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Rente: Beamte in Rentenversicherung? Experte hält es für sinnvoll

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Beamte in die gesetzliche Rente? Der Ökonom Axel Börsch-Supan hält das für "sehr sinnvoll" und kritisiert die Haltelinie beim Rentenniveau. Der Ökonom und Rentenexperte Axel Börsch-Supan fordert eine Rückkehr zu früheren Reformprinzipien in der Rentenpolitik und spricht sich dafür aus, Beamte in die gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen. Die derzeitige Festschreibung des Rentenniveaus hält er für "völlig unangemessen". Das sagte der langjährige Direktor des Max-Planck-Instituts für Sozialrecht und Sozialpolitik in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" (SZ). "Haltelinie betoniert die Rentenzahlungen" Das sogenannte Rentenniveau – aktuell bei 48 Prozent bis 2031 festgeschrieben – werde häufig missverstanden, so Börsch-Supan. Es handle sich dabei nicht um den individuellen Rentenanspruch im Verhältnis zum letzten Gehalt, sondern um eine statistische Kennzahl: "Es ist eine statistische Größe, bei der die durchschnittliche Rente durch den durchschnittlichen Lohn geteilt wird", sagte er der "SZ". Die politische Fixierung auf die sogenannte Haltelinie kritisiert der Ökonom deutlich. In einer Wirtschaft, die stark unter dem demografischen Wandel leide, könne man "nicht so tun, als wäre nichts passiert", sagte Börsch-Supan. Statt die Renten "zu betonieren", müsse man die jährlichen Rentenerhöhungen etwas dämpfen, damit die Beiträge nicht stark steigen. Es gehe ausdrücklich nicht um Kürzungen, sondern darum, die Dynamik leicht zu reduzieren. Mit 65, 75 und 85 Jahren: Rentner leben länger Beamte in die gesetzliche Rente? Den immer wieder diskutierten Vorschlag, Beamte in die gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen , hält Börsch-Supan hingegen für "sehr sinnvoll". Zum einen sollten Staatsdiener verstehen, wie das System funktioniere, für das sie politisch Verantwortung tragen. Zum anderen gebe es in der Gesellschaft "ein dauerndes Gefühl", dass die unterschiedliche Behandlung ungerecht sei, und dieses Gefühl solle man ernst nehmen. Allerdings räumt er ein, dass dies ökonomisch ein "Verlustgeschäft" wäre, da Beamte im Schnitt länger leben und damit die Rentenkasse stärker belasten würden. Deutliche Kritik an der "Rente mit 63" Besonders scharf fällt seine Kritik an der Altersrente für besonders langjährig Versicherte aus. Diese wird auch "Rente mit 63" genannt, obwohl man inzwischen älter sein muss, um sie erhalten zu können. Frührenten machten inzwischen rund 60 Prozent aller Altersrenten aus. Die reguläre Altersrente sei seltener geworden als die vorgezogene. "Das ist natürlich ein Unding", sagte Börsch-Supan der "SZ". Vor allem die "Rente mit 63" sei "nicht nur eine ökonomische, sondern auch eine sozialpolitische Dummheit". Sie komme keineswegs vorrangig gesundheitlich angeschlagenen Geringverdienern zugute. Im Gegenteil profitierten überdurchschnittlich gut verdienende und gesunde Beschäftigte. Eine weitere Anhebung des gesetzlichen Rentenalters über 67 hinaus hält er derzeit nicht für nötig. Die Rente mit 67 sei sinnvoll gewesen, ebenso der Nachhaltigkeitsfaktor , der demografische Lasten zwischen Jung und Alt verteile und durch die aktuelle Haltelinie außer Kraft gesetzt ist. Nach Börsch-Supans Berechnungen wäre eine Rente mit 68 "erst Anfang bis Mitte der 2040er-Jahre" erforderlich. Grundsätzlich müsse das Rentenalter langfristig etwa alle 13 Jahre um ein Jahr steigen. Aktivrente bringt vor allem Mitnahmeeffekte Auch die neue Aktivrente, ein Steuervorteil für Menschen, die über das Rentenalter hinaus arbeiten , sieht Börsch-Supan kritisch. Sie erzeuge "im Wesentlichen Mitnahmeeffekte". Viele arbeiteten ohnehin weiter und erhielten nun zusätzlich eine Steuerersparnis von rund 400 Euro im Monat. Die ausgeweitete Mütterrente sei zwar für ältere Mütter gerecht, belaste aber jüngere Generationen stärker, weil deren Beiträge zur Rentenversicherung steigen. Betriebsrenten statt individueller Aktienprodukte Für die Zukunft der Altersvorsorge plädiert Börsch-Supan für einen stärkeren Ausbau der betrieblichen Altersvorsorge. Die individuelle private Vorsorge, etwa in Form staatlich geförderter Aktienprodukte, hält er dagegen für ungeeignet. Die Erfahrung mit der Riester-Rente habe gezeigt, dass solche Modelle "zu teuer" seien, der Aufwand zu groß und die Rendite am Ende zu gering. Einen aktuellen Gesetzentwurf von Finanzminister Lars Klingbeil, wonach Banken und Versicherungen ein staatlich gefördertes Standardprodukt für Aktienvorsorge anbieten sollen, lehnt er ab. Man werde "haargenau dasselbe Desaster wieder erleben" wie bei Riester, sagte er der "SZ". Stattdessen sollten insbesondere kleine und mittlere Unternehmen leichter Zugang zu Betriebsrentenmodellen erhalten.














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