Baden-Württemberg-Wahl: Hagel bietet Rücktritt an – CDU lehnt ab
Nach der knapp verlorenen Landtagswahl in Baden-Württemberg hat CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel seinen Rücktritt als Landeschef angeboten. Der Landesvorstand lehnte das allerdings ab. Baden-Württembergs CDU-Chef Manuel Hagel hat nach seiner knappen Wahlniederlage bei der Landtagswahl der Partei seinen Rücktritt angeboten. Das Angebot sei klar und einstimmig abgelehnt worden, sagte Landesgeneralsekretär Tobias Vogt und bestätigte einen Bericht des SWR . Auch die "Bild" hatte dies unter Berufung auf Teilnehmer einer Sitzung des CDU-Landesvorstands am Montagabend berichtet. Demnach habe Hagel in der Runde erklärt, für ihn sei Führung stets mit Verantwortung verbunden. Deshalb habe er angeboten, beiseitezutreten und den Weg für eine neue Parteiführung freizumachen. Laut dem Bericht lehnten die Mitglieder des Landesvorstands das jedoch ab und sprachen sich geschlossen dafür aus, dass Hagel im Amt bleibt. Nach Angaben von "Bild" soll Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU), frühere Generalsekretärin der baden-württembergischen CDU , Hagel in der Sitzung ermutigt haben. Die Partei habe 56 Mandate gewonnen und ihr Ergebnis um rund sechs Prozentpunkte verbessert. Das sei ein Ergebnis "auf Augenhöhe" mit den Grünen und auch ein Verdienst Hagels gewesen, wird sie dort zitiert. Unterstützung für Hagel aus CDU-Zentrale Auch aus der Parteiführung sei Unterstützung für Hagel gekommen. Vize-Generalsekretärin Christina Stumpp habe laut "Bild" erklärt, die knappe Niederlage gegen die Grünen sei nicht Hagel anzulasten. Vielmehr habe eine "Schmutzkampagne" gegen ihn "Spuren hinterlassen". CDU-Vize Andreas Jung habe dem Bericht zufolge betont, Hagel genieße das volle Vertrauen der Partei. Er habe den Auftrag, mögliche Koalitionsgespräche zu führen und die Positionen der CDU zu vertreten. Bei der Wahl am Sonntag hatten die Grünen mit 30,2 Prozent knapp Platz eins vor der CDU mit 29,7 Prozent erreicht. Im neuen Landtag kommen aber beide Fraktionen auf jeweils 56 Mandate. Die SPD war auf 5,5 Prozent abgesackt. Eine Fortführung der Koalition aus Grünen und CDU ist derzeit die einzig realistische Regierungsoption.