Trump-Projekt scheitert in Serbien: Hotelbau gestoppt nach Protesten
Nach einer Korruptionsklage und massiven Protesten aus der Bevölkerung ist das Luxusprojekt von Trumps Schwiegersohn in Serbien gescheitert. Auch der Präsident tobt. In der serbischen Hauptstadt Belgrad hatte sich Trumps Schwiegersohn Jared Kushner um ein umstrittenes Bauprojekt bemüht. Kushner wollte mithilfe seiner Investmentfirma Affinity Partners auf dem Grundstück einer Gedenkstätte ein Luxushotel errichten. Die Unterstützung des serbischen Präsidenten hatte Kushner. Die Bevölkerung stemmte sich jedoch mit massiven Protesten gegen das Bauvorhaben. Überblick: Aktuelle Entwicklungen im US-Newsblog Porträt: Das ist Trumps Unterhändler Jared Kushner Der Plan der Investoren hatte vorgesehen, eine historische Ruine in der serbischen Hauptstadt abzureißen. Dabei sollte es sich um das ehemalige Hauptquartier der jugoslawischen Armee handeln, das im Zuge des Kosovokriegs 1999 durch Luftangriffe der Nato zerstört wurde. Die Angriffe galten damals dem Regime des damaligen Machthabers Slobodan Milošević, der massenhaft Kosovo-Albaner ermorden ließ. Während der Verhandlungen des Kriegsverbrechertribunals in Den Haag starb Milošević, verurteilt wurde er nie. Es gilt jedoch als erwiesen, dass er für schwerste Menschenrechtsverbrechen für schuldig empfunden worden wäre. Seither ist die Ruine in Belgrad ein bedeutender Ort des Gedenkens, auch weil damals fehlgeleitete Angriffe eine Reihe von Zivilisten töteten. 2005 wurde der Ort zudem zum Kulturdenkmal erklärt. Kushner stoppt Luxushotel-Pläne Die Entscheidung gegen den Bau des Luxushotels habe Kushners Firma aus "Respekt vor den Menschen in Serbien und der Stadt Belgrad" getroffen. So zitiert das "Wall Street Journal" einen Sprecher. "Bedeutungsvolle Projekte sollten verbinden, statt trennen." Der serbische Präsident Aleksandar Vučić sieht das jedoch anders: "Das ist eine unglaublich schwerwiegende und schlechte Nachricht", sagte er. "Wir werden nun mit einem zerstörten Gebäude zurückbleiben." Zuvor hatte die Abteilung gegen Korruption der serbischen Staatsanwaltschaft unter anderem den serbischen Kulturminister Nikola Selaković wegen Urkundenfälschung angeklagt. Offenbar hatte man versucht, das Bauprojekt mit gefälschten Unterlagen künstlich zu beschleunigen. Die Unterlagen sollen demnach ermöglicht haben, dass der Gedenkort seit November 2024 wohl nicht mehr als Kulturdenkmal gelistet wurde. Nun machte Vučić die Protestbewegung für die wirtschaftlichen Folgen verantwortlich: Die "Hetze der Blockierer" habe Investitionen von "mindestens 750 Millionen Euro" verhindert. "Als Staat und als Nation sind wir die großen Verlierer", sagte er. Zudem hätten die Staatsanwälte Serbien "enormen Schaden" zugefügt.