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Wehrbericht 2025: Wehrbeauftragter zweifelt Pistorius-Ziel an

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Der Wehrbeauftragte Henning Otte hat den Jahresbericht der Bundeswehr vorgestellt. Beim neuen Wehrdienst stellt er ein zentrales Ziel der Bundesregierung infrage. Henning Otte wollte es anders machen als seine Vorgänger. Der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestags stellte am Dienstag den Jahresbericht der Bundeswehr 2025 vor. Das Dokument solle ausdrücklich "kein Mängelbericht" sein, betonte der CDU-Politiker bei der Präsentation. Und größtenteils hielt sich Otte auch daran – allerdings nur größtenteils. Der knapp 100-seitige Bericht ist dennoch reichhaltig gespickt mit Kritik. Vor allem bei den zentralen Themen Personal, Infrastruktur, Material sowie der Vereinbarkeit von Familie und Dienst sieht Otte akuten Handlungsbedarf. Ziel müsse es sein, die Bundeswehr angesichts einer unsicheren Weltlage kriegstüchtig aufzustellen, so Otte. "Unsere Truppe muss in Schutz und Sicherung so ausgestattet werden, dass sie zu jeder Zeit die Einsatzfähigkeit gewährleisten kann." Deutschland sei "mit einer realen und unmittelbaren Bedrohung konfrontiert", der die Bundeswehr mit glaubhafter Abschreckung begegnen müsse. "Kämpfen können, um nicht kämpfen zu müssen", fasst Otte das Leitmotiv seines Berichts zusammen. Doch das Vorhaben, der russischen Bedrohung eine abschreckungsfähige und einsatzbereite Bundeswehr entgegenzustellen, sieht der Wehrbeauftragte durch zahlreiche Probleme gefährdet: durch eine steigende Zahl sexistischer Übergriffe und rechtsextremer Vorfälle, einen weiterhin geringen Frauenanteil, strukturelle Defizite bei der Ausrüstung sowie einen Investitionsstau von 67 Milliarden Euro. Das größte Problem aber sieht Otte an anderer Stelle. Personalnot der Bundeswehr Beim Personal, der "zentralen Herausforderung für die Bundeswehr", gibt es laut Otte zunächst auch Positives zu vermelden: Die Zahl der aktiven Soldaten stieg zum Jahresende auf 184.194 – ein Plus von rund 3.000 gegenüber dem Vorjahr. Es war das einstellungsstärkste Jahr seit der Aussetzung der Wehrpflicht 2011. Auch die Zahl der Bewerber legte zu: Nach rund 51.000 im Vorjahr bewarben sich 2025 etwa 56.000 Menschen bei der Truppe. Doch die kleinen Erfolgsmeldungen reichen Otte nicht. Das bekannte Problem der hohen Abbrecherquote bleibt bestehen. Sie liege weiterhin bei rund 20 Prozent. Otte führt dies auf "oftmals falsche Vorstellungen" der Bewerber zurück, aber auch auf nicht eingehaltene Zusagen von Vorgesetzten im Bewerbungsgespräch. Zudem scheitere es häufig an fehlenden heimatnahen Einsatzmöglichkeiten, die sich viele Bewerber wünschten, um den Dienst mit Familie und Privatleben vereinbaren zu können. Kritik an Pistorius' Wehrdienst-Gesetz Deutliche Worte findet Otte für das Wehrdienstmodernisierungsgesetz, ein Kernprojekt von Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) . Das im Dezember 2025 beschlossene Gesetz soll die jahrelange Personalnot der Truppe lindern und setzt vor allem auf Freiwilligkeit und attraktivere Dienstbedingungen. Das Gesetz war ein mühsamer Kompromiss in der schwarz-roten Koalition, bei dem sich letztlich die SPD mit dem Freiwilligenmodell durchsetzte. Nur wenn sich nicht genügend Freiwillige melden, soll eine Bedarfswehrpflicht geprüft werden. Der Wehrbeauftragte macht deutlich, dass er dem Ansatz wenig abgewinnen kann. "Ohne eine konsequente und nachhaltige Personalstrategie droht eine Diskrepanz zwischen politischen Ambitionen und militärischer Realität", lässt der Wehrbeauftragte in seinem Bericht wissen. Otte äußert offen seine "Zweifel an der Erfolgsaussicht des Freiwilligkeitsprinzips". Daher müsse das Aufwuchsziel von 260.000 aktiven Soldaten und 200.000 Reservisten bis 2035 vom Bundestag regelmäßig überprüft werden. Sollte das Gesetz nicht den erhofften Personalzuwachs bringen, sei "die Rückkehr zur Wehrpflicht der konsequente nächste Schritt". "Entscheidungen zur Wehrhaftigkeit unseres Landes dulden keinen weiteren Aufschub", mahnt er. Bundeswehr zu "kopflastig" Zugleich warnt Otte, die Bundeswehr sei strukturell zu "kopflastig", was ihre Einsatztauglichkeit gefährde. In seinem Bericht verweist er auf einen zu geringen Anteil von Mannschaftssoldaten, der bei lediglich 29,3 