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Epstein-Files: Um die Opfer ging es nie

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Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser, die Wirklichkeit ist mal wieder irrsinniger als jedes Drehbuch . Zu diesem Schluss komme ich nach einer Woche Lektüre von Berichten über Jeffrey Epstein. Da ist ein britischer Ex-Botschafter und ehemaliger Minister , der dem verurteilten US-Sexualstraftäter vertrauliche Finanzinformationen lieferte, die das Zeug haben, eine Staatskrise auszulösen. Da ist e in Prinz , der sich von Epstein zu Partys mit jungen Frauen und Mädchen einladen ließ und mit diesen offenbar nicht nur tanzte. Und eine Prinzessin , die Epstein wohl für einen Freund hielt, weshalb sie ihn fragte, ob sie ihrem damals 15-jährigen Sohn das Foto von zwei nackten Frauen mit Surfbrett als Bildschirmschoner auf dem Computer einrichten sollte. Mal abgesehen davon, dass so etwas niemand irgendwen fragen sollte: Man kann sich das alles nicht besser ausdenken, oder? Nur drei Klicks braucht es. Und schon sind all diese verrückten Details für jedermann auf der Homepage des US-Justizministeriums einzusehen. Millionen Dokumente, viel Unwichtiges und Belangloses neben teils Brisantem, teils Entsetzlichem und vermutlich strafrechtlich Relevantem. Ungeordnet, wahllos aneinandergereiht. Tausende Namen bekannter und weniger bekannter mächtiger Menschen tauchen darin auf. Manche, weil sie nur durch Zufall auf der gleichen Einladungsliste zu irgendeinem Event wie Epstein standen. Andere, weil sie sich tatsächlich eng mit ihm austauschten, Gefälligkeiten von ihm erhielten, mit ihm Geschäfte machten oder gar von ihm vermittelte junge Frauen und Mädchen vergewaltigten. Psychopathen sind hochintelligente Menschen , die nicht fähig sind, wahres Mitgefühl zu empfinden, aber dazu, es überzeugend vorzutäuschen. Gewissenlos manipulieren sie mit oberflächlichem Charme Menschen für ihre Ziele. Mein Eindruck nach der vergangenen Woche: Jeffrey Epstein dürfte einer der einflussreichsten Psychopathen unserer Zeit gewesen sein . Ein genialer Netzwerker und diabolischer Verführer. Ein Frauenversteher wie -missbraucher. Und alle Mächtigen, die mit ihm enger zu tun hatten, begaben sich nur allzu willig in sein Netz, wollten entweder den Täter Epstein nicht sehen oder wurden selbst zu Tätern. Moralisch verkommen waren die einen wie die anderen. Wer in diesem wahnwitzigen Drehbuch bislang nur eine Nebenrolle spielt , sind die unzähligen Opfer von Jeffrey Epstein, all die jungen Frauen und Mädchen, die er sexuell ausbeutete oder an andere zum Missbrauch vermittelte. Sie bleiben weitgehend unsichtbar. Dabei wäre es höchste Zeit, dass sie endlich die Hauptrolle bekommen. Doch was tat das Justizministerium? Es machte sie erneut zu Opfern, indem es Dutzende Namen von ihnen in den Akten ungeschwärzt veröffentlichte. Teilweise waren Geburtsdaten, Wohnorte, ja sogar Telefonnummern einsehbar, bis das Ministerium die betreffenden Akten endlich aus dem Verkehr zog. Ein weiteres juristisches Versagen . Seit 30 Jahren währt der Justizfall Jeffrey Epstein nun schon und lässt nur einen Schluss zu: Das Versagen der Behörden hat System. Schon seit Mitte der 90er-Jahre wird Hinweisen nicht angemessen nachgegangen. Halbherzig begonnene Ermittlungen versandeten. Schon 1996 wurde Epstein erstmals angezeigt. Doch erst 2008 wurde ernsthafter ermittelt. Epstein aber entging trotzdem einem Prozess, weil er sich in wenigen Fällen schuldig bekannte. Es kam zu einem zweifelhaften Deal mit der Staatsanwaltschaft: gerade einmal 13 Monate Teilzeit-Haft, nur nachts musste er einsitzen. Ein Justizskandal. Danach konnte Epstein einfach weitermachen wie zuvor. 