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Ноябрь
2025

Zu Gast bei Graf Scheremetew: In Ostankino

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Im frisch restaurierten Ägyptischen Pavillon von Ostankino lockt eine Zeitreise (Foto: GMZ «Ostankino und Kuskowo”)

„Was stehen Sie denn an der Tür, liebe Gäste!“, ruft der Butler Efim und stolpert dabei über die Schwelle. „Kommen Sie doch schnell herein! Im Haus haben die Vorbereitungen für den Ball bereits begonnen!“ Während die ganze Gruppe vorsichtig hereinkommt und weiche Pantoffeln anzieht, um den restaurierten Parkettboden aus verschiedenen Holzarten nicht zu beschädigen, erscheinen vor ihr weitere Darsteller des immersiven Spektakels „Zu Gast bei Graf Scheremetew“: ein Mädchen, ein Gärtner, Petruschka und der leibeigene Architekt Pawel Argunow, der die allgemeine Aufsicht über den Bau des Palastes in Ostankino hatte.

Während die Schauspieler ganz natürlich die Hektik der Ballvorbereitungen besprechen, werden die Gäste Teil dieses Spektakels. Da führt Pawel Argunow schon alle zu den interaktiven und taktilen Modellen des Palastes und zu den Porträts der Besitzer des Anwesens, die ebenfalls aus seiner Feder stammen.

Da sitzen Efim und Petruschka am Tisch und spielen das Kartenspiel „Pharao“, das den hier anwesenden jungen Gästen offenbar völlig unbekannt ist. Diese beobachten gebannt mal die Karten, mal die Spielsteine, die wie alte Münzen aussehen, mal das Gezänk zwischen Petruschka und Efim. Petruschka verliert erwartungsgemäß und rennt enttäuscht in den Garten zu der Lärche, die Graf Scheremetew kürzlich selbst gepflanzt hat. Efim lächelt verschmitzt und weist die Gäste darauf hin, dass die Lärche noch klein ist und für Petruschka keine Gefahr darstellt. So betrachten die Gäste beiläufig den einleitenden Teil der Ausstellung in der Galerie und machen einen Zeitsprung: Durch das Fenster sehen sie dieselbe, aber schon große Lärche, die vor einigen Jahrhunderten gepflanzt wurde.

Aus dem nächsten Saal, dem Ägyptischen Pavillon, ertönt Frauengesang. Dort singt die Primadonna des Theaters Scheremetewa, Praskowja Kowaljowa-Schemtschugowa – eine talentierte Leibeigene, die später Gräfin Scheremetewa wurde. Schemtschugowa entschuldigt sich bei den Gästen, dass sie heute nicht ganz bei Stimme sei, und lädt sie ein, den Pavillon zu besichtigen.

„Praskowja Schemtschugowa“ singt faszinierend (Foto: Alexander Savenkov)

Der Ägyptische Pavillon

Der Ägyptische Pavillon war ursprünglich für mehrere Zwecke gedacht. Er konnte in einen Festsaal, einen Konzertsaal und ein mobiles Theater umgewandelt werden. Die Räume und ihre Ausstattung wurden gemäß den Palastinventaren und Archivdokumenten so restauriert, wie sie zum Zeitpunkt des Baus des Palastes Ende des 18. Jahrhunderts waren. Bei der Restaurierung des Innenraums erhielten die Wände ihre hellgrüne Farbe zurück, die während der Restaurierungsarbeiten entdeckt wurde. Die Türrahmen waren dunkelgrün marmoriert, während die Türflügel hell und vielfarbig waren – was ebenfalls wiederhergestellt wurde. Die Fachleute restaurierten außerdem mehr als 700 Quadratmeter originaler Kunstparkettböden, aufwendige Türflügel mit vergoldeten und versilberten Schnitzereien, Beschläge und Stuckverzierungen sowie historische Öfen.

„Was für ein Pech! Wissen Sie, liebe Gäste, was im Ägyptischen Pavillon eigentlich aus Ägypten stammt?“, fragt der Hofarchitekt Argunow. Tatsächlich kam der „ägyptische Stil“ Ende des 18. Jahrhunderts in ganz Europa in Mode. Orientalische Motive fügten sich organisch in den Klassizismus und Barock ein. In Ostankino kam er jedoch nur ansatzweise zum Ausdruck. „Nur die Sphinxe auf den Öfen erinnern an das alte Ägypten, während das Interieur selbst im Stil eines römischen Atriums gestaltet ist“, erklärt der Architekt.

In der Mitte des Saals wurde eine Tischanordnung nachgebildet, die auf einer Zeichnung aus dem Jahr 1793 mit dem Titel „Plan des Festsaals im Ägyptischen Pavillon des Ostankino-Palasts“ festgehalten ist. Um den zentralen runden Tisch mit Spiegelbeschichtung, der die für diese Zeit charakteristischen Spiegelplatten unter dem Surtout de table imitiert, sind vier rechteckige Tische angeordnet. Auf dem zentralen, höheren Tisch stehen eine große Girandole – eine Art Kerzenleuchter – sowie Tischdekorationen, auf den anderen Tischen befinden sich Gegenstände aus mehreren Tafelservices von Nikolai Scheremetew. Eines der Service wurde 1794 in der Wiener Porzellanmanufaktur hergestellt. Auf der Ausstellung wird sein Dessertteil präsentiert: Obstvasen, Teller mit durchbrochenen Rändern, Tabletts, elegant geformte Saucieren sowie Flaschen und Schnapsgläser. Das Besteck mit Porzellangriffen wurde in der Porzellan-Manufaktur Meissen hergestellt.

Das Festessen

Kaum haben die Gäste die Service betrachtet, verteilt Petruschka schon die Speisekarte für das Festessen in Ostankino. Und was gibt es da nicht alles! Zur Auswahl stehen französische rote Suppe mit Kräutern und Würstchen oder Sterlet-Fischsuppe, als Vorspeise eine vegetarische Kulebyaka und rote Soße etc.! Mit anderen Worten: Man weiß gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll. Dank Multimedia können die Besucher auch den Prozess der Zubereitung der Haute Cuisine mitverfolgen. Da möchte man sich am liebsten an den Tisch setzen und zu Abend essen.

Aber da ruft Efim schon, um auf die Probe um einer Szene aus dem Stück „Selmira und Smelon“ aufmerksam zu machen. In der Rolle der Selmira spielt die unvergleichliche Praskowja Schemtschugowa. Auch die Gäste können sich als Leibeigene versuchen und sich der Theatergruppe anschließen.

Wer sich noch nicht bereit fühlt, in die Rolle eines Leibeigenen zu schlüpfen, kann Konzerte des Ensembles für historische Instrumente besuchen, an thematischen Führungen teilnehmen oder sich an einem Abenteuerspiel beteiligen. Für Gästen steht ein Audioguide in drei Sprachen zur Verfügung.

Da es sich um einen Sommerpalast handelt, wird er nicht beheizt. Man kann den Ägyptischen Pavillon nur bis zum 5. November besuchen. Im Winter ist er geschlossen. Tickets können auch über den Service „Mosbilet“ erworben werden.

Anna Braschnikowa

Запись Zu Gast bei Graf Scheremetew: In Ostankino впервые появилась Moskauer Deutsche Zeitung.















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