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Hans-Georg Maaßen: Werteunion will hohe Summe für Anwälte zurück

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Hans-Georg Maaßen klagte und ließ sich das von der Werteunion bezahlen. Bei dem Verein verlangt man jetzt vom früheren Vorsitzenden Geld zurück und stellt einen Verdacht in den Raum. 10,5 auf 7,4 Zentimeter groß, etwas vergilbt, mit dem Logo, das die CDU bis ins Jahr 1994 nutzte – und in der Mitte durchgeschnitten: Hans-Georg Maaßen postete im Januar 2024 das Foto seines zerteilten CDU-Mitgliedsausweises und einer Schere, um seinen Austritt aus der Partei zu verkünden. Er wollte sich voll auf den "Aufbau der Werteunion als neue bürgerliche Partei konzentrieren", erklärte er. Fünf Tage zuvor hatten die Mitglieder des Vereins Werteunion die Gründung der Partei beschlossen. Da hatten sie auch entschieden, dass der Verein Anwaltskosten von Hans-Georg Maaßen für seinen Kampf gegen den Rauswurf aus der CDU übernimmt. Das Verfahren hatte sich damit erledigt, die Kosten von 120.000 Euro dafür nicht. Die sind jetzt noch einmal Thema, weil inzwischen auch das Tischtuch zwischen Maaßen und seinem früheren Verein zerschnitten ist. Die Werteunion will Geld von ihrem früheren Vorsitzenden zurück, das an die Rechtsanwaltskanzlei Höcker für zwei Maaßen-Verfahren geflossen ist. Im Raum steht eine Rückforderung von rund 40.000 Euro. Die Mitgliederversammlung der Werteunion hat am Samstag im rheinland-pfälzischen Andernach entschieden, dem früheren Vorstand um Maaßen die Entlastung zu verweigern. Das soll den Weg zu Rückforderungen offenhalten. Der Vorstand des Vereins erhielt den Auftrag, Wege zu prüfen, das Geld von Maaßen zurückzuerhalten. Der Vorschlag, damit abzuschließen, wurde nur kurz diskutiert. Dagegen gab es großen Applaus für die Forderung eines Redners, "Maaßen nicht damit einfach davonkommen" zu lassen. Maaßen schielt auf Ministeramt in Sachsen-Anhalt Der Unmut über den früheren Verfassungsschutzchef sitzt tief. Dieser tritt nach dem gescheiterten Kapitel Werteunion weiterhin selbstbewusst auf, hat sich sogar als möglicher Innenminister für Ulrich Siegmund in Sachsen-Anhalt ins Gespräch gebracht: "Wenn es dem Land hilft, würde ich es machen", hatte er der "Zeit" gesagt. Maaßens Nachfolger als Vereinsvorsitzender bei der Werteunion, Kay-Achim Schönbach, beklagte, Maaßen habe den Verein nur als Geldgeber und Plattform gesehen, um selbst wirken zu können. Zudem habe Transparenz gefehlt. Der aktuelle Vorstand wartet nach Darstellung von Schatzmeister Carl Maria Falck noch auf die Herausgabe von diversen Vereinsunterlagen aus den Jahren 2024 und 2025. Rechnungen fehlen. Man habe Anwälte einschalten müssen, um von anderen Anwälten Auskunft zu erhalten, wofür die vom Verein zu Zeiten Maaßens Geld erhalten hatten. Viele Zahlungen seien nur über die Bewegungen auf den Konten nachzuvollziehen gewesen, auf die der Verein erst im Januar Zugriff erhalten habe. Im Raum stehen auch Vorwürfe, dass mit Geldern des Vereins nicht satzungsgemäß umgegangen worden sei. Beisitzer Klaus-Peter Jürcke, Richter in Berlin , sprach gar vom Verdacht der Untreue. Maaßen lässt solche Vorwürfe auf Anfrage über seinen damaligen Schatzmeister Udo Kellmann zurückweisen. Maaßen war im Oktober 2025 aus Verein und Partei ausgetreten, als klar wurde, dass er mit ihm nahestehenden Vorstandsmitgliedern keine Mehrheit mehr für eine Wiederwahl an die Vereinsspitze bekommen wird. Er hatte die Werteunion seit Januar 2023 geführt. In dieser Zeit hatte der Verein eine Partei gegründet, das Guthaben des Vereins schmolz für die neue Partei und Maaßens Rechtsstreitigkeiten zusammen. Schatzmeister Carl Maria Falck legte nun aktuelle Zahlen vor. Ein kleines Gremium hatte sich zu einer dreitägigen Klausur getroffen, um diese zu ermitteln: Nach Beschlüssen des Vereinsvorstands unter Maaßen waren 142.000 Euro vom Verein an die Partei unter Vorsitz von Maaßen gespendet worden – ohne dass der Verein Informationen erhalten habe, wofür es verwendet worden sei. Anwaltskanzlei erhielt fast 110.000 Euro für Streit mit CDU Dazu kommen die Zahlungen für Maaßens Rechtsstreitigkeiten. Beim