US-Krieg gegen Iran: Sie schießen wild um sich – und das folgt einem Plan
Die USA und Israel haben in ihrem Krieg gegen den Iran zentrale Führungspersonen des iranischen Regimes getötet. Trotzdem spielt die Zeit dem Regime in die Karten – auch deshalb ist eine iranische Kapitulation unwahrscheinlich. Sie schlugen mit voller Wucht zu. Seit Samstag führen die USA und Israel krieg gegen das iranische Regime. Eigentlich konnten sich die Iraner mit Blick auf den US-Truppenaufmarsch am Golf in den vergangenen Wochen auf einen Angriff vorbereiten. Trotzdem zeigte bereits der erste Kriegstag, dass sich das Regime gegen die amerikanischen und israelischen Luftangriffe kaum zu Wehr zu setzen kann. Für das Regime begann der Beginn des Krieges gleich mit einem Schock. Der Palast von Ajatollah Ali Chamenei in Teheran stand am Samstagmorgen nach einem Luftangriff in Flammen, auf Videos in den sozialen Netzwerken war eine große Rauchwolke über der iranischen Hauptstadt zu sehen. Am Abend stand fest: Das Staatsoberhaupt des Iran und Religionsführer ist tot. Auch der Kommandeur der Revolutionsgarden, Mohammed Pakpur sowie Verteidigungsminister Asis Nasirsadeh – all dies sind führenden Köpfe des Mullah-Regimes – wurden gezielt ausgeschaltet. Newsblog: Alle Entwicklungen zum Angriff auf den Iran Kolumne zum Krieg in Nahost: Haben die Mullahs schon verloren? Doch trotz der militärischen Unterlegenheit und des erfolgreichen Enthauptungsschlages kapituliert das iranische Regime nicht. Denn ob ein Regimewechsel im Iran ohne den Einsatz von US-Bodentruppen funktionieren kann, ist weiterhin fraglich. Das iranische Regime spielt auf Zeit, klammert sich an die Macht. Das Ziel: Es muss den Beschuss aus der Luft auf Ziele im Land aushalten, aber die innere Ordnung im Iran aufrechthalten. Gleichzeitig sorgen die Revolutionsgarden für Chaos in der Region, sodass der Preis und der Druck auf die USA immer größer werden. Denn dann – so das Kalkül in Teheran – könnten sich Donald Trump und Benjamin Netanjahu mit der Zerstörung zahlreicher militärischer Ziele zufriedengeben – und auf einen Regimewechsel verzichten. Krieg gegen Iran: Trump entfesselt einen Brand USA und Israel greifen Iran an: Deutschland spricht die Wahrheit nicht aus US-Übermacht lässt Regime keine Chance Militärisch ist die Dominanz der USA und Israels deutlich. Wenn es iranische Flugabwehr gegeben hat, dann wurde diese umgehend am ersten Kriegstag zerstört. Amerikanische und israelische Kampfflugzeuge sowie Reaper-Drohnen können widerstandslos im iranischen Luftraum operieren. Deswegen werden die Luftschläge gegen das iranische Regime weitergehen. Damit wollen Trump und Netanjahu die Grundlage für eine iranische Revolution schaffen. Doch ob militärische Schläge einen politischen Wandel im Inneren auslösen können, ist fraglich. Bisher gibt es Teile der iranischen Bevölkerung, die auf den Straßen den Tod von Chamenei und das Eingreifen der Amerikaner feiern. Besonders diese Videoaufnahmen werden in den sozialen Netzwerken auch in Europa inszeniert, aber die Aufnahmen zeigen eben noch keinen Regimewechsel. Bislang gibt es keine Berichte darüber, dass bewaffnete Menschen die politischen Machtzentren und die Stützpunkte der Revolutionsgarden stürmen. Das bedeutet nicht, dass ein bewaffneter Aufstand im Inneren des Iran nicht passieren wird. Denn aktuell werden werden diese Machtzentren des Regimes von den USA und Israel bombardiert. Fest steht jedoch: Das iranische Regime ist auf den Ausfall ihrer führenden Köpfe vorbereitet. Das Regime ist geschwächt, aber nach den Tötungen ihrer Führungselite rücken andere auf . Es gibt aktuell noch keine Anzeichen für einen Kollaps des Regimes. Stattdessen soll es in Teheran Panzer auf die Straße schicken, um mögliche Aufstände zu bekämpfen. Revolutionsgarden sähen Chaos Die militärischen Reaktionen der Revolutionsgarden wirkten zunächst wenig koordiniert. Planlos und wild schießen sie in der Region um sich. Zwar werden die Staaten angegriffen, in denen US-Militärstützpunkte sind. Auch US-Soldaten wurden getötet . Aber iranische Raketen und Drohnen schlagen auch in Hotels ein, treffen die touristischen Gebiete in Kater oder in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Durch die iranischen Angriffe sterben Menschen, auch in Israel. Das iranische Regime säht Chaos – und das aus einem strategischem Kalkül. Es weiß, dass die eigene Verteidigung die Luftangriffe nicht abwehren kann. Deshalb greifen die Revolutionsgarden Ziele an, die unbeweglich sind. Sie möchten den Schäden und die wirtschaftlichen Kosten dieses Krieges möglichst hochtreiben, auch durch die Schließung der Straße von Hormus, über die auch Europa wichtige Rohstoffe erhält . Damit soll Druck auf die USA und Israel aufgebaut werden. Je mehr US-Soldaten sterben und je mehr der Krieg den Welthandel lahmlegt, desto eher wird vor allem Trump von einem Regimewechsel ablassen – das ist die Strategie des Regimes. Schließlich ist dieser Krieg auch in Amerika nicht besonders beliebt, selbst unter den Anhängern Trumps nicht. In den kommenden Tagen werden die Militärschläge weitergehen, das Regime wird militärisch immer schwächer werden. Doch über das Schicksal des Iran wird im Land selbst entschieden. Und der Ausgang ist weiterhin völlig offen.