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Welthandel: Ministerin: Mercosur-Deal gut für Thüringen

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Was die Wirtschafts- und Landwirtschaftsministerin zur Kritik am Freihandelsabkommen sagt und welche Pläne das Ministerium bereits schmiedet.

Wirtschaftsministerin Colette Boos-John verspricht sich trotz Kritikpunkten positive Impulse für die Wirtschaft durch die Unterzeichnung des Mercosur-Abkommens. "Davon profitieren auch wir in Thüringen", betonte die CDU-Politikerin. Gleichzeitig räumte die auch für das Agrarressort zuständige Ministerin: "Ja, es gibt einige wettbewerbsverzerrende Aspekte für die Landwirtschaft, die mir nicht gefallen. Aber von einer vollständigen Marktöffnung für landwirtschaftliche Produkte sind wir weit entfernt." 

Weltweit größte Freihandelszone

Am Freitag hatten in Brüssel ausreichend Vertreter der 27 EU-Länder der Unterzeichnung des Abkommens mit den sogenannten Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay nach vielen Verhandlungsjahren zugestimmt. Die Unterzeichnung soll am kommenden Samstag in Paraguay erfolgen.

Die neue Freihandelszone mit mehr als 700 Millionen Einwohnern wird laut EU-Kommission die weltweit größte dieser Art sein. Geplant ist, Zölle und Handelsbarrieren zwischen der EU und den Mercosur-Staaten weitestgehend abzubauen. 

Bauernproteste im Vorfeld

In Thüringen und andernorts in Deutschland hatten Bauern im Vorfeld der Abstimmung demonstriert. Sie befürchten unverhältnismäßige Konkurrenz durch günstige Importe aus Südamerika.

Bei den Verhandlungen zum Abkommen habe Nachbesserungen gegeben, hieß es aus dem Ministerium weiter. Diese führten zur Begrenzung der Importmengen südamerikanischer Agrarprodukte wie Fleisch, Käse, Zucker oder Ethanol. 

Boos-John: Macht unabhängiger von China und USA

Zudem würden Exporteure bestimmter landwirtschaftlicher Erzeugnisse aus Europa profitieren. "Sollte sich zeigen, dass Preise in bestimmten Bereichen zu stark unter Druck geraten, dann müssen die Schutzklauseln für die europäische Landwirtschaft noch einmal nachgeschärft werden", so Boos-John.

Die Ministerin betonte weiter, dass das Abkommen die wirtschaftliche Abhängigkeit von China und den USA reduziere: "Wir brauchen neue Handelspartner und neue Handelswege." Bei Mercosur gehe es ausdrücklich auch um Zugang zu Rohstoffen wie beispielsweise Lithium ein.

"Chancen ausloten": Delegationsreise geplant

In der zweiten Hälfte 2026 plane Thüringen eine Delegationsreise in die Mercosur-Region. Diese solle helfen, auszuloten, welche Möglichkeiten und Anknüpfungspunkte sich für Thüringens Wirtschaft durch das neue Abkommen eröffnen, erklärte die Ministerin. Denn: "Südamerika ist uns in Thüringen außenwirtschaftlich in den letzten Jahren ein wenig aus dem Blick geraten."















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