Drohender Engpass bei weiteren Antibiotika
Lieferschwierigkeiten bei Medikamenten kommen öfter vor – meist lassen sie sich direkt ausgleichen. Nun ist es bei bestimmten Präparaten problematischer. Das Ministerium wird aktiv. Das Bundesgesundheitsministerium reagiert auf einen drohenden Engpass beim Nachschub bestimmter Antibiotika. Es gab im Bundesanzeiger einen Versorgungsmangel bei Arzneimitteln mit dem Wirkstoff Benzylpenicillin-Benzathin bekannt, die mit Spritzen verabreicht werden. Eine solche offizielle Feststellung erlaubt befristet Abweichungen von Zulassungsvorgaben, um ein leichteres Ausweichen auf importierte Produkte zu ermöglichen. Hintergrund sind aktuelle Informationen, dass die noch vorhandenen Bestände in absehbarer Zeit vollständig aufgebraucht sein werden, wie eine Sprecherin des Ministeriums auf Anfrage erläuterte. Mit der Bekanntmachung eines Versorgungsmangels könnten nun etwa Präparate aus dem Ausland eingesetzt werden, die keine deutschen Kennzeichnungen haben. Damit könne auch nach Abverkauf des Restbestandes die Versorgung gewährleistet werden. Kritische Versorgungslage auch bei anderen Antibiotika Bei den betroffenen Arzneimitteln handelt es sich laut Ministerium um ein Antibiotikum, das etwa zur Langzeitbehandlung von Streptokokken-Infektionen angewendet wird, um rheumatische Herzentzündungen zu verhindern. Eine kritischere Liefersituation gibt es bereits bei den Antibiotika-Wirkstoffen Cefuroxim, Clindamycin, Cotrimoxazol und Erythromycin. Das Ministerium hatte dazu ebenfalls einen Versorgungsmangel festgestellt. Solche Fälle sind generell selten. Seit 2015 kam dies nach amtlichen Angaben weniger als 20-mal vor.