Parteiausschlussverfahren standen die Kosten bei gut 107.190 Euro für die Kanzlei Höcker und 11.900 Euro für ein Rechtsgutachten. Für das Verfahren von Maaßen gegen das Bundesamt für Verfassungsschutz flossen nach den Rekonstruktionen des Vorstands 54.740 Euro. Dem gegenüber stehen Einnahmen, die durch zweckgebundene Spenden erzielt wurden. Maaßen und der Verein hatten 2024 aufgerufen, für seinen Rechtsstreit mit der CDU zu spenden. Von den eingegangenen Beträgen war sogar noch etwas übrig, als die Kosten dieses Verfahrens bezahlt waren. Als aber für Maaßens weiteres Verfahren die Kosten vom Verein getragen wurden, reichten die Spenden dafür offenbar nicht mehr. Laut Schatzmeister Falck musste der Verein 38.758 Euro aufbringen, weil die Rechnungen den Spendenbetrag überschritten hätten. Dabei seien Spendeneingänge großzügig zu Maaßens Gunsten auch ohne den expliziten Verwendungszweck gerechnet worden. Die errechnete Summe von knapp 39.000 Euro steht als Rückforderung im Raum, einzelne Redner sprachen von einem höheren Betrag. Unklar ist aus Sicht des heutigen Vorstands auch, auf welcher Grundlage der Verein überhaupt für Maaßens Verfahren gegen den Verfassungsschutz Kosten übernahm. Bei der Unterstützung fürs CDU-Verfahren war das klar. Die hatte die Mitgliederversammlung beschlossen. Die CDU hatte Maaßen mit Verweis auf seine Funktion bei der Werteunion hinauswerfen wollen. Das war in der Mitgliederversammlung 2024 ein starkes Argument für eine Übernahme von Anwaltskosten für Maaßen. Als Ausschlussgrund waren aber auch aus Sicht der CDU-Führung völkische, verschwörungsideologische beziehungsweise parteischädigende Äußerungen genannt worden. Maaßen hatte mit seinen Anwälten bei einem Parteigericht Erfolg, das ihm im Juli 2023 nur einen Verweis erteilte. Die CDU ging in die nächste Instanz, musste aber nach Maaßens Austritt aus der Partei nichts mehr tun. Fünf Tage nach der Kostenübernahme durch die Mitgliederversammlung hatte Maaßen damit den Rechtsstreit erledigt. Widersprüche zu Vorstandsbeschluss Bei Maaßens Verfahren gegen den Verfassungsschutz ist die Kostenübernahme aus Sicht des Vorstands nicht so klar. Maaßens Klage stammt von März 2024. Er will seiner früheren Behörde untersagen, ihn als "rechtsextremes Beobachtungsobjekt" einzustufen oder ihn zu beobachten und klagt auch da mit der Kanzlei Höcker. Es geht um die Frage, ob es hinreichende tatsächliche Anhaltspunkte für ziel- und zweckgerichtete Bestrebungen gegen geschützte Verfassungsgrundsätze gibt. Anders als beim CDU-Ausschlussverfahren geht es dabei nicht um Maaßens Tätigkeit für die Werteunion. Der damalige Vereinsvorstand hatte sich dennoch solidarisch mit Maaßen erklärt – Maßnahmen gegen ihn könnten auch Maaßens Anhänger in der Werteunion treffen. Es gab aber hier kein Unterstützungsvotum der Mitgliederversammlung. Ein Beschluss des damaligen Bundesvorstands könnte die Zahlungen legitimiert haben. Falck sagte aber: "Wir können nicht feststellen, ob der Bundesvorstand das formal beschlossen hat, uns liegt keine Information vor." t-online konfrontierte Maaßen mit den Vorwürfen. In seinem Auftrag erwiderte der damalige Schatzmeister Kellmann, es habe "natürlich" einen solchen Vorstandsbeschluss gegeben. Maaßen habe sich auch bei allen Beschlüssen zu Geldzahlungen an ihn enthalten. Kellmann rechnet auch Kosten und Spenden für die Verfahren anders. Der Vorstand vergleiche "Äpfel mit Glühbirnen". Im Gegensatz zu dessen Darstellung sei aus den Spenden noch ein Überschuss für die Vereinskasse geblieben. "Wenn der Bundesvorstand seinen 'Prüfauftrag' endlich abgeschlossen hat, werden wir sehen, ob da überhaupt noch gerichtsverwertbare Ansprüche übrig bleiben und uns zu gegebener Zeit ausführlich äußern." Der Verein erzielt aktuell von 3.450 Mitgliedern Jahresbeiträge von rund 175.000 Euro. Die sollen nun wieder verstärkt für eigene politische Aktivitäten des Vereins ausgegeben werden, so der Vorsitzende Schönbach. "Kommen Sie in die Puschen, dann bekommen Sie von uns das Geld dafür", ermunterte er die Mitglieder. Parteien werden große Summen so schnell nicht mehr bekommen.














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