2. Fußball-Bundesliga: Der Capitano geht voran - Zwei Hauptmann-Tore bringen Punkt
Zur Halbzeit kann Dynamo von einem Dreier in Karlsruhe träumen. Doch wieder einmal zieht man sich viel zu weit zurück und kassiert folgerichtig noch den Ausgleich.
Mit seinem ersten Doppelpack in der 2. Fußball-Bundesliga hat Niklas Hauptmann seinem Team den Weg zum nächsten Punkt geebnet. Beim 3:3 (3:1)-Unentschieden beim Karlsruher SC netzte der Kapitän bereits in Halbzeit eins (3., 44.) zweimal ein. Zwischendurch traf Ben Bobzien (28.) zu seinem ersten Dynamo-Tor. Doch es reichte nicht, weil Karlsruhe durch zwei Elfmeter von Marvin Wanitzek (23.,90.+3) und einem Treffer von Louey Ben Farhat (68.) dagegen hielt. Platz 13 liest sich gut, ist aber alles andere als ein Ruhekissen. Greuther Fürth auf dem Relegationsplatz hat wie Dynamo 26 Punkte.
"Nach der ersten Halbzeit sind es zwei verlorene Punkte. Wir hatten nicht mehr den Mut, Fußball zu spielen. Es gab zu viele lange Bälle, keine Verlagerungen mehr. In der Abwehr haben wir weder Kopfbälle noch zweite Bälle gewonnen", sagte Dynamo-Trainer Thomas Stamm enttäuscht am Sky-Mikrofon. Auch Jason Ceka sprach von einer gefühlten Niederlage, merkte aber auch an: "In unserer Situation ist jeder Punkt wichtig. Aber wir hätten so spielen müssen, wie in der ersten Halbzeit."
Stamm hatte sein in den vergangenen Wochen so erfolgreiches Team nur auf einer Position notgedrungen verändert. Für den gesperrten Jakob Lemmer rückte wieder Ceka in die Startelf, die sich enorm selbstbewusst präsentierte. Noch ehe der KSC einmal den Ball in der Dynamo-Hälfte hatte, stand es bereits 1:0.
KSC-Ersatztorhüter Himmelmann sieht zweimal unglücklich aus
Dabei nutzten die Sachsen in Person von Hauptmann die Verunsicherung in der Karlsruher Hintermannschaft nach dem Torwartwechsel. Robin Himmelmann, der den gelbgesperrten Stammkeeper Hans Christian Bernat vertreten musste, seit zwei Jahren aber keine Spielpraxis mehr hatte, ließ einen unbedingt haltbaren Schuss des Dynamo-Antreibers unter seinen Armen durchrutschen.
Knapp 20 Minuten brauchten die Badener, um sich neu zu sortieren, kamen aber dann ihrerseits mit der ersten Chance zum Ausgleich. Dynamo-Keeper Tim Schreiber hatte einen Kopfball nach Ecke nur nach vorn abwehren können, beim Versuch, zu klären, traf er den einlaufenden Christoph Kobalt am Fuß. Den Strafstoß verwandelte Wanitzek souverän.
Doch die Dynamos schlugen umgehend zurück. An eine eher abgerutschte Ceka-Flanke kam Bobzien irgendwie noch mit der Fußspitze heran und überraschte damit Himmelmann ein zweites Mal. Karlsruhe musste sich wieder sammeln, lief dabei aber in einen Dynamo-Konter. Hauptmann marschierte in großem Tempo und bedrängt durchs gesamte Mittelfeld, spielte einen Doppelpass mit Vincent Vermeij und vollendete etwas glücklich, aber auch gekonnt.
KSC setzt Dynamo nach der Pause unter Druck
Nach der Pause versuchte sich Bobzien (48.) mit einem Schlenzer, den Himmelmann stark parierte. Es war die letzte Offensivaktion der Dresdner für lange Zeit, denn nun drückte der KSC. Eine taktische Umstellung auf Viererkette sorgte für mehr Sicherheit, gleichzeitig wurde das Angriffsspiel belebt. Schreiber stand bei einem Wanitzek-Freistoß (60.) und Roko Simic (62.) im Mittelpunkt, gleichzeitig vergaben die Gastgeber durch Ben Farhat (64.) noch eine Chance. Beim Anschluss des KSC war Schreiber aber machtlos. Ebenso bei einem Simic-Kopfball (70.), der vom Innenpfosten aber wieder ins Feld sprang.
Erst danach wurde Dynamo wieder engagierter im Spiel nach vorn. Bei einem Schuss von Jonas Sterner (74.) reagierte Himmelmann, der nun stabiler wirkte als in Halbzeit eins, wieder stark. Insgesamt kam von den Gästen aber viel zu wenig Entlastung, die Bälle wurden viel zu schnell hergeschenkt, im Deckungsverbund zudem gefährlich unsauber agiert.
So wie in der dritten Minute der Nachspielzeit. Alexander Rossipal trifft Lilian Egloff auf der Strafraumlinie, der VAR gibt das Zeichen Elfmeter. Wanitzek verwandelte erneut lässig und sicher zu seinem 13. Saisontor. Bei einem Abseitstor von Ben Farhat (90.+6) hatte Schwarz-Gelb sogar noch Glück, dass die Partie nicht gänzlich verloren ging.
