USA: ICE-Agenten erschießen offenbar Mann in Minneapolis
In Minneapolis suchen Agenten der US-Einwanderungsbehörde nach Migranten. Nun sind erneut Schüsse gefallen – ein Mann liegt danach regungslos am Boden. Beim Einsatz der US-Einwanderungsbehörde ICE in Minneapolis ist es am Samstag offenbar erneut zu einem tödlichen Schusswaffeneinsatz gekommen. Ein in sozialen Medien kursierendes Video zeigt, wie mindestens sechs ICE-Agenten einen Mann auf einem Bürgersteig niederringen und auf ihn einschlagen. Dann fällt mindestens ein Schuss, woraufhin die maskierten Agenten von dem Mann ablassen. Dieser bleibt regungslos auf dem Bürgersteig liegen. Die Lokalzeitung "Star Tribune" berichtet unter Berufung auf Augenzeugen des Vorfalls von mehreren Schüssen, die den Mann in die Brust getroffen hätten. Anschließend sei ein Krankenwagen gekommen. Die lebensrettenden Maßnahmen der Sanitäter seien aber vergeblich gewesen. Der Mann sei anschließend in ein Krankenhaus gebracht worden. Über den Zustand und die Identität des Opfers liegen bislang keine Angaben vor. Die Schüsse fielen demnach am Samstagmorgen (Ortszeit) in der Stadt im Bundesstaat Minnesota. Minneapolis: Proteste gegen ICE nach tödlichen Schüssen Das US-Heimatschutzministerium, das den Einsatz in Minneapolis verantwortet, behauptete beim Sender "Fox News", der getötete Mann sei bewaffnet gewesen. "Fox"-Reporter Bill Melugin verbreitete auf X dieses Foto, das angeblich die Waffe des Mannes zeigen soll: Der Gouverneur von Minnesota, der Demokrat Tim Walz , schrieb nach dem Vorfall auf X, "Minnesota hat die Nase voll. Das ist widerlich." Trump müsse den ICE-Einsatz, forderte der Gouverneur. "Ziehen Sie die tausenden gewalttätigen, nicht ausgebildeten Polizisten aus Minnesota ab. Jetzt", so Walz. In Minneapolis sind seit Wochen Tausende von ICE-Mitarbeitern im Einsatz, um die von Präsident Trump angeordneten Massenabschiebungen umzusetzen. Minneapolis zählt zu den sogenannten Sanctuary Cities, die Migranten ohne Aufenthaltsgenehmigung Schutz gewähren und nur begrenzt mit den Einwanderungsbehörden der Bundesregierung zusammenarbeiten. Der Tod der unbewaffneten Autofahrerin Renee Good am 7. Januar hat die Proteste gegen ICE zuletzt stark angefacht. Ein ICE-Angehöriger hatte die dreifache Mutter mit mehreren Schüssen ins Gesicht getötet. Die Trump-Regierung stellte Good anschließend als "inländische Terroristin" dar, die von dem Beamten in Notwehr getötet worden sei, nachdem sie ihn "überfahren" habe. Videoaufnahmen zeigen aber, dass Good ihr Fahrzeug von dem ICE-Beamten wegsteuerte. Der Beamte, der Good erschossen hat, wurde nicht vom Dienst suspendiert. Gegen ihn wird nicht ermittelt.