Judith Hermann: „Die SS-Taten meines Großvaters sind nicht verjährt“
Judith Hermanns eröffnet ihr 1998 erschienenes Debüt Sommerhaus, später mit der Erzählung Rote Korallen. In ihrer Frankfurter Poetik-Vorlesung kommt sie auf den Hintergrund dieser Erzählung zurück. Was ihn freigelegt hat, ist ein Schreiben als Selbstverhör: Ich verhöre mich selbst. Diese Aussage mag angesichts des zweiten Prosabands Nichts als Gespenster (2003) und des ersten Romans Aller Liebe Anfang (2014) überraschen, erwecken beide doch sehr stark den Eindruck des Fiktiven.
Die Kritikermeinungen über Aller Liebe Anfang gingen weit auseinander. Sie reichten von der Überzeugung, dass der Roman ein Bestseller werde, bis zum Verdikt mit den Worten: Judith Hermann habe nichts zu erzählen. Nicht erst nach dieser Bösartigkeit for
Lesen Sie mehr in der aktuellen Ausgabe des Freitag.
