach dem KI-Eklat beim ZDF gerät nun ein Beitrag der ARD in die Kritik: Er zeigt Angela Merkel in einem irreführenden Kontext. Der Sender korrigierte den Fehler. Im ARD-"Bericht aus Berlin" ist am Sonntag ein Beitrag zum CDU-Parteitag in Stuttgart mit irreführenden Bildern ausgestrahlt worden: Es entstand der Eindruck, Angela Merkel habe applaudiert, als Friedrich Merz zum Parteichef wiedergewählt wurde – obwohl sie zu diesem Zeitpunkt längst nicht mehr im Saal war. Zunächst hatte die "Süddeutsche Zeitung" darüber berichtet. Die Aufnahmen von Merkel, zeigten dem Bericht zufolge Merkels Applaus nach der Rede von Merz am selben Tag. Der Beitrag zeigte in Zeitlupe, wie Merz mit gut 91 Prozent gewählt wurde. Dazu war Merkel klatschend im Bild zu sehen, während eine Sprecherin aus dem Off von einem "ganz besonderen Moment" sprach. Die Wahl von Merz hatte sich unter anderem aufgrund technischer Fehler verzögert. Merkel hatte sich den Berichten zufolge zuvor verabschiedet und Merz später per SMS gratuliert. Fehler eingeräumt und Beitrag ausgetauscht In der Mediathek ersetzte die ARD den Beitrag später durch eine korrigierte Fassung. Ein Hinweis bittet dort, den Fehler zu entschuldigen: "In der ursprünglichen Fassung war in einem Beitrag über den CDU-Parteitag zu sehen, wie Angela Merkel nach der Wiederwahl von Friedrich Merz zum CDU-Chef Beifall spendet. Dieses Bild ist jedoch früher, nach der Rede von Friedrich Merz, entstanden. Die Redaktion hat das Bild aus dem Beitrag entfernt und eine neue Fassung online gestellt. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen." Eine Sprecherin des ARD-Hauptstadtstudios erklärte der "SZ", das Bild von Merkel sei "echt" gewesen, es habe jedoch einen falschen Eindruck vom Zeitpunkt ihres Applauses vermittelt. Man habe die Sendung nach der Ausstrahlung entfernt, noch am Abend auf die Aktualisierung hingewiesen und den Vorgang transparent dokumentiert. Bei einer Wiederholung auf Tagesschau24 lief laut "SZ" am Sonntagabend jedoch zunächst erneut die unkorrigierte Fassung. Der Vorfall fällt in eine Woche, in der der öffentlich-rechtliche Rundfunk wegen redaktioneller Fehler besonders in der Kritik steht. Das ZDF hatte vergangene Woche im "heute journal" in einem Beitrag KI-generierte und nicht aktuelle Bilder verwendet. Das KI-generierte Bildmaterial in dem Beitrag über Abschiebungen der US-Einwanderungsbehörde ICE war nicht gekennzeichnet worden. Die Autorin, New-York-Korrespondentin Nicola Albrecht, habe gegen journalistische Standards verstoßen , teilte das ZDF mit. Der Sender berief die Korrespondentin mit sofortiger Wirkung ab.