Rauenberger Kerwe: Drei Tage beste Feierlaune
Rauenberg. (GW) Kaiserwetter zur Kerweeröffnung in Rauenberg: Selbst hartgesottene Kerweprofis konnten sich nicht an solche Temperaturen an einem Kerwetag erinnern, das Thermometer zeigte noch über 20 Grad an - Mitte Oktober. Weingott Bacchus meinte es gut mit den Rauenbergern und bescherte Vereinen, Fahrgeschäften und den Ausstellern einen Supersamstag.
Der Erfolg zeichnete sich schon am frühen Abend ab. Proppenvoll mit Besuchern war die Winzeraule im Winzermuseum, als der kleine Festumzug mit Bürgermeister Peter Seithel an der Spitze, im Gefolge das Fanfarencorps Rauenberg unter der Leitung von Dennis Menges sowie die Delegation des VfB Rauenberg mit der Kerweschlumpel, dort einzog. Die offizielle Eröffnung begann Bürgermeister Seithel gleich mit einem passenden Weinspruch. In seiner Rede ging er auf die nach seinen Worten historisch frühe Weinlese ein.
"Der Weinbau hat in Rauenberg eine lange Tradition. Aber noch nie ist so früh geherbstet worden", so Seithel. "Das Schöne dabei ist, dass die Qualitäten stimmen. Der Jahrgang 2018 wird tolle Weißweine und volumige Rotweine hervorbringen. Und die Rauenberger Winzerkunst können die Besucher nun das ganze Wochenende über probieren. In den Ständen und Straußwirtschaften der Vereine gibt es die guten Tropfen nun bis Montag zu verkosten", so Peter Seithel. Weiterhin lobte er das Engagement der Vereine und aller Beteiligten. Diese hätten alles dafür getan, damit sich die Gäste in Rauenberg wohlfühlen und ein paar frohe Stunden auf der Kerwe verbringen können.
Den königlichen Segen bekam die Rauenberger Winzerkerwe anschließend: Die Kurpfälzer Weinkönigin Mona I. war mit ihren Prinzessinnen, die beide auf den Namen Verena hören, eigens zur Eröffnung des größten Rauenberger Fests gekommen. Dem Publikum in der Winzeraule und auf der Kerwe wünschte Mona drei Tage lang beste Feierlaune und viele freudige Stunden. Weitere Grußworte sprachen die Bereichsprinzessin für den Kraichgau, Simona Maier aus Mühlhausen, und Malschenbergs Portugieserkönigin Melissa I., die mit einem fröhlichen Weinspruch die Gäste erfreute.
Höhepunkt der Kerweeröffnung ist in jedem Jahr die Taufe der Kerweschlumpel. Viel Rätselraten gab es im Vorfeld über den Namen. Die Abordnung des VfB, die aus Kerwevadder Lukas Müller, Kerwemutter Tim Kraus, Pfarrer Andreas Ritz und den Messdienern Tobias Tremmel, Laurin Laier und Lukas Nagelstumpf bestand, präsentierte sich in bester Manier. "VfBärbel" heißt die Schlumpel. Kerwevadder Lukas Müller erklärte, man freue sich, zusammen mit dem Kerwevolk zu feiern, für Kerwepfarrer Andreas Ritz war es ein Vergnügen, mit dem weinseligen Segen die Schlumpel zu taufen. VfBärbel werde nun über die drei Tage zusammen mit dem Kerwevolk ausgelassen feiern.
Danach fehlte nur noch eines: Das Anschläucheln des Weinfasses. Das vollbrachte Bürgermeister Seithel zusammen mit Marktmeisterin Meike Längle gekonnt. Anschließend gab es zu den Klängen des Fanfarencorps "Wein fer umme". Dabei fungierten Rauenbergs stellvertretende Bürgermeister Jochen Kyeck, Christiane Hütt-Berger und Theo Hess als Mundschenke. Kein Becher blieb leer und so konnten sich die Besucher beschwingt zur Kerwemeile aufmachen.
Schon früh war kein Durchkommen mehr auf Rauenbergs Gassen. Das Epizentrum der Kerwe, Ecke Haupt- und Talstraße, war schon früh schier überfüllt. Ebenso voll die Sitzgelegenheiten in den Straußwirtschaften der Vereine oder die Plätze an den vielen Weinprobierständen. Es wurde gefeiert und geschunkelt, dort ein kleiner Schwatz gehalten oder einfach nur der Rauenberger Wein genossen. Dabei war für alle Altersgruppen etwas geboten. Beim Fanfarencorps gaben sich verschiedene Gastvereine ein Stelldichein und heizten dem Publikum kräftig ein, in andern Zelten sorgten Partybands oder Alleinunterhalter für Stimmung. So verging die Zeit im Nu. Guten Zuspruch fanden auch die Stände an dem entlang der Hauptstraße aufgebauten Vergnügungspark. Alles in allem ein Kerweauftakt, wie man ihn schon lange nicht mehr hatte.
Aber mit dem Feiern in Rauenberg ist noch lange nicht Schluss. Traditionell geht es am heutigen Montag ab dem Vormittag mit den Schlachtfesten und dem Mittagessen der Vereine weiter. Den ganzen Tag über wird gefeiert und um 19 Uhr wird die Kerweschlumpel VfBärbel in der Winzeraule verbrannt, wobei sicher noch bis spät in die Nacht gefeiert wird.
