Nach Grönland-Streit: Nato startet Einsatz in der Arktis
Zum besseren Schutz der Arktis und des hohen Nordens verstärkt die Nato ihre Präsenz. Damit reagiert das Bündnis auf eine Forderung von US-Präsident Donald Trump. Die Nato erhöht ihre Militärpräsenz in der Arktis, um zur weiteren Deeskalation des von US-Präsident Donald Trump angezettelten Grönland-Konflikts beizutragen. Wie Oberbefehlshaber Alexus G. Grynkewich ankündigte, wurde dazu ein Einsatz mit dem Namen "Arctic Sentry" (deutsch etwa: Wächter der Arktis) gestartet. Damit folgt die Nato Trumps Forderung, die Arktis vor russischem und chinesischem Einfluss zu schützen. Zuvor hatte Großbritannien mitgeteilt, angesichts der zunehmenden Bedrohung durch Russland die Anzahl seiner in Norwegen stationierten Soldaten deutlich zu steigern. "Die Zahl der in Norwegen stationierten britischen Soldaten wird binnen drei Jahren von 1.000 auf 2.000 verdoppelt", teilte der britische Verteidigungsminister John Healey am Mittwoch mit. "Die Anforderungen an die Verteidigung steigen, und Russland stellt seit dem Kalten Krieg die größte Bedrohung für die Sicherheit der Arktis und des hohen Nordens dar", betonte Healey in der von seinem Ministerium veröffentlichten Erklärung. Netanjahu trifft Trump: Treibt Israel die USA in einen Krieg? "12 Billionen Dollar": Putin lockt Trump offenbar mit Angebot Trump hatte die europäischen Verbündeten mehrfach ermahnt, selbst für ihre Sicherheit zu sorgen. Anfang der Woche hatten die USA zwei regionale Kommandoposten bei der Nato an europäische Staaten übergeben. Das für den Süden zuständige Nato-Kommando in Neapel soll Italien übernehmen, die Leitung des für den Norden zuständigen Kommandos in Norfolk Großbritannien. Großbritannien und Norwegen hatten im Dezember ein Verteidigungsabkommen unterzeichnet, das den gemeinsamen Einsatz einer Fregattenflotte zur "Verfolgung russischer U-Boote" im Nordatlantik vorsieht. Die Flotte wird zwischen Grönland , Island und Großbritannien patrouillieren und insbesondere für die Sicherheit wichtiger Unterwasserkabel zuständig sein. Moskau droht mit Gegenmaßnahmen Aus Russland könnten nun Gegenmaßnahmen drohen. Der russische Außenminister Sergej Lawrow sagte am Mittwoch in einer Rede vor dem Parlament in Moskau : "Natürlich werden wir uns im Falle einer Militarisierung Grönlands und der Schaffung militärischer Kapazitäten, die sich gegen Russland richten, angemessene Gegenmaßnahmen ergreifen, einschließlich militärtechnischer Natur." US-Präsident Donald Trump hatte seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus im vergangenen Jahr wiederholt Besitzansprüche auf Grönland erhoben, die er mit US-Sicherheitsinteressen in der Arktis begründete. Die dabei ausgesprochene Drohung militärischer Gewalt nahm er im vergangenen Monat zurück. Zuvor hatte er mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte eine Rahmenvereinbarung zu Grönland erzielt, deren Inhalt aber unklar ist. Einen ähnlichen Einsatz wie "Arctic Sentry" hatte die Nato zuletzt im vergangenen September unter dem Eindruck von Luftraumverletzungen durch russische Kampfjets und Kamikaze-Drohnen gestartet. Er heißt "Eastern Sentry" (deutsch etwa: Wächter des Ostens) und führte insbesondere zu einer Mobilisierung von zusätzlichen Überwachungs- und Flugabwehrkapazitäten. Deutschland stationierte Kampfjets vom Typ Eurofighter auf dem polnischen Militärflugplatz Malbork.