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Ноябрь
2025

Gorewear geht: Bike-Fashion kills Radfunktionskleidung

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Gorewear geht. Eine andere Marke kommt – oder eben doch nicht. Denn was es bei Gore Bike Wear gab, scheint für Fahrrad-Funktionskleidung am Rande zur Fastfashion nicht so gut zu funktionieren, glaubt Rennrad-News-Chefredakteur Jan.

Eins vorweg. Dies ist keine wohlinformierte Analyse des Geschäfts mit Rad-Bekleidung. Es sind vielmehr erste Gedanken nach der Nachricht, dass Gorewear, ehemals Gore Bike Wear, das Geschäft mit eigener Radkleidung aufgibt. Etwas Persönliches, wenn man so will. Und dass ich darüber schreibe, liegt daran, dass mich ein langes Leben mit und vom Fahrradfahren mit der Marke verbindet. Es ist ein wenig so, als würde Cannondale die Türen schließen oder eine andere große Radmarke.

Keine Frage, das Rad-Bekleidungsgeschäft ist „äußerst wettbewerbsintensiv“, wie Michael Hullik, Geschäftsführer von W. L. Gore & Associates GmbH im Händlerbrief schreibt, der der Gorewear Schließungs Nachricht zugrunde liegt. Dass mit Rapha eine der bekanntesten Radmode-Marken bereits acht Jahre in Folge Verluste schreibt, wirft ein Licht auf das Kleidungs-Segment im Fahrrad-Bereich.

Rennrad-Kleidung und Off-Bike-Kollektionen von Bart-Creme bis Reisetasche sind das Aushängeschild, vielleicht sogar der Antrieb eines generellen Rennrad-Hypes geworden. Das einst elitäre Rapha gilt fast schon als langweiliger Mainstream. Nachdem andere Marken auf den Boom aufsetzten und eigene Modestile entwickelten, wurde deren prägendes Design zuletzt im Fall von Pas Normal Studios sogar von Fast Fashion Marken wie H&M und Jack & Jones („Original Studios“) für eigene Kleidungslinien aufgegriffen, On Bike wie Off Bike.

Vierteljährliche Sales bei den großen Radkleidungs-Marken und gefühlt wöchentliche Newsletter zu neuen Kollektions-Editionen machen klar: Radkleidung ist Fast Fashion, wenn auch mit einem anderen Preis-Schild. Die Betonung liegt auf Fashion. Und das ist der Punkt, an dem Gorewear immer ein Stück hinterherlief, eben nicht ganz so schnell, wenn ich es richtig beobachtet habe.

Ich möchte das nicht werten, außer aus Ressourcen Sicht. Ich verbinde mit Gorewear auch etwas ganz anderes: Radkleidung, die einfach funktioniert, funktioniert und funktioniert, um einen anderen Klassiker zu zitieren. Die erste Giro-Radjacke – damals von Gore-Tex – erschien 1985. Sie hatte nicht nur eine bis dahin ungekannte Atmungsaktivität. Sie war auch perfekt zum Radfahren geschnitten. Echte Radschnitte gab es damals sonst nur bei vollkommen undurchlässigen Regen-Pellerinen.

Und die Gore Giro hielt nach heutigen Maßstäben geradezu ewig. Als ich rund acht Jahre nach dem Debüt der Giro-Jacke Fahrradkurier wurde, gab es noch einige Kollegen, die mit der Giro-Regenjacke fuhren. Auch optisch hatte niemand etwas auszusetzen. Meine erste Regenjacke war eine Gore Bike Wear, die ebenfalls nie schlapp machte, obwohl sie im Kurierleben wahrscheinlich mehr Regen gesehen hat, als meine aktuelle Jacke je sehen wird – übrigens eine (mehrfach geflickte) Gorewear Shakedry, die ich wegen ihres Packmaßes, ihrer absoluten Dichtheit und überlegenen Dampfdurchlässigkeit ebenfalls nicht missen möchte.

Eine Kombi aus Gore Bike Wear Regenjacke und Regenhose hat mir mal den … gerettet, als es auf einer Bikepacking-Tour in den Ardennen 3 Tage ohne Unterlass Bindfäden geregnet hat.

Radkleidung, die funktioniert und lange hält, das ist es, was ich mit „Gore“ verbinde, egal in welcher Schreibweise. Nicht, dass andere Radkleidung das nicht auch könnte und (abgesehen von der Optik) den Schnitt oder auch die Funktion an der einen oder anderen Stelle vielleicht sogar manchmal besser trifft. Aber die Kombination aus Funktion und Langlebigkeit werde ich vermissen, glaube ich. Wenn nicht, umso besser. Tipps willkommen.

Welche Erinnerungen habt ihr aus eurer Radkarriere mit Gore?

Foto: Gore














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