Glücksgöttin Fortuna sitzt beim Topduell gegen ESV Göttingen auf unserer Seite
Im Wettkampf der beiden nominell besten Team mussten wir den kurzfristigen Ausfall von Ole verkraften. Glücklicherweise haben wir ja eine starke Ersatzbank und so übernahm Felix seinen Platz. Unsere Gäste traf es deutlich härter, sie mussten ohne 3 ihrer Stammkräfte auskommen. Dazu hatten sie auch einen kurzfristigen Ausfall, den sie nicht mehr auffangen konnten. So waren wir an 6 Bretter DWZ-Favorit. Das sollte doch reichen oder? Doch sage ich immer wieder meine alte Bauernweisheit „Die DWZ spielt kein Schach“ Ich bin alle Partien mit dem Rechner durchgegangen. Diesmal konzentrieren wir uns auf die beiden wichtigsten Partien.
Da Matthias keinen Gegner hatte, gingen wir schnell in Führung.
1,0:0,0
Am Spitzenbrett saßen sich die Topspieler der Mannschaften gegen über. Dabei zelebrierte Wilfried die hohe Kunst der GM und machte nach 11 Zügen Remis.
1,5:0,5
In meiner Partie hatte ich in der Eröffnung ein wenig Glück, dass mein Gegenüber mein passives Spiel nicht sofort bestrafte. Ich konnte das Zentrum besetzen, alle Figuren entwickeln und dann die Friedenstauben hochsteigen lassen.
2,0:1,0
In der Partie von Dennis wurde auf unterschiedliche Seiten rochiert. Dann begann der Bauernsturm auf beide Seiten. Hier spielte der Rattenfänger ein wenig zu forsch und opferte einen Springer. Doch die Fortsetzung war fehlerhaft und so konnte Dennis seinen Angriff nicht erfolgreich durchbringen.
2,0:2,0
Zur Hälfte des Wettkampfes sah es noch sehr gut aus. Kai, Sebastian und Yannick hatten durchaus sehenswerte Stellungen erreicht. Felix war auf den Weg zum sicheren Remishafen. Der Sieg war zum greifen nahe.
Unser Mannschaftsführer Kai kam gut aus der Eröffnung raus mit dem Läuferpaar gegen das Springerpaar. Doch im Mittelspiel traf er einige unglückliche Entscheidungen und ein gleichwertiges Turmendspiel entstand. Hier war kein Gewinn möglich. Daher Remis.
2,5:2,5
Mit viel Energie startete Sebastian seine Partie. Die Könige waren auf unterschiedlichen Seiten rochiert. Das sollte doch seinem sehr aktiven Naturell entgegen kommen. Schwarz zog Tad8 und nun schweb d5 in der Luft. Weiß sollte aktiv spielen. Hast du den richtigen Plan?
- f5! bester da einziger Zug 1….. gxf5, 2.exf5? (hier griff mein junger Padawan fehl – erst Lg5 fxe4, Sxe4 und für den Bauern bekommt Weiß einiges an Kompensationen) 2…Lxf5 3.Lg5 De6?! (d5! ist stärker). Wie kommt Weiß hier aus dem Schlamassel raus?
1. Ld3! ist der einzige Zug der nicht sofort verliert für Weiß. Leider spielte Sebastian The1?? Und die Verluststellung ist erreicht, doch warum?
1….. Se4!! Es droht ein Abtausch des Sc3 und dann Dxa2 und Matt auf a1 und a2. 2.Df4 nun gewinnt Lxc3 recht einfach und sein Gegenüber hatte ein wenig Zeitprobleme und schlug 2…..Sxg5? 3. Sxg5 Dg6. Zwar hat Schwarz einen Bauern mehr, doch kann Weiß hier noch gut weiterspielen.
Weiß gewann den Bauern auf h7 zurück und hat besseres Figurenspiel. Wie kann Weiß seinen Vorteil ausbauen?
- Lf5 (genau richtig, die Stütze auf e6 muss beseitigt werden) 1…. Sd4? In Zeitnot folgt der nächste Fehler. Se5 oder Lxf5 ist besser. Nun wir f7 sehr weich. 2.Lxe6 fxe6, 3. Sf7+ Txf7, 4 Dxf7 (einen Müh besser wäre 4 Dxh6+ Lxh6 und 5. Txf7)
Wenig später hat Weiß die gewonenne Stellung und muss nur noch die letzten kleinen schwarzen Drohungen abwehren.
- De1 d3 (oh man könnte ja den d-Bauern mit cxd3 gewinnen. Na gut, dass Matt auf b2 war zu offensichtlich. 2. Tf2 und der Rest war Technik.
Uiuiuiui der junge Rattenfänger hatten einen bösen Ritt auf der Rasierklinge. Das geht nicht immer gut.
3,5:2,5
Felix Partie konnte man als unspektakulär und langweilig bezeichnen. Irgendwann entstand ein ungleich feldriges Läuferendspiel das Remis endete.
4,0:3,0
Am Ende spielte nun Yannick und ein Remis reichte zum Gesamtsieg. Sein Gegner bot den Turmtausch auf c1 an. Annehmen oder auf Bauernjagd gehen?
Der Abtausch ist günstiger im Remissinn. z.B. 1… Txc1, 2. Sxc1 Sf5, 3. Ke2 Tc6 nebst Sb7 – d6 und c4
Doch Yannick läßt Luft in die Stellung rein. 1….. Ta2?! 2. Lb4 Tc6, 3. Tbc3 Txc3? 4. Txc3 Txa4
Schwarz hat den Mehrbauern bekommen, doch zu welchen Preis?
5. Le7! und der Springer d8 bekommt Probleme. 5…. Sb7, 6. Tc8+ Kf7 7. Tc7 Sf5 8.Lf6+ und die Figur geht verloren.
Man konnte an Yannicks Gesichtsausdruck sehen, dass er sich unwohl fühlte. Zwar gewann er noch einen Bauern und hatte seine beiden Freibauern. Doch diese standen so weit weg von der Umwandlung. Doch sein Gegner musste noch gegen einen alten Spruch meines Schachlehrer antreten. „Nichts ist schwieriger als eine gewonnene Partie zu gewinnen.“
Nach Th8 droht Ungemach, was soll Schwarz jetzt tun?
1.. h5 (stellt noch mal die letzte Falle aus) Weiß überlegte lange, schließlich lag es ein ihm alleine die Mannschaftsniederlage zu verhindern. 2. gxh6 e.p. Sxh6 (der Bauer muss sofort weg, Kxf6 verliert sofort nach 3. Tf8+ Ke7, 4. h7 und der Bauer läuft durch) 3. Txh6? Da war der Bock, viel besser ist erst Le5 3… Kxf6, 4 . Th3 b5 (ja wo laufen den die Bauern?)
Die Bauern konnten nach vorne geworfen werden. Die Stellung ist Ausgleich. Jetzt nur nicht in eine Springergabel reinlaufen. Wie kann Weiß hier das Remis forcieren?
- …. Kf5, 2. Ke3 Ta1, 3. Sd3 Th1 (Da ist ja noch ein ungedeckter Bauer) 4. Sf2 Te1+ 5. Kf3 Tc1 (Schwarz droht mal Tc4 nebst a4)
Der Springer und der schwarze Turm wiederholten die Züge, bis es Remis war.
4,5:3,5
Man oh man, nur gut das Fortuna an unserer Seite saß. Damit sind wir mit 4 Mannschaftspunkten sehr gut in die Saison gestartet und unser Ziel der Aufstieg ist aus eigener Kraft möglich. Doch dafür müssen wir weniger Fehler machen oder Fortuna auch im nächsten Auswärtsspiel in Gifhorn-Wolfsburg mitnehmen. Es bleibt spannend da auch Hildesheim hoch gewonnen und somit die Tabellenspitze übernommen hat.
