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"Die Aussprache": Oscar-gekröntes Meisterwerk um weibliche Selbstbestimmung

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Die Schauspiel-Schwergewichte Rooney Mara, Frances McDormand, Jessey Buckley und Claire Foy in einem Film? Wer weiß, ob man ein Werk wie das mit dem Drehbuch-Oscar prämierte Drama "Die Aussprache" noch einmal sehen wird. ARTE zeigt Sarah Polleys Frauen-Studie nach dem Bestseller von Miriam Toews.

"Wie kann Liebe zu so viel Gewalt führen?" – Auf diese Frage gibt es im Film "Die Aussprache" keine einfache Antwort. Vielleicht gibt es überhaupt keine Antwort. Aber man muss doch darüber reden, darin sind sich die meisten Protagonistinnen in dieser Geschichte einig. Und was dabei herauskommt, ist großes Kino: Sarah Polleys "Die Aussprache" erntete eine Menge Kritikerlob, war für den Oscar als "bester Film" nominiert und obsiegte in der Drehbuch-Kategorie.

Schauplatz ist eine isoliert lebende Glaubensgemeinde, die sich nach außen streng abschottet und nach innen noch strengeren Prinzipien folgt. Der Zusammenhalt und der Glaube stehen über allem. Und die Liebe, zumindest theoretisch. In der Gemeinde kommt es jedoch immer wieder zu sexuellen Übergriffen durch die Männer, und ein paar tapfere Frauen wollen ihren Schmerz nicht länger herunterschlucken: Ona (Rooney Mara), Salome (Claire Foy), Mariche (Jessie Buckley) und weitere weibliche Mitglieder der Gruppe treffen sich heimlich, um über das Erlebte zu sprechen.

Gerade das Ungesagte erhält großes Gewicht

Und um zu beratschlagen, wie man damit umgehen soll. Einfach den Mund halten? Bleiben und die Auseinandersetzung suchen? Oder abhauen? Nichts davon wäre leicht – nicht in dieser Gemeinschaft, in der alle durch eine gemeinsame Vision geeint sind. "Die Aussprache" thematisiert auf eindringliche Weise die zerstörerische Kraft von Missverständnissen und unausgesprochenen Gefühlen in zwischenmenschlichen Beziehungen. Vor allem zeigt der Film, wie stark Wahrnehmung und Interpretation von Aussagen die Realität formen. Figuren reden aneinander vorbei, hören selektiv zu oder verschweigen Entscheidendes aus Angst vor Verletzlichkeit. Dadurch entstehen Spannungen, die sich zunehmend verdichten.

Die Kameraarbeit und die ruhige Inszenierung verstärken diesen Eindruck, indem sie Blicke, Pausen und Zwischentöne betonen. Gerade das Ungesagte erhält großes Gewicht. Regisseurin und Drehbuchautorin Sarah Polley ("An ihrer Seite") inszenierte "Die Aussprache" nach einer gleichnamigen Romanvorlage von Miriam Toews, die ihrerseits von einer mennonitischen Kolonie in Bolivien inspiriert wurde.

Die Aussprache – Mo. 09.03. – ARTE: 21.50 Uhr















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