Mannheim: Wieder eine Großkontrolle - dieses Mal im Rotlichtmilieu (Update)
Mannheim (dpa/pol/mün) Die Mannheimer Polizei hat am Donnerstagabend ihre Aktion "Sichere Neckarstadt" fortgesetzt. Es wurden von 20 Uhr bis Freitagfrüh um 5 wieder Lokale im Rotlichtmilieu kontrolliert, teilt die Polizei mit. Ziel war die Überprüfung der Einhaltung des Prostitutionsschutzgesetzes, die Bekämpfung der illegalen Prostitution sowie die Einhaltung der gaststätten- und gewerberechtlichen Vorschriften.
Bei Gaststätten außerhalb des Sperrgebiets werde kontrolliert, ob sie gegen die Sperrgebietsverordnung verstoßen. Die Ergebnisse des aktuellen Einsatzes würden am Freitag mitgeteilt, hieß es.
Insgesamt waren rund 80 Beamte des Polizeipräsidiums im Einsatz, darunter auch Dokumentenprüfer und Finanzermittler der Kriminalpolizeidirektion Heidelberg sowie vier Dolmetscher für Bulgarisch, Rumänisch und Türkisch. Darüber hinaus unterstützten fünf Beamte der Steuerfahndung des Finanzamts Mannheim und fünf Beamte des Besonderen Ordnungsdienstes (BOD) der Stadt Mannheim den Einsatz.
Neben den Laufhäusern und Bordellen in der Lupinenstraße wurden auch elf Gaststätten in der Neckarstadt-West kontrolliert. Insgesamt wurden in den Bordellbetrieben 330 Personen und in den Gaststätten 62 Personen überprüft, so die Polizei.
Dabei wurden auch 120 Identitätsdokumente von den Dokumentenprüfern der Kriminaltechnik auf deren Echtheit überprüft.
Im Ergebnis besteht der Verdacht von 41 Verstößen. Das Gros liegt mit 30 Verstößen auf dem Sektor des Prostitutionsschutzgesetzes.
Wegen Verstößen gegen die Gewerbeordnung, die Gaststättenverordnung, das Landesglückspielgesetz, das Jugendschutzgesetz und das Landesnichtraucherschutzgesetz mit jeweils zwei Verdachtsfällen sowie einem Verstoß gegen Brandschutzbestimmungen sind die Ermittlungen eingeleitet.
Acht Personen waren in den bundesweiten Fahndungssystemen zur Polizeilichen Beobachtung ausgeschrieben, eine weitere Person zur Aufenthaltsermittlung.
Zur Gewährleistung der Sicherheit im öffentlichen Raum sind auch Kontrollen im Rotlichtmilieu, wie die Ergebnisse zeigen, dringend notwendig, heißt es vonseiten der Polizei. Deshalb sei beabsichtigt, die nunmehr seit vier Wochen andauernden, gezielten Kontrollaktionen auch weiterhin fortzuführen.
Durch verstärkte Polizeipräsenz und Aktionen will die Polizei das subjektive Sicherheitsgefühl der Bewohner verbessern.
"Wir werden nicht nachlassen in unserem Bestreben, dort, wo das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung beeinträchtigt ist, diese wieder zu stabilisieren", betont Polizeipräsident Andreas Stenger, "darüber hinaus treten wir dort, wo sich kriminelle Strukturen zu verfestigen drohen, bzw. Ordnungsstörungen die Qualität des öffentlichen Raums beeinträchtigen, entschieden und nachhaltig dagegen an."
Vor rund einer Woche etwa waren bei einer Kontrolle in Lokalen zahlreiche Gesetzesverstöße festgestellt worden. Nach Angaben der Polizei musste ein Kneipier schließen, weil er im Lokal auch wohnte. Bei drei Spielautomaten war die Prüfplakette abgelaufen oder die Software veraltet. Wegen Verstoßes gegen das Glücksspielgesetz wurden sie stillgelegt. Weitere Verstöße betrafen das Baurecht und das Jugendschutzgesetz. Darüber hinaus ermittelt die Polizei wegen diverser Straftaten - unter anderem wegen Hehlerei und mehreren Fällen des Verdachts der illegalen Prostitution.
Update: 22. November 2019, 16.30 Uhr
