Fußball: Werner über MLS-Pläne: "Möchte Anführer sein"
Warum Timo Werner seinen Wechsel in die USA als echten Neuanfang sieht und welche Rolle er bei seinem neuen Team in San José übernehmen möchte.
Timo Werner sieht seinen Wechsel in die US-Profiliga MLS nicht als ein Ausklingen seiner Karriere an. "Ich fühle, dass ich noch nicht fertig bin", sagte der Ex-Nationalspieler bei seiner Vorstellung bei den San José Earthquakes. "Sportlich wollte ich unbedingt diesen Neuanfang."
In dieser Woche wurde der Wechsel des 29-Jährigen von Fußball-Bundesligist RB Leipzig nach San José offiziell bestätigt. Für Werner endet damit eine lange Zeit, in der er kaum zum Einsatz kam. "Ich habe so etwas in meiner Karriere noch nie erlebt", sagte Werner über das vergangene halbe Jahr.
Im Groll verabschiedet er sich dennoch nicht aus Leipzig: "Die Situation in Leipzig war von Anfang an klar. Beide Seiten wussten, woran sie sind. Natürlich dachte ich, das würde sich ändern, wenn ich im Training alles gebe. Aber das Team hat geliefert, es gab keinen Grund, Timo Werner eine Chance zu geben. Ich habe das akzeptiert", sagte Werner. Das sei nun Vergangenheit.
Aus dem Flugzeug in die Startelf
In San José sieht sich Werner auch ein wenig als Entwicklungshelfer. "Ich möchte kein Spieler sein, der aus Europa kommt und sagt, ich habe die Champions League gewonnen", meinte der 57-malige Nationalspieler. "Ich möchte ein Teamplayer und ein Anführer sein und den Jungs helfen."
Als gesetzt sieht er sich trotz seiner Vita nicht. "Jedes Mal, wenn ich den Verein gewechselt habe, war es ein Neuanfang", sagte Werner. "Man muss sich immer neu beweisen. Egal, ob man vorher 50 Tore oder null geschossen hat. In einem neuen Team fängt man bei null an." Es sei ein neues Kapitel in seinem Leben und er wolle zeigen, was er könne.
Wann dieses Kapitel konkret beginnt, ist noch offen. Aus familiären Gründen bleibt Werner noch einige Wochen in Leipzig und trainiert bei RB. Das erste Spiel der neuen Saison hat San José am 22. Februar gegen Kansas City. "Wir müssen das Visum abwarten, das dauert meistens ein paar Wochen. Er wird erst kurz vor dem Spiel hier sein", sagte Trainer Bruce Arena. Er und Werner hätten schon darüber gescherzt: "Er will aus dem Flugzeug steigen und sofort spielen."