Prozent liege. "Innerhalb der aktuellen Personalstruktur der Bundeswehr kommt somit im Verhältnis auf einen Mannschaftssoldaten fast ein Offizier." Ob der Auftrag der Landes- und Bündnisverteidigung unter diesen Voraussetzungen nachhaltig bewältigt werden könne, sei "fraglich". Das Problem eines überdimensionierten Führungsapparats – zu viele Offiziere, zu wenig Kampftruppe – ist seit Jahren bekannt. Auch Ottes Vorgängerin Eva Högl hatte das Missverhältnis zwischen höheren und unteren Dienstgraden kritisiert. Eine Besserung erkennt Otte bislang nicht. Seine nüchterne Bilanz: "Hier hat sich nichts wesentlich geändert." Bei Ausrüstungsmängeln bleibt Otte vage Beim Material fällt auf, dass Otte deutlich weniger konkrete Zahlen nennt als seine Vorgänger – aus Sicherheitsgründen, wie er betont. Um keine Rückschlüsse auf Fähigkeiten und Schwächen der Bundeswehr zuzulassen und die Sicherheit der Soldaten nicht zu gefährden, verzichte er auf Details. Seine Vorgängerin Högl kritisierte damals etwa das Fehlen von Unterwäsche und Winterjacken bei Soldaten in Litauen , was zu einem medialen Aufschrei führte. Was er benennt, lässt dennoch aufhorchen. Nachholbedarf bestehe vor allem bei der Beschaffung von Drohnen und Abwehrsystemen sowie bei der Digitalisierung von Führung und Kommunikation. Besonders problematisch sei das Projekt D-LBO ("Digitalisierung landbasierter Operationen"). Der Digitalfunk gilt als zentrales Vorhaben der Zeitenwende und soll eine moderne Vernetzung von Soldaten, Fahrzeugen und Waffensystemen ermöglichen. Doch das rund 20 Milliarden Euro schwere Projekt verzögert sich erheblich – unter anderem, weil viele der bestellten Funkgeräte nicht in die vorhandenen Fahrzeuge passen. Otte nennt die Verzögerungen im Bericht "besorgniserregend". Sie behinderten "die dringend notwendige Modernisierung der Führungs- und Kommunikationsmittel der Bundeswehr sowie ihre Interoperabilität mit Nato-Partnern". Alle Beteiligten seien aufgefordert, "rasch eine tragfähige Lösung für die Truppe zu erreichen". Brigade Litauen: Wo kommen die Soldaten her? Ottes Zweifel am Kurs der Bundesregierung , die Personallücke der Truppe mit Freiwilligen zu füllen, zeigt sich auch an der Brigade Litauen . Die Panzerbrigade 45, wie sie offiziell heißt, soll Ende 2027 als voll einsatzbereiter Kampfverband die Nato-Ostflanke schützen. Die Brigade gilt als "Leuchtturmprojekt" der Zeitenwende und soll Deutschlands Anspruch als militärische Führungsnation in Europa untermauern. Für die geplante Sollstärke von 5.000 Soldaten fehlen noch rund 2.200, die sich möglichst aus Freiwilligen rekrutieren sollen. Doch Otte ist skeptisch, ob das klappt. Denn die Freiwilligenmeldungen bleiben bisher hinter den Erwartungen zurück. Otte mahnte auf der Pressekonferenz daher eine Kurskorrektur an: "Das Verteidigungsministerium muss jetzt noch mal alle Kräfte bündeln, um noch mal Werbung zu machen und an die Freiwilligkeit zu appellieren." Sollten alle Stricke reißen, kann sich Otte allerdings auch eine Verpflichtung vorstellen. "Am Ende des Tages muss das Verteidigungsministerium aber auch sicherstellen, dass die Brigade dann auch einsatzbereit ist." Strukturen "in großen Teilen nicht effektiv" Auch bei den Themen Beschaffung und Bürokratie spart Otte nicht mit Kritik am Pistorius-Haus. Mit der Lockerung der Schuldenbremse für Verteidigungsausgaben habe der Bundestag die finanziellen Voraussetzungen für eine kriegstüchtige Bundeswehr geschaffen. Doch müsse das Geld jetzt effizient eingesetzt werden, mahnt Otte. Die "Unterfinanzierung der Bundeswehr" sei keine Ausrede mehr, heißt es in dem Bericht. Ohne Pistorius namentlich zu erwähnen, drängt Otte darauf, Führungsstrukturen zu verschlanken, die Beschaffungsprozesse zu erhöhen und die Truppe von "militärfremder Bürokratie" zu befreien. Die aktuellen Strukturen in der Bundeswehr und im Verteidigungsministerium seien zu kompliziert und "in großen Teilen nicht effektiv". Damit reiht sich Otte in die lange Tradition seiner Amtsvorgänger ein, die über schleppende Verfahren und bürokratische Hürden klagen. Pistorius hat bereits angekündigt, bis Ostern Strukturreformen vorzulegen, unter anderem für das Beschaffungsamt und das Ministerium selbst. Ob Ottes Mahnungen dort Gehör finden, wird sich zeigen.














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