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Grönland: Frankreich warnt die USA

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Nach einem Bericht der Financial Times (FT) hat Frankreich den USA eine diplomatische Warnung geschickt und erklärt, jeder Versuch, Grönland einzunehmen, entspräche "dem Überschreiten einer Linie" und gefährde die Wirtschaftsbeziehungen zur EU.

Diese Nachricht überbrachte der französische Finanzminister Roland Lescure seinem US-Amtskollegen Scott Bessent, so die FT am Freitag. Der Minister sagte der Zeitung, er habe Bessent bei den Gesprächen in Washington am Montag dieselbe Nachricht übergeben.

"Grönland ist der souveräne Teil eines souveränen Landes, das Teil der EU ist. Damit sollte nicht herumgespielt werden", zitiert die FT Lescures Botschaft.

Auf die Frage, ob die EU mit Wirtschaftssanktionen reagieren solle, sofern Trump in Grönland einmarschierte, erwiderte er laut FT: "So weit gehe ich nicht. Ich meine, offensichtlich, wenn das geschähe, wären wir sicher in einer völlig neuen Welt und müssten uns entsprechend anpassen."

Auch wenn es Teil des dänischen Königreichs ist, verließ Grönland nach einem Referendum 1982 drei Jahre später die Vorläuferorganisation der EU; es ist ein selbstverwaltetes Land innerhalb des Königreichs. Derzeit sind sich Rechtsexperten und EU-Vertreter uneins, ob Artikel 42.7 des EU-Vertrags, der zu wechselseitigem Verteidigungsbeistand verpflichtet, auch auf Grönland zutrifft.

US-Präsident Donald Trump hatte bereits in seiner ersten Amtszeit seinen Wunsch ausgedrückt, Grönland zu erwerben, und hat dieses Bestreben in den letzten Wochen wieder aufgegriffen. Er erklärte, Washington müsse die autonome Insel im Interesse der "nationalen Sicherheit" in Besitz nehmen, und deutete an, auch Gewalt einsetzen zu wollen.

Lescure beschrieb das derzeitige US-amerikanische Verhalten als "paradox" und merkte an, während Washington sich bei einigen Themen wie ein Verbündeter verhalte, verhalte es sich bei anderen wie ein unberechenbarer Gegner.

Mehrere westeuropäische Länder haben sich gegen die US-Annektionsdrohungen gestellt und Dänemark hat seine militärische Präsenz auf der Insel erhöht. Nach Medienberichten traf dort auch ein kleines französisches Kontingent von 15 Soldaten ein. Deutschland schickte 13 Aufklärungsspezialisten, außerdem landeten drei schwedische Offiziere, zwei Norweger und ein Brite.

Dänemark besteht darauf, die Insel stünde nicht zum Verkauf und ihre Zukunft müsse von ihren Bewohnern entschieden werden, die 2008 dafür stimmten, den Status der Selbstregierung innerhalb Dänemarks beizubehalten.

Grönland ist die weltgrößte Insel, die kein Kontinent ist. Mit 2,16 Millionen Quadratkilometern befindet sie sich an einer strategischen Stelle in der Arktis, hat aber nur 57.000 Einwohner. Die Landessprache ist Grönländisch, eine Inuit-Sprache.

Mehr zum Thema – Trump droht wegen Grönland weiter















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