Auswandern wegen AfD: So viele Deutsche haben schon daran gedacht
Schauspieler Armin Mueller-Stahl denkt übers Auswandern nach. Eine Umfrage zeigt, dass die Mehrheit der Deutschen ebenfalls schon konkret über einen Wegzug nachgedacht hat. "Kein freundliches Land": So bezeichnet der Schauspieler Armin Mueller-Stahl Deutschland kurz vor seinem morgigen 95. Geburtstag. Er denke darüber nach, auszuwandern, sagt Mueller-Stahl der Illustrierten "Superillu". Eine exklusive repräsentative Umfrage des Instituts Civey im Auftrag von t-online zeigt: Mueller-Stahl ist mit den Überlegungen nicht allein. Armin Mueller-Stahl: "Ein Teil von mir ist Thomas Mann geworden" Auswandern in Europa: Diese Städte sind besonders günstig Civey fragte: "Haben Sie schon einmal konkret darüber nachgedacht, aus Deutschland wegzuziehen?" 56 Prozent der Befragten antworteten mit "Ja", 40 Prozent mit "Nein". Vier Prozent machten keine Angaben. Mueller-Stahl hatte seine Auswanderungsgedanken unter anderem mit den hohen Umfragewerten der AfD erklärt: "Der zunehmende Antisemitismus, das Erstarken der AfD – ich habe das alles schon einmal erlebt." Mueller-Stahl kam 1930 im ostpreußischen Tilsit (heutiges Russland) zur Welt. 1938 zog er mit seiner Familie nach Prenzlau , sein Vater starb im Krieg in einem Lazarett. Mueller-Stahl betonte, er habe die Nazizeit und den Zweiten Weltkrieg erlebt und wolle das nicht noch einmal durchmachen. "Das sind keine schönen Gedanken" Daher denke er trotz seines hohen Alters hin und wieder darüber nach, auszuwandern, sagte Mueller-Stahl. "Mit meinem Sohn spreche ich darüber. Und wir überlegen auch, wohin wir im Ernstfall gehen könnten". Sie suchten nach einem Ort, wo sie als Familie angenehm und friedvoll leben könnten. "Das sind keine schönen Gedanken, aber die muss man sehr rationell durchgehen und durchsprechen." Der Zentralrat der Juden reagierte auf Mueller-Stahls Aussagen. Der Vorsitzende Josef Schuster sagte t-online: "Eine Regierungsbeteiligung der AfD auf Bundesebene wäre eine echte Gefahr für jüdisches Leben in Deutschland." Doch auch jetzt schon würde er einen deutlichen Anstieg des Antisemitismus in Deutschland wahrnehmen. "Fast jede zweite jüdische Gemeinde meldete für 2024 antisemitische Vorfälle wie Schmierereien, Beleidigungen, Drohungen und Hassposts online," so Schuster.