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Trumps Zollpolitik: Deutscher Mittelständler Aura kämpft gegen Unsicherheit

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Trotz einer Niederlage vor dem Obersten Gerichtshof setzt der US-Präsident in der Handelspolitik weiter auf Zölle. Ein deutscher Unternehmer berichtet, was das für ihn bedeutet. Donald Trump hat mit seiner Zollpolitik die internationale Handelsordnung auf den Kopf gestellt. Seit seinem Amtsantritt überzog der US-Präsident beinahe alle Handelspartner der USA mit zum Teil enorm hohen Zöllen und begründete diese mit einem Notstandsgesetz von 1977. Zu Unrecht, wie der Supreme Court am Freitag feststellte und dem US-Präsidenten die Grundlage für sein bevorzugtes Instrument entzog. Donald Trump reagierte wütend und kündigte neue Zölle an, diesmal auf Grundlage eines anderen Gesetzes. Die Unsicherheit für die deutsche Wirtschaft geht also weiter. Die USA bleiben der größte Abnehmer für Exporteure aus Deutschland. Auch das Germersheimer Anlagenbau-Unternehmen Aura verkauft viele seiner Produkte in die Vereinigten Staaten. Im Interview mit t-online erklärt der Geschäftsführer Patric Burkhart (50), wie er die Entscheidung des Gerichts erlebt hat, wie sehr sein Geschäft unter den Zöllen leidet und was sich am Wirtschaftsstandort Deutschland ändern muss. Nach Trumps Ankündigung : EU setzt Handelsabkommen mit den USA aus Debakel für US-Präsident: Der Mann, der Trump besiegte t-online: Am vergangenen Freitag hat der Oberste Gerichtshof in den USA Donald Trumps Zölle aufgehoben. Wie froh sind Sie darüber? Patric Burkhart: Ich bin überhaupt nicht froh über die Zoll-Entscheidung. Ich war sehr überrascht. Ich hatte erwartet, dass der Supreme Court stärker hinter Donald Trump steht und seine Zollpolitik nicht kassiert. Offensichtlich spielt Rechtsstaatlichkeit in den USA bei diesem Thema doch eine Rolle. Das finde ich gut. Für uns ist das aber eine schlechte Nachricht. Wieso das? Die EU hatte ja ein Handelsabkommen abgeschlossen. Das war zwar aus meiner Sicht kein guter Deal für die EU, aber hat uns immerhin etwas Planbarkeit gegeben. Jetzt ist das wieder dahin und die Unsicherheit ist zurück. Im Handelsabkommen ist ein Importzoll von 15 Prozent festgeschrieben, nach der Entscheidung des Obersten Gerichts hat Trump wieder einen Satz von 15 Prozent aufgerufen. Es hat sich doch damit gar nichts verändert? Heute hat sich operativ nichts verändert. Aber entscheidend ist: Wir wissen nicht, was morgen gilt. Wenn politische Entscheidungen jederzeit kippen, rechnen Unternehmen anders. Und außerdem ist jetzt unklar, wie die Trump-Administration darauf reagiert, dass die EU das Handelsabkommen ausgesetzt hat. Im Zweifel werden es wieder höhere Zölle sein – ob Trump das nun darf oder nicht. Diese Unsicherheit ist Gift für das Geschäft. Wie wichtig ist der US-Markt für Aura? Wir haben in den vergangenen Jahren viele Anlagen in die USA geliefert. Das waren zuletzt bis zu 20 Prozent unseres Umsatzes. Besonders in den Jahren 2022 und 2023 ist das Geschäft gestiegen. Deshalb haben wir Anfang 2024 ein Büro in Chicago eröffnet. Doch das hat sich nicht so ausgezahlt, wie wir gehofft hatten. Warum? Schon seit Ende 2024 hat sich das Geschäft spürbar verschlechtert – also seit dem erneuten Amtsantritt von Donald Trump und den Unsicherheiten rund um die Zölle. Im Jahr 2025 ist der US-Anteil an unserem Umsatz um die Hälfte eingebrochen und lag nur noch bei neun Prozent. Donald Trump ist also schlecht für Ihr Geschäft? Die Politik hat dazu geführt, dass wir weniger Projekte in den USA an Land ziehen. Wir sehen am Auftragseingang, dass