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Bundesbank fordert Renten-Reformen: höheres Alter, Aus für Rente mit 63

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Mehr arbeiten, später in Rente gehen: Die Bundesbank präsentiert Reformideen für das Rentensystem. Was sich aus ihrer Sicht für Versicherte ändern sollte. Die Deutsche Bundesbank erhöht den Druck in der Rentendebatte. In einer aktuellen Stellungnahme an die Alterssicherungskommission nennt sie konkrete Reformen, die aus ihrer Sicht dringend nötig sind. Im Zentrum steht vor allem eine Botschaft: Ohne längere Lebensarbeitszeiten und strukturelle Anpassungen wird die gesetzliche Rente langfristig nicht finanzierbar sein. Rentenalter soll automatisch steigen Der wichtigste Vorschlag betrifft das Renteneintrittsalter . Nach Vorstellung der Bundesbank soll es künftig regelgebunden an die Lebenserwartung gekoppelt werden. Mit 65, 75 und 85 Jahren: So lange leben Sie statistisch gesehen noch Vorreiter: Diese Länder koppeln den Renteneintritt an die Lebenserwartung Die Logik dahinter ist einfach: Wenn Menschen länger leben, sollen sie auch länger arbeiten. Andernfalls verlängert sich automatisch die Rentenbezugsdauer und das Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentenempfängern verschiebt sich immer weiter. Die Folge wäre ein wachsendes Finanzierungsproblem. Die Bundesbank schlägt deshalb vor, das Renteneintrittsalter nach 2031, wenn die Rente mit 67 vollständig umgesetzt ist, schrittweise weiter steigen zu lassen. Ein Teil der zusätzlichen Lebensjahre soll in Arbeit, ein Teil in den Ruhestand fließen. Frührente ohne Abschläge soll abgeschafft werden Deutlich positioniert sich die Bundesbank auch gegen die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren ( "Rente mit 63" ). Diese Regelung durchbreche das sogenannte Äquivalenzprinzip ("Wer mehr einzahlt, bekommt mehr"), da Menschen durch den früheren Renteneintritt ohne Einbußen länger Leistungen beziehen, für die sie keine Beiträge eingezahlt haben. Ein weiterer Punkt: Ein erheblicher Teil der Begünstigten arbeitet laut Studien nicht in besonders belastenden Berufen, für die diese Rentenart einst geschaffen wurde. Das Argument der besonderen Härte greife also nicht immer. Reformlasten sollen breiter verteilt werden Die Bundesbank warnt davor, einzelne Stellschrauben politisch auszuklammern. Stattdessen müsse die Anpassung breiter verteilt werden. Das betrifft vor allem vier Punkte: Beitragssatz Rentenniveau Renteneintrittsalter Bundeszuschüsse Aktuell hält die Bundesregierung das Rentenniveau stabil. Es darf bis 2031 nicht niedriger sein als 48 Prozent . Damit schützt die Politik diese Stellgröße, was automatisch zu Belastungen bei den anderen Stellschrauben führt, etwa zu höheren Beiträgen oder mehr Steuergeld. Abschläge und Zuschläge neu berechnen Auch die Regeln für einen früheren oder späteren Renteneintritt sollen überarbeitet werden. Nach Einschätzung der Bundesbank sind die aktuellen Abschläge bei der Altersrente für langjährig Versicherte nach 35 Beitragsjahren zu niedrig. Frühverrentung sei damit vergleichsweise attraktiv. Die Abschläge betragen derzeit 0,3 Prozent für jeden Monat, den jemand früher in Rente geht, als es seine Regelaltersgrenze vorsieht. Experten wie der Wirtschaftsweise Martin Werding hatten ausgerechnet, dass Abschläge von etwa 0,5 Prozent angemessen wären. Gleichzeitig sind die Zuschläge für späteres Arbeiten laut Bundesbank eher zu hoch. Wer seinen Renteneintritt verschiebt, erhält aktuell pro Monat einen Bonus von 0,5 Prozent. Künftig sollten diese Werte regelmäßig überprüft und stärker an realen demografischen Entwicklungen ausgerichtet werden, schreibt die Bundesbank. Arbeiten im Alter attraktiver machen Wer über das gesetzliche Rentenalter hinaus arbeitet, stößt derzeit auf ein Problem: Arbeitgeber zahlen zwar weiter Beiträge, daraus entstehen aber keine zusätzlichen Rentenansprüche, wenn Beschäftigte selbst keine Beiträge leisten. Die Bundesbank schlägt daher vor, Arbeitgeberanteile direkt an Beschäftigte auszuzahlen und freiwillige Weiterzahlungen in die Rentenversicherung zu ermöglichen. Das würde einen Anreiz bieten, länger im Job zu bleiben. Die Bundesregierung hat stattdessen die Aktivrente eingeführt , mit der Menschen im Rentenalter bis zu 2.000 Euro pro Monat steuerfrei hinzuverdienen dürfen. Rentenberechnung realistischer machen Ein weiterer Vorschlag betrifft die sogenannte Standardrente. Bislang basiert sie auf 45 Beitragsjahren. Steigt allerdings das Rentenalter, arbeiten die Menschen im Schnitt länger und zahlen auch länger ein. Aus Sicht der Bundesbank müsste man bei der Berechnung der Standardrente entsprechend mehr Beitragsjahre berücksichtigen. Das hätte zur Folge, dass das ausgewiesene Rentenniveau höher ausfallen würde, was gleichzeitig den Druck auf die Beitragssätze senken würde. Mehr Klarheit bei Steuergeldern für die Rente Kritisch sieht die Bundesbank auch die bisherige Praxis bei Bundeszuschüssen. Der Staat finanziert derzeit einen erheblichen Teil der Renten über Steuergelder. Dabei ist aber oft unklar, welche Leistungen genau damit gedeckt werden. Nötig sei daher eine klare Definition sogenannter versicherungsfremder Leistungen. Das sind Leistungen, die nicht direkt durch Beiträge gedeckt sind – etwa sozialpolitische Maßnahmen. Diese sollten konsequent über Steuern finanziert werden. So soll es etwa bei der beschlossenen Mütterrente III passieren. Solche Reformen sollten allerdings nur mit klarer Gegenfinanzierung beschlossen werden, da auch der Bundeshaushalt selbst unter starkem Druck stehe. Private Vorsorge soll stärker werden Neben der gesetzlichen Rente setzt die Bundesbank auch auf mehr kapitalgedeckte Vorsorge. Konkret fordert sie: einfachere und günstigere Produkte, mehr Transparenz, gezielte Förderung für Geringverdiener. Allerdings sei klar, dass diese Maßnahmen erst langfristig wirken und die aktuellen Finanzprobleme nicht lösen könnten. Die Bundesregierung hat hier bereits Schritte unternommen und eine Reform der privaten Altersvorsorge in Bundestag und Bundesrat eingebracht. Unter anderem ist mit dem sogenannten Altersvorsorgedepot ein renditestarker Nachfolger für die Riester-Rente geplant.














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