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"Tatort"-Kritik zum Kölner Fall: Nichts gelernt!

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Bühne frei für alte Fehler: Die ARD liefert mit dem Köln-Fall "Die Schöpfung" eine fragwürdige "Tatort"-Dopplung – und scheitert damit am eigenen Anspruch. Eine Kritik von Steven Sowa. Wieder einmal schafft es die ARD nicht, aus ihren Fehlern zu lernen. Nur zwei Wochen nach dem Münchner "Tatort: Das Verlangen", der am zweiten Weihnachtsfeiertag ausgestrahlt wurde und im Theatermilieu spielte, folgt am 11. Januar 2026 mit "Die Schöpfung" der nächste Bühnenkrimi. Dieses Mal aus Köln und in der Oper angesiedelt. Die thematische Nähe ist frappierend: Ensemble unter Druck, Alkoholprobleme, Masken im Fundus, Mord zwischen Kostümreihen. Wer beide Filme sieht, erkennt verblüffende Parallelen – und fragt sich, ob beim öffentlich-rechtlichen Sender eigentlich noch jemand den Überblick behält. "Tatort"-Planung im Ersten: Gleich und Gleich gesellt sich gern Krimis im Überfluss: ARD und ZDF sind defekt Das Problem ist nicht neu: Schon Anfang 2024 stand die ARD wegen einer auffälligen thematischen Dopplung in der Kritik. Damals liefen mit "Tatort: Des Anderen Last" aus Köln und "Tatort: Geisterfahrt" aus Göttingen innerhalb weniger Wochen zwei Fälle, die sich um prekäre Zustände in der Paketbranche drehten. Die Senderverantwortlichen wiegelten ab, betonten auf Anfrage von t-online Unterschiede in der Fallstruktur und beriefen sich auf einen "langfristigen Abstimmungsprozess" . Doch das eigentliche Problem blieb: Für das Publikum entstand der Eindruck, dass den ARD-Autoren die Ideen ausgehen. Nun wiederholt sich dieses Muster – und es trifft erneut Köln. Der Fall vom BR und der des WDR sind nahezu identisch: Mord während der Probe, Künstler in Bedrängnis, Ensemble als Kreis an Verdächtigen, Wodkaflaschen als Symbol für den Druck. Selbst die Bildsprache ähnelt sich, nur die Kulisse hat gewechselt. Die Nähe der Ausstrahlungen lässt den Kölner Fall fahler wirken, als er es verdient hätte. "Tatort"-Ausgaben entwerten sich gegenseitig Wer die Planung so durchwinkt, nimmt billigend in Kauf, dass sich die Fälle gegenseitig entwerten. Statt Vielfalt gibt es Wiederholung. Und das ausgerechnet in einer Krimireihe, die gesellschaftliche Relevanz für sich beansprucht. Das Vertrauen ins Format leidet, wenn es so aussieht, als hätte man beim Sichten der Drehbücher nicht weit genug geblättert. Oder noch schlimmer: Als wüssten die Verantwortlichen selbst nicht, was genau sie im Programmangebot haben. Trotz der konzeptuellen Schwächen in der ARD-Planung überzeugt "Die Schöpfung" an anderer Stelle. Katja Bürkle sticht als Eva Krüger hervor, stellvertretende Projektleiterin der Oper und menschlicher Knotenpunkt im Produktionsbetrieb. Sie verkörpert die Figur mit feinem Gespür für Machtverhältnisse und trumpft mit Schlagfertigkeit in ihren Dialogen. Ihre Szenen verleihen dem Film Bodenhaftung und Witz zugleich. Stephan Grossmann als Opernintendant Darius Henning ist das Kontrastmittel: Seine Figur wirkt überzeichnet, der Grat zwischen berechtigter Nervosität vor der Wiedereröffnung und theatraler Panikreaktion wird zu selten ausgelotet – und so gerät er zur Karikatur, wenn er mit Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Schenk (Dietmar Bär) in quälend lange Diskussionen abdriftet. Ein echter Störfaktor ist zudem das Alkoholproblem der jungen Sängerin Valerie Schmitt (Hannah Schiller). Ermüdend oft greift sie zur Flasche, versteckt sie in Requisiten, kauft sich Nachschub. Das soll offenbar einen psychischen Druck illustrieren – verkommt aber zum inszenatorischen Mantra. Der Fall verliert dadurch an Nuancen, weil er ein allzu bekanntes Klischee reproduziert: Kunst macht kaputt. Dass es dazu keine weitere Perspektive gibt, schwächt die Figur und wirkt dramaturgisch überfrachtet. Auch "Das Phantom der Oper" erscheint Rein visuell ist "Die Schöpfung" ein starker Film. Kamera, Schnitt und Musik greifen stimmig ineinander, die Inszenierung nutzt das Opernsetting nicht nur als Kulisse, sondern als ästhetischen Resonanzraum. Die langsamen Kamerafahrten durch verwinkelte Gänge, das Spiel mit Licht und Schatten, die gezielt gesetzten Musikakzente aus Haydns Oratorium. All das ist handwerklich einwandfrei arrangiert. Auch das Element der Maskerade ist wirkungsvoll eingesetzt. Eine Figur, die verkleidet durch die Oper geistert, ein "Phantom der Oper", wie Ballauf kalauert, erzeugt Gruselmomente und verstärkt das Gefühl, dass etwas nicht stimmt hinter der Fassade aus Schminke, Musik und Ensemble-Pathos. Doch je näher die Auflösung rückt, desto mehr verliert der Film an Kraft. Die Spannung flacht ab, der Täterkreis verengt sich früh, echte Wendungen bleiben aus. Was bleibt, ist der Eindruck eines Films, der viel aufgebaut, aber wenig zu Ende geführt hat. Die Oper wird zur Projektionsfläche – nicht aber zum dramaturgischen Motor. Wer auf eine packende Kriminalhandlung hofft, dürfte enttäuscht werden. Umso ärgerlicher, dass dieser Film so kurz nach dem Münchner "Tatort: Das Verlangen" gezeigt wird, denn die atmosphärischen Opernelemente hätten zu jeder anderen Zeit sicher mehr Aufsehen erregt. Teilen Sie Ihre Meinung mit Wie gefiel Ihnen dieser "Tatort"? Schreiben Sie eine E-Mail an Lesermeinung@stroeer.de . Bitte nutzen Sie den Betreff "Tatort" und begründen Sie.














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