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Julian Reichelt wirft Zeitung DDR-Methoden vor: Medienforscher alarmiert

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"Nius"-Chefredakteur Julian Reichelt wettert in den sozialen Medien lautstark gegen einen Konkurrenten. Einer der renommiertesten Medienforscher des Landes schlägt deshalb jetzt Alarm. Vor einigen Tagen habe ich die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen besucht. Durch das ehemalige Stasi-Gefängnis geführt zu werden, ist eine bedrückende Erfahrung. Man erfährt, unter welch unmenschlichen Bedingungen die Untersuchungshäftlinge festgehalten wurden, wie sie drangsaliert und verhört wurden, früher auch gefoltert. Psychische Folter war das gesamte Haftregime der Stasi. Von den erfahrenen Guides dort lernt man auch, dass jede erpresste Information genutzt wurde für operative Ziele draußen, jenseits der Gefängnismauern. Die Stasi säte damit Misstrauen in Familien und Freundeskreisen, sie wollte erreichen, dass niemand mehr niemandem traut. Das nannte man Zersetzung. Wenn nun "Nius"-Chefredakteur Julian Reichelt dem Chefredakteur einer niedersächsischen Regionalzeitung vorwirft, er betreibe "Zersetzung wie in der DDR", nur weil die Zeitung auf ihrer Webseite ein Interview mit der Bundesjustizministerin mit der Zeile "Stefanie Hubig über die AfD , Nius und den Kampf gegen Kinderpornografie" angeteasert hatte, wenn das "Zersetzung" sein soll, dann hat da jemand ziemlich tief im Begriffsregal gegriffen. Klar, Reichelt wollte sein Start-up nicht in einer Reihe mit AfD und Kinderpornografie genannt sehen. Aber er tat ja noch mehr – und verhielt sich dabei maßlos. Er forderte seine über 470.000 Follower auf X auf, Burkhard Ewert, dem Chefredakteur der "Neuen Osnabrücker Zeitung", zu schreiben, "was Sie davon halten". Eine Formulierungshilfe lieferte der "Nius"-Chef gleich mit – als könnten seine Fans nicht selbst denken. Die Verbalinjurie "totaler Dachschaden" war auch noch im Angebot. "Zersetzung wie in der DDR" Jeder Vernünftige weiß, dass man mit historischen Vergleichen vorsichtig sein sollte. Der Pranger, den Reichelt auf der Plattform X aufgestellt hat, einschließlich der Aufforderung zum Shitstorm, erinnert mich an die Wandzeitungen in der Zeit der chinesischen Kulturrevolution: Da wurden missliebige Parteikader und auch einfache Menschen auf großen Plakaten öffentlich denunziert. Damals hatte das schlimme Folgen, bis hin zum Tod des Angeschuldigten. Heute nicht mehr, man kann und darf sich gegen eine solche Feindmarkierung wehren. Und da endet der Vergleich. "Auch Meinungsjournalismus muss faktenbasiert sein" Soweit ersichtlich, hat sich Reichelt (vorerst) nicht mit der Bundesjustizministerin angelegt. Denn die hatte eben kein Verbot von "Nius" gefordert, wie es jüngst – vollkommen kontrafaktisch – Daniel Günther , dem Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein, unterstellt worden war. Hier ist ein von "Nius" angestrengter Rechtsstreit anhängig. Man darf gespannt sein. Hubig stellte in der "NOZ" klar: "Auch Journalismus mit einer klaren Schlagseite ist von der Presse- und der Meinungsfreiheit geschützt. Der Schutz des Grundgesetzes reicht hier aus guten Gründen sehr weit." Die SPD-Politikerin fügte hinzu: "Auch Meinungsjournalismus muss faktenbasiert sein. Und das gilt selbstverständlich nicht nur für ein bestimmtes Portal." Man wusste, welches Medium gemeint war. Die Prügel bekam aber eben nicht die Politikerin ab, sondern Chefredakteur Ewert – der übrigens sehr souverän reagierte. Es handelt sich also auch um einen neuen Fall in der Reihe "Schlagt den Boten". Und es ist ein Musterbeispiel für die Dünnhäutigkeit mancher Journalistinnen und Journalisten, die heftig austeilen können, aber gekränkt, gereizt bis aggressiv reagieren, wenn sie ihrerseits Kritik erfahren. Natürlich kann man auf "nius.de" mehr Desinformation als Information entdecken. Es wäre eine eingehende wissenschaftliche Untersuchung wert, was überwiegt. Reichelts Redaktion muss es aushalten, wenn man sich kritisch mit ihr auseinandersetzt. Wer Hass sät, sollte sich über einen Sturm der Entrüstung nicht wundern. "Schämt Euch!" endete Reichels X-Post vom 18. Januar. Doch dieser Imperativ ist wie ein Bumerang: Er kehrt zu seinem Werfer zurück. Hinweis der Redaktion: Die in Gastbeiträgen geäußerten Ansichten geben die Meinungen der Autoren wieder und entsprechen nicht notwendigerweise denen der t-online-Redaktion.














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