das Geschäft rückläufig ist. Es ist jedoch nicht so, dass unsere Wettbewerber das Geschäft übernehmen. Es werden schlicht insgesamt weniger Projekte angestoßen. Die Zölle sind ein Kostenfaktor, der für viele schlecht ist. Die Unsicherheit bremst Investitionen. Was wünschen Sie sich konkret? Vor allem Klarheit über zwei, drei Jahre. Diese Perspektive brauchen wir, um Investitionen sauber kalkulieren zu können. Wir hätten lieber keine Zölle, aber das Geschäft wird auch bei Handelsbarrieren von 15 Prozent weiterlaufen. Europäische Maschinen, die in den USA in der Produktion gebraucht werden, bleiben wichtig. Ich erwarte deshalb, dass sich unser US-Export auf dem jetzigen Niveau stabilisiert. Was genau liefern Sie in die USA? Wir bauen Anlagen, die industrielle Prozesse beheizen. Etwa für industrielle Fritteusen, große Backöfen oder Pressen für Flugzeugteile: Diese Systeme müssen zuverlässig auf Temperatur gebracht werden. Dafür konstruieren und fertigen wir unsere Prozesswärmeanlagen in Deutschland und liefern sie per Schiff in die Vereinigten Staaten. Wer sind Ihre Kunden? Sehr häufig sind es europäische Maschinenbauer, die ihre Maschinen in die USA verkaufen – und unsere Heizung ist ein Teil dieser Anlage. Unser Kunde ist dann zum Beispiel der Hersteller eines Backofens, der in den USA beim Endkunden aufbaut. Das ist die Kernkompetenz, die wir in Deutschland und Europa haben: Wir bauen Maschinen, mit denen etwas produziert wird. Wie exportabhängig ist Ihr Unternehmen insgesamt? Sehr stark. Rund 80 Prozent unseres Umsatzes hängen an Anlagen, die am Ende im Ausland installiert werden. China ist bei uns weiterhin ein sehr großer Markt, daneben gewinnen Länder wie Indien an Bedeutung. Auch der Nahe Osten ist wichtig. Und perspektivisch setzen wir Hoffnungen auf Südamerika, wenn das Mercosur-Abkommen endlich gültig ist. Nicht nur die USA sind derzeit ein unsicherer Handelspartner, auch China könnte zum Problemfall werden, sollte die Volksrepublik etwa einen Krieg gegen Taiwan starten. 60 Prozent ihrer Exporte gehen nach China. Ist das nicht ein Risiko? De-Risking von China ist grundsätzlich sinnvoll, aber aktuell etwas unrealistisch. Wir könnten uns nicht von China lossagen, ohne dass es richtig wehtut. Wir müssen Märkte breiter aufstellen, um Ausfälle abzufedern. Aber der chinesische Markt bleibt für uns – wie für viele Maschinenbauer – sehr wichtig. Welche Herausforderungen sehen Sie am Wirtschaftsstandort Deutschland? Wir stehen global im Wettbewerb und haben in Deutschland eine Kostenstruktur, die uns Nachteile bringt. Hohe Energiekosten und hohe Lohnnebenkosten treiben die Preise. Unsere Qualität ist eine Stärke, aber letztendlich entscheidet der Preis. Wir müssen darauf reagieren, denn die deutsche Wirtschaft ist vom Export abhängig. Was erwarten Sie von Politik und Gesellschaft? Wir müssen uns ehrlich machen, was langfristig finanzierbar ist. Wenn wir unseren Wohlstand halten wollen, wird es ohne Einschnitte nicht gehen. Das betrifft aus meiner Sicht vor allem die Sozialabgaben: Renten-, Arbeitslosen- und Krankenkassenbeiträge sind zu hoch. Der ganze Apparat ist nicht mehr tragfähig. Wenn wir das System stabilisieren wollen, heißt das am Ende: länger arbeiten, weniger Krankenkassenleistungen und mehr selbst zuzahlen. Das ist unpopulär, aber notwendig. Trotz der Herausforderungen wollen Sie hierbleiben? Ja. Wir wollen langfristig weiter in Deutschland produzieren. Es kommt nicht infrage, dass wir Jobs ins Ausland verlagern. Das ist unsere DNA. Herr Burkhart, vielen Dank für das Gespräch!














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