2018 waren es schließlich erneut nicht die Behörden, die Hinweisen nachgingen, sondern eine Reporterin des "Miami Herald". Sie sprach mit Opfern, mit Ermittlern, auf die Druck ausgeübt worden war, sah Akten ein. Ihre Berichte führten 2019 zu einer weiteren Anklage und Epsteins Festnahme. Doch noch vor dem Prozess starb er in seiner Zelle – offiziell nahm er sich das Leben. Bis heute ist lediglich Ghislaine Maxwell, Epsteins Freundin, zur Rechenschaft gezogen worden. Sie hatte die meisten der jungen Frauen und Mädchen für Epstein rekrutiert. 20 Jahre Haft erhielt sie 2021 unter anderem wegen Beihilfe zum sexuellen Missbrauch Minderjähriger und Menschenhandels. Heute wird sie erstmals vor dem Aufsichtsausschuss des US-Repräsentantenhauses aussagen. Sie könnte Licht in das Dickicht der Millionen Dokumente bringen, erklären, wie Epsteins diabolisches Netzwerk funktionierte, wer Mittäter waren, und so den Opfern endlich zu ihrem Recht verhelfen. Doch sie wird es nicht tun. Ihre Anwälte haben bereits signalisiert, dass Maxwell von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machen will. Sie wird weiter schweigen . Und die Justizbehörden? Sie werden weiter untätig bleiben. Schon mit der Veröffentlichung der Akten hatte der stellvertretende Justizminister Todd Blanche angekündigt, es werde keine weiteren Ermittlungen geben. Dabei wurden Opfer weder bei der Sichtung der Akten einbezogen, noch in den Veröffentlichungsprozess. Was der Anfang einer systematischen Aufarbeitung sein müsste, soll nun also der Schlusspunkt sein. Das nährt den Verdacht: Hier soll vertuscht und nicht aufgeklärt werden. Die Veröffentlichung der Epstein-Files ist das Gegenteil von Transparenz : Wer millionenfach Dokumente gleichwertig nebeneinanderstellt, will kein Licht ins Dunkel bringen, sondern ein genaueres Bild verwischen. So werden die Akten zum Brandbeschleuniger für Verschwörungserzählungen, zumal unzählige Dokumente weiterhin unveröffentlicht bleiben, andere seitenweise geschwärzt sind. Und so geht Vertrauen in den Staat verloren, in Behörden. Das Vertrauen der Opfer ohnehin. Aber auch das aller anderen. Vermutlich bezweckt Trumps Regierung genau das mit dieser Art von Veröffentlichung. Ruiniertes Image Boah, Bahn Sieben Millionen Euro, so viel soll die Deutsche Bahn AG für die lustigen Werbespots mit Anke Engelke in der Rolle der Zugchefin Tina bezahlt haben. Das berichtete die "Bild"-Zeitung am Wochenende. Schon vor der tödlichen Attacke auf den Zugbegleiter Serkan C. wäre eine Debatte über Millionenbeträge für eine Imagekampagne – sagen wir mal – ungünstig gewesen. Wohl auch deshalb wollte der Bahnkonzern und das für ihn zuständige Verkehrsministerium die Summe bisher nicht veröffentlichen. Gemeldet wurde sie daher nur der Geheimschutzstelle des Deutschen Bundestags . Was dort landet, dürfen Parlamentarier nur einsehen, aber nicht darüber reden. Jetzt ist die Zahl trotzdem raus. Und das wahrlich zur Unzeit. Die Bahn wird seit Serkan Cs. Tod kritisiert, aus Kostengründen zu wenig für den Schutz und die Sicherheit ihrer Mitarbeiter zu tun. Mindestens 100 zusätzliche Sicherheitskräfte hätte die Deutsche Bahn für sieben Millionen Euro ein Jahr lang bezahlen können, rechnete der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Sebastian Fiedler, den Verantwortlichen prompt vor. Bahn-Chefin Evelyn Palla hat nun die undankbare Aufgabe, zu retten, was zu retten ist. Die Kampagne entstand unter ihrem Vorgänger. Sie ließ umgehend mitteilen, eine Fortsetzung werde es nicht geben. Gut so. Schon vorher hatte sie für diese Woche einen Sicherheitsgipfel mit allen Beteiligten angekündigt: mit Vertretern der Länder ebenso wie der Bundespolitik, des Bundesverkehrsministeriums, der Bahnbranche, den Gewerkschaften und der Bundespolizei. Auch das ist gut so. Es sollten aber mehr als Absichtserklärungen dabei herauskommen. Wäre besser fürs Image der Bahn. Aber vor allem wäre es im Interesse der Bahnmitarbeiter. Olympia und Super Bowl Sport ist politisch Wie politisch darf, wie politisch soll der Sport sein? Geht es nach Trumps Anhängern: gar nicht. Also, zumindest sollten US-Olympioniken den US-Präsidenten nicht kritisieren. Etliche Sportler hatten genau das am Wochenende bei Pressekonferenzen getan. Das kam nicht gut an in der Make-America-Great-Again-Bewegung. Manche forderten, sie sollten von den Wettbewerben ausgeschlossen werden. Andere wollten ihnen gleich die US-Staatsbürgerschaft aberkennen. Damit demonstrieren sie: Das Recht auf freie Meinungsäußerung gilt nur für sie, nicht für andere. Wie politisch gespalten das Land ist, davon zeugt auch der Super Bowl. Das live übertragene Finale der amerikanischen Football-Profiliga ist nicht nur das größte Sportereignis des Jahres in den USA, sondern auch ein Riesengeschäft, und zwar wegen der Halbzeitshow. Firmen zahlen Millionenbeträge, um dort werben zu dürfen. Diesmal trat Trump-Kritiker Bad Bunny auf. Schon bei den Grammys hatte der Rapper das Vorgehen der US-Einwanderungsbehörde kritisiert: "Bevor ich Gott danke, sage ich: ICE raus!", rief er ins Publikum. Auch ein Video der Epstein-Opfer , in dem sie die Regierung auffordern, endlich die Wahrheit ans Licht zu bringen, wurde rund um den Super Bowl zum Gesprächsthema. Donald Trump blieb dem Super Bowl fern. Er wusste warum. Stattdessen bekam der Präsident seine eigene Halbzeitshow – mit "patriotischen" Künstlern wie Kid Rock. Alles zum Super Bowl, zur Halbzeitshow und der Gegenveranstaltung lesen Sie hier. Olympia-Drama Das ging schief Dabei sein ist alles, heißt es. Das ist natürlich Quatsch. Denn es geht bei Olympia vor allem auch ums Siegen. Trotzdem ist mir unverständlich, warum man für eine Goldmedaille mit einem Kreuzbandriss zum Skirennen antritt. Und damit seine Gesundheit gefährdet. Zumal, wenn man schon 2010 Gold gewann und ohnehin unzählige weitere Wettbewerbe. Doch genau das tat Skirennfahrerin Lindsey Vonn . Die 41-Jährige wollte es allen zeigen. Das ging schief. Sie stürzte und brach sich das linke Bein. Was sonst noch bei den Winterspielen in Italien passierte und heute weiter passiert, lesen Sie hier im Liveticker und auf unserer Homepage . Ohrenschmaus It's my life. Das ist mein Leben, mag sich Vonn gedacht haben. Deshalb bekommt sie jetzt auch diesen Song mit den besten Genesungswünschen. Lesetipps Das große Finale. Gil Ofarim ist der neue Dschungelkönig. Wie ihm das in der letzten Folge gelang, beschreibt meine Kollegin Maria Bode aus dem Unterhaltungsressort. Artikel lesen Reform des "Heizungsgesetzes": Sie ist überfällig. Warum sie schnell kommen sollte, erklärt der Energie-CEO Bastian Gierull meiner Kollegin Amy Walker. Artikel lesen Dobrindts Abschiebepläne. Der Innenminister plant Zentren für Flüchtlinge in Drittstaaten. Doch dafür gibt es viele Hürden, wie meine Kollegin Julia Naue berichtet. Artikel lesen Zum Schluss Ich wünsche Ihnen einen unfallfreien Start in die Woche. Morgen schreibt Ihnen wieder Florian Harms. Herzliche Grüße Ihre Heike Vowinkel Textchefin Mit Material von dpa